Motiviert Antolin wirklich zum Lesen von Büchern?

Am letzten Elternabend kam die Klassenlehrerin des Kindes mit einem Passwortzettel daher, für „Antolin„. Ich musste mir das buchstabieren lassen, ich hatte davon noch nie gehört, zum Entsetzen einiger Mütter.

Mir wurde kurz das Konzept erklärt: Die Kinder sammeln durch Lesen und das Beantworten von Fragen Punkte für die Klasse und die Schule und sollen so zum Lesen motiviert werden.

Meine Antwort:„Oh, super, 10 Punkte für Gryffindor!“, kam leider nicht so gut an.

Da unser Sohn gerne liest, schauten wir uns das natürlich zu Hause an. Er war auch sofort hellauf begeistert und machte 100 Punkte in 30 Minuten, Jahresziel für die erste Klasse erfüllt.

Das ist ja eine super Motivation, denn jetzt muss er nichts mehr tun.

Die Bücher aus der Bibliothek der Schule sind in Antolin vorhanden.

Antolin ist sicher eine gute Möglichkeit, Kinder an das Arbeiten und den Umgang mit einem Personal Computer heranzuführen. Es ist eine echte Anwendung und der Zeitaufwand ist überschaubar.

Auch die meisten Bücher in seinem Bücherregal sind in Antolin enthalten.

Wir waren auch überrascht wie viele Bücher in der Datenbank erfasst sind, daher konnte unser Kind auch so viele Fragen beantworten. Seine Lieblingsbücher waren alle vorhanden.

Bei „Amazon“ kann man sich übrigens über die Suche gezielt Bücher anzeigen lassen, die bei „Antolin“ gelistet sind und zum Lesestand des Kindes passen.

Als Motivation zum Lesen hat unser Sohn das Quiz passend zu den Büchern allerdings bisher nicht begriffen, glücklicherweise ist das auch nicht nötig, er liest ja gerne freiwillig und mit steigendem Interesse, manchmal auch zum Leidwesen der Eltern. Im Auto wird jedes Schild an dem vorbei gefahren wird laut vorgelesen. Jeder Werbespruch auf Firmenwagen, die einem begegnen, wird demonstrativ vorgetragen, das ist sicher eine tolle Übung, kann aber auch echt anstrengend werden.

  • „Haaanzz Mei-er – wiiiir pumpen sie ab.“
  • „Ma-ax Müller – hier wer-den sie ge-ge-dubelt, ne dübelt.“

Auf diesem Wege bieten sich anschließend völlig neue Fragehorizonte und unerwartete Sexismus-Debatten mit dem Sechsjährigen: „Papa, da steht was von Hammern, Nageln und Rohr verlegen, aber wieso ist da ne Frau im Badeanzug drauf?“

Tja.

Davon abgesehen scheinen ja alle total begeistert von Antolin zu sein, auch wenn ich den Mehrwert aktuell für uns noch nicht erkennen kann. Die Schulbibliothek  ist da auf jeden Fall hilfreicher, um den Lesehunger des Kindes zu stillen, ohne dabei arm zu werden. Natürlich achten wir nun darauf, dass diese Bücher bei Antolin auch erfasst sind. Die Beantwortung der Fragen kann schon als Belohnung verkauft werden, an die Computer kommt der Sohn bisher sonst nicht ran. Ich bin gespannt wie sich das in einem Jahr darstellt.

Für mich ist daher „Antolin“ eher eine gute Möglichkeit der Medienerziehung und für das arbeiten Lernen des Kindes mit dem PC. Die Punktevorgabe der Schule, die man benötigt, um eine Urkunde zu erhalten, war für uns jetzt eher hinderlich. Nebenbei kostet es die Eltern einige Zeit extra, denn alleine darf das Kind sicher nicht an meine Kiste. Zu dem Aufwand gemeinsam zu lesen kommt nun obendrein das Quiz im Anschluss, ob der Zeitmehraufwand gerechtfertigt ist, muss sich für mich jedenfalls erst noch zeigen.

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