Papa, es nieselt doch nur!

Bulls Kinderrad 24″

Es gibt Momente, da bin ich stolz auf unser Kind, aus völlig unerwarteten Gründen.

Heute Morgen regnete es recht ordentlich und das bei knapp über null Grad Celsius. Er zog seine Regenhose zwar leicht widerwillig an, aber als wir die Tür öffneten, kam bloß ein vorwurfsvolles: „Papa, es nieselt doch nur!“

Das dürfte dann doch die Untertreibung des Tages gewesen sein, umso erfreuter war ich, dass es keinerlei Diskussionen gab. Er fuhr wie immer tapfer die 1800 Meter zur Schule mit seinem Fahrrad. Auf dem Weg kamen wir noch an einigen Vätern und Müttern vorbei (Elterntaxis), die sehr gestresst ihre Kinder in die SUV’s scheuchten, damit bloß nichts nass wird – Kinder sind ja bekanntermaßen aus Zucker. Von den hektischen Szenen an den Elterntaxen waren es übrigens noch sage und schreibe 400 Meter bis zur Schule.

Vor der Schule war dann heute auch wieder besonders viel Chaos, dem Regen sei dank. So ziemlich jeder KFZ-Fahrer versuchte über den Bürgersteig möglichst nah zum Schultor zu kommen, andere wendeten in drei Zügen mitten auf der Straße, obwohl es 150 Meter weiter einen Wendekreis gibt, wo, wie üblich, nichts los war. Hier wären auch noch ca. 50 Parkplätze, aber die nutzt auch beinahe niemand. Es ist ja viel einfacher kurz im absolutem Halteverbot zu stehen und die Kinder auf die Straße raus zu werfen.

Daraufhin gab es ein kurzes Flackern des Aktionismus in den Eltern-Gruppen, passiert ist natürlich nichts weiter. Am lautesten scheinen dabei immer die, die ihre Kinder selber mit dem Auto bringen.

Würden Sie hier ihr Kind alleine fahren lassen?

Allerdings kann sich „unsere“ Stadt Mönchengladbach nicht gerade damit rühmen, besonders auf Rad- und Fußgänger-Verkehr zu achten. Auf den meisten Straßen ist das Parken auf dem Gehweg erlaubt, an den anderen wird es schlicht toleriert, Knöllchen gibt es dafür eigentlich nirgends. Ich bin auf die Ergebnisse zur jährlichen Umfrage zur Fahrradfreundlichkeit schon gespannt, im letzten Jahr belegte Mönchengladbach den vorletzten Platz, dabei konnte ich mir kaum vorstellen, dass es eine Gemeinde noch schlechter machen würde.

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