Der Brechdurchfall

Am Montag begann es völlig ohne Vorwarnung, ich hatte gerade im Baumarkt neues Katzengras gekauft, als unser Sohn auf dem Weg nach Hause auf der Rückbank anfing zu röcheln und zu würgen.

Dank des neuen Kinder-Autositzes konnte ich im Rückspiegel erkennen, dass es ernst war. Dennoch brauchte ich zu lange den Wagen anzuhalten. Das Kind göbelte auf den wunderbaren, niegelnagelneuen Recaro Young Sport. Einen Teil konnte noch nach draußen abgeleitet werden, aber dem Sohn ging es wirklich dreckig. Zum Glück waren wir mit dem Wagen meiner Frau unterwegs, als erfahrene Außendienstlerin hat sie immer eine Packung Einweg-Wischtücher im Auto. Mit diesen Tüchern wurde unser Kind wieder vorzeigbar gesäubert, so dass ich doch noch zum Supermarkt fahren konnte. Dachte ich.

Auf dem Rückweg das gleiche Spiel noch einmal, mit dem Unterschied, dass er diesmal nicht im Kindersitz saß, denn der war ja voll gekotzt, sondern im Maxi-Cosi, der zum Glück auch noch im Wagen war. Ich liebe Familienkutschen
Leider war nun auch der Maxi-Cosi von oben bis unten versaut, super. Das gibt reichlich Arbeit. Zu Hause wurde der Sohn abgebraust und neu eingekleidet.

Wir übrigens auch, denn er hatte meiner Frau, gerade angekommen, einen super Empfang bereitet. Mal sehen, ob ich die Jeans wieder sauber bekomme.

Das ging den ganzen Tag so weiter, bis ca. 16:00 Uhr hatten wir ungefähr 10 Kleidungswechsel hinter uns, in der Mittagspause erwischte es meine Frau, später dann mich. Abends schien alles wieder O.K. zu sein, meine Frau flog direkt am nächsten Morgen sehr früh auf eine Geschäftsreise. Ich fuhr, wie immer dienstags, zum Babyclub, denn die Lage hatte sich ja offenbar beruhigt, Durchfall hatte unser Kind in der Nacht nicht gehabt, daher ging ich von einer kleinen Magenverstimmung aus. So was soll ja öfter vor kommen.

Kaum vom Babyclub in Dormagen zurück, begann Runde zwei. Moment, dachte ich, den Geruch kenn ich doch? Ein Blick in die Windel brachte Gewissheit, es ist doch Brechdurchfall. So eine Scheiße.

Also Atemschutzmaske raus gekramt und los geht es, einmal frische Granitur für meinen Sohn. Gerade fertig entlud er seine Dankbarkeit auf meine Klamotten.

Einmal frische Garnitur für mich.

Seit Montag mache ich eigentlich nichts anderes mehr, als meinen Sohn und mich umzuziehen und eine Maschine nach der anderen Wäsche zu waschen. Oh, dabei fällt mir ein, dass ich eine noch unten habe, wo das Bettzeug drin ist. Das hatte er letzte Nacht neu dekoriert.

Ich bin mit den Nerven zu Fuß, hoffentlich geht es im Morgen wieder besser. Das neue Katzengras kam übrigens super bei Kimba an, zum Dank kotzte sie mir danach auf das Kuschelschaf.

Da unser Kinderarzt diese Woche Urlaub genommen hat und somit seine Praxis geschlossen blieb, unser Kind aber auch nach Tagen immer noch Brechdurchfall hatte, sind wir heute Morgen dann doch mal in die Notdienstpraxis des Lukas-Krankenhauses gefahren. Genauer gesagt zum „PaedNetz“, einem Teil der Kinderklinik. In diesem Krankenhaus wurde er geboren.

Es war dort reger Betrieb und wenn das Kind vorher noch nicht wirklich krank gewesen ist, danach ist es das auf jeden Fall. Vor uns Scharlach, hinter uns Röteln und neben dran kleine Schniefnasen mit großen, roten Augen. Da kann man schon Mitleid bekommen. Nach kurzer Wartezeit waren wir schon dran, der Arzt warf einen Blick auf den Sohn und sagte kurz heraus: „Da muss der durch.

Ergänzend fügte er hinzu: „Ich könnte ihnen was aufschreiben, aber das hilft alles nicht.“

O.K., nach wenigen Minuten saßen wir wieder im Auto, genauso schlau wie vorher. Irgendwie ist das immer so, wenn wir zum Kinderarzt fahren. Also haben wir auf Hausmittel zurückgegriffen, im Drogeriemarkt Elektrolyt-Pulver und Traubenzucker gekauft und unseren Sohn so mit reichlich Flüssigkeit versorgt.

Ein Gedanke zu „Der Brechdurchfall

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