Namen finden – Namen geben, klingt gar nicht so schwer.

Anfangs haben wir mögliche Namen für unseren Sohn  mit Freunden und der Familie offen diskutiert,  dann aber schnell festgestellt, dass dies keine besonders gute Idee ist. Also machten wir genau das Gegenteil, wir haben einfach mit niemanden mehr darüber gesprochen, auch nicht, als wir den Namen schon gefunden hatten.

Das hat die Menschen in unserer Nähe in den schieren Wahnsinn getrieben. Wir wurden regelrecht mit Fragen gelöchert. Freunde von uns haben meine Friseurin auf mich angesetzt, und die versteht ihr Handwerk. Wäre ich mit Ketten an den Stuhl gebunden gewesen, es hätte ein Verhör in einem russischen Spionagezentrum sein können.

Aber ich blieb standhaft und verriet nichts, selbst als meine 94 Jahre alte Omi ihre Trumpfkarte ausspielte:

Meine Omi: „Aber deiner Oma verrätst du doch den Namen eures Kindes, oder etwa nicht?“
Ich: „Nein, Oma, auch du musst warten.“
Meine Omi: „Und wenn ich jetzt sterbe, dann habe ich nie erfahren, wie mein Urenkel heißt.“

Den Namen zu finden war allerdings wesentlich schwerer, als diesen anschließend einfach keinem zu verraten. 🙂
Dabei haben wir es in Deutschland ja sogar recht einfach. In China ist es üblich, dass in einer Klasse mit dreißig Kindern, zehn den gleichen Nachnamen haben, da wird die Wahl des richtigen Vornamens zu einer Kunstform.

Wir haben es da deutlich einfacher, „Schüffelgen“ heißen in Deutschland nur eine Handvoll Familien, und da wir weder in Bonn, noch in Villip wohnen, dürfte unser Sohn in der Schule auf keinen Anderen mit diesem Namen treffen. 😉

Traditionell ist es ja absolut üblich, einen Namen aus dem eigenem Stammbaum zu wählen. Die Idee fand ich an sich gar nicht so übel, also flott in meinen Stammbaum bei myheritage.de geblickt.  Was haben wir denn da?

Peter (3x), Franz, Johannes, Theodor (2x), Maximilian, das hätte schlimmer kommen können. 😉

Immerhin, mit mir, neun Generationen. Aber irgendwie kamen wir davon ab. Um die Diskussionszeit untereinder zu verkürzen, stellten wir einige Regeln für die Namensfindung auf:

  1. Keinen Namen aus den Deutschen „Top Ten“ der letzten 10 Jahre
  2. Keinen Namen von Freunden, Verwandten und Arbeitskollegen
  3. Keinen Namen von Leuten aus unserer Schulzeit, die wir doof fanden
  4. Nur einsilbige Vornamen
  5. Keinen Namen der auf  „S“ endet oder mir „L“ anfängt
  6. Keinen Namen, den unsere Eltern nicht aussprechen können, zum Beispiel „Jean-Luc“
  7. Keine Doppelnamen

Eines abends sagte meine Frau: „Wie wäre es mit Piet?“
Ich antwortete mit: „Piet passt.“

Damit war die Namensfindung sehr früh abgeschlossen. Ein Patzer ist uns dann doch passiert.

Meine holländischen Verwandten sagten direkt:

„Pit, das ist ein holländischer Name.“
„Nee, nicht Pit der heißt Piet.“
„Ja genau, Pit wird Piet geschrieben“.

Naja, dachte ich, wir sind in Deutschland, hier wird „ie“ auch wie „ie“ ausgesprochen.

Denkste.

Heute traf ich meine, urdeutsche, Schwiegermutter im Krankenhaus:

„Nimmst du Pit Morgen mit nach Hause?“
„Christel, der heißt PIET.“
„Ja, sag ich doch, Pit.“

Soviel zu Regel Nummer 6. 🙂

2 Gedanken zu „Namen finden – Namen geben, klingt gar nicht so schwer.#8220;

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