Nein – nein – nein, auch nicht – neihein!

Endlich mal Ruhe

Endlich mal Ruhe

Jeder hat das Recht auf sein „Nein“, unser Sohn lernt das gerade intensiv, indem er einfach immer „nein“ sagt.

Wirklich immer. Dabei spielt es keine Rolle, was der Anlass ist:

  • Schuhe anziehen: „Nein“
  • Brötchen essen: „Nein“
  • Auf den Spieplatz: „Nein“
  • Geh in dein Zimmer: „Nein“
  • Setz dich beim Essen hin: „Nah-hein“
  • In dein Bett: „NEIN!“
  • Lass Mama und Papa mal in Ruhe einen Kaffee trinken, bitte: „Auch nicht“

Das ist auf Dauer anstrengend. Als vor einiger Zeit Freunde mit ihrem Sohn eine vergleichbare Phase durchmachten, dachte ich mir, man müsste vielleicht einfach die Frage anders stellen.

Dies war sehr naiv, wie so vieles, was Leute denken, die keine eigenen Kinder haben, oder Sozialpädagogen sind. Ich dachte, wenn man keine Frage stellt, bei der man ein „nein“ akzeptieren muss, dann wird es schon gehen. Sozialpädagogisch richtig sollte man natürlich dem Kind keine Frage stellen, auf die ein „Nein“ kommt, wenn man danach trotzdem macht, was man ohnehin vorhatte, also den Wunsch des Kindes einfach ignoriert.

Das „Nein“ des Kindes zu übergehen, nachdem es vorher um seine Meinung gefragt hat, ist also offenbar nicht die beste Lösung. Kann man sich als Erwachsener auch gut vorstellen:

„Möchten Sie gerne gekündigt werden?“ – „Nein!“ – „Das nehme ich hiermit zur Kenntnis, wir kündigen sie aber trotzdem.“

Da Ganze ändert allerdings nichts daran, dass die sozialpädagogisch richtige Variante, keine Frage zu stellen, sondern eine Ansage zu machen, auch nicht klappt.

Ich frage zwar nicht:

  •   „Möchtest du Baden?“ … „Nein!“
    sondern
  •  „Du gehst jetzt Baden.“ …  „Nein!“

Das ist ein wunderschönes Beispiel dafür, dass die theoretische Sozial-Pädagogik in der Realität auch nicht immer weiter kommt, als das instinktiv „falsche“ Verhalten von Eltern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.