Not yet a dogs‘ home

Als mich ein Freund anrief, ob ich ihm helfen könnte, das Dach seiner Gartenlaube mit ihm abzuheben, sagte ich sofort zu. Eine gute Gelegenheit mal rauszukommen. Nebenbei bin ich ihm vermutlich noch ein halbes Duzend Gefallen schuldig, wenn das mal reicht. Also Piet klar gemacht und los, ausnahmsweise mal nicht mit dem Fahrrad, da ich nicht genau wusste, was mich erwartet.

Als ich mir sein Projekt für den Vormittag ansah, wurde ich etwas skeptisch: „Bist Du dir sicher, dass das funktioniert?“

„Klar“, war die Antwort, „die Nachbarn haben das auch geschafft, dann schaffen wir das auch!“

Als wir das Dach also anhoben, kam es mir schon recht schwer vor. Später erfur ich, dass die Nachbarn bei ihrer Hütte es nicht zu zweit, sondern zu dritt abgehoben hatten. Nachdem das Dach runter war, kam die Hütte dran. Die stellten wir auch auf Seite, denn sein Projekt war nicht etwa das Dach, sondern der Boden Hütte. Der war komplett weggefault und musste dringend erneuert werden, leider hatte der unter Teil der Laube auch was abbekommen, dort musste die unterste Reihe Latten ebenfalls ausgetauscht werden. Er nahm also die Maße und fuhr zum Baumarkt, ich blieb bei ihm im Haus und bespaßte meinen Sohn, seinen Sohn, seinen Neffen und später noch seine Tochter. Letztere wollte mich erpressen, in dem sie mir „Kitzel“ androhte, wenn ich sie nicht fernsehen lassen würde. Da ich das nicht ohne Rücksprache erlauben wollte, kam es zu einem handfestem Grangel und lautem Gebrüll und Gequietsche.

Die Kleine ist zwar gerade erst in den Kindergarten gekommen, hat es aber faustdick hinter den Ohren und auch schon ordentlich Power. So viel, dass davon mein Sohn wach wurde. Es dauerte noch eine ganze Weile, bis mein Freund vom Baumarkt zurück war. Inzwischen war auch seine Frau mit einer Freundin und zwei weiteren Kindern wieder eingetroffen.
Full House. Piet fand das alles total spanned.

Nach dem Mittagessen ging es weiter, das Material war inzwischen auch im Garten. Leider stellten wir bald fest, dass die als Ersatz gedachten Latten für die Laube nicht passten. Was nun?
Da weder mein Freund noch ich besonders tolle Handwerker sind, entschlossen wir uns für die pragmatische Methode, die untere Reihe einfach wegzunehmen und den Türholm samt Tür entsprechend zu kürzen. Die neuen Lattenwollten wir dann von innen als Verstärkung anbringen. In dem Moment, wo wir dies so besprachen, hegte ich erneut heftige Zweifel, ob wir das jemals wieder zusammenbekommen.

Wir arbeiteten bis zum späten Nachmittag, um Piet kümmerten sich die Kinder und natürlich auch die Frau meines Freundes. Mein Sohn zeigte dabei wieder sein bestes Benehmen. Am Ende stand die Laube wieder, das Kürzen der Tür war der letzte, große Arbeitsabschitt. Das ging gerade noch so gut, 3 cm mehr und wir hätten auch noch die Angeln versetzen müssen. Das Dach war nun merklich, genaugenommen 12 cm, niedriger. Unsere Konstruktion wird sicher nicht für die Ewigkeit halten, aber nach dem nächsten Kürzen kann man die Laube immer noch als Hundehütte verwenden, denn Hunde brauchen ja keine Türen.

Insgesamt hat die Aktion um die 100, 00 Euro gekostet, eine neue Laube wäre viel teurer gewesen. Gegen 17:30 Uhr packte ich Piet wieder ein, der roch nun merklich nach „fremder“ Frau und wurde daher heute direkt gebadet. Kaum im Wagen ging das Gebrüll los, er war abends nicht in sein Bett zu bekommen. Das waren wohl sehr viele Eindrücke für einen Tag.

Heute ist er dafür, bis jetzt, total tiefenentspannt.

Ein Gedanke zu „Not yet a dogs‘ home

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