Modernisierung 60er Jahre-Haus: Bald geht es los

Auch wenn die Schlüsselübergabe noch nicht stattgefunden hat, die Planungen für die Modernisierung des Reihen-Mittelhauses aus den 60ern nehmen merklich Fahrt auf. Die ersten Handwerker sind bestellt, für den Innenausbau ist soweit alles geklärt, bei der energetischen Sanierung sieht die Sachlage allerdings anders aus.

Einen Teil des bereits geplanten Innenausbaus und der Renovierung ist auch gleichzeitig energetische Verbesserung. Wir werden auf jeden Fall die Heizkörper-Nischen zumauern und statt der Konvektions-Heizkörper auf Typ E10 mit hohem Wärmestrahlanteil umstellen. Die Nischen werden mit massiven Kalksandsteinen ausgefüllt, laut Baubeschreibung wurden damit auch die Außenwände erstellt, die Innenwände sind wohl Bimsstein oder Porenbeton, was auch baujahrtypisch ist. Die stylischen 60er Jahre Heizkörper-Verkleidungen aus Holz werden aber weichen müssen.

Was die restliche Sanierung angeht, stellen sich mir bei der Kalkulation erhebliche Probleme in den Weg. Überall im Internet heißt es, dass die Häuser aus den 60er Jahren Energiefresser sind. Interessanterweise gibt es dazu aber kaum Verbrauchswerte. Im besten Fall nur theoretische, die dann bei utopischen 300 kWh oder mehr je m² liegen. Der uns vorliegende Ernergieausweis für das Haus geht von errechneten 151,71 kWh/m² für die Heizung aus (Primärenergiebedarf 189,4). Echte Verbrauchswerte finden sich im Internet jedoch kaum, dafür reihenweise Aussagen, wie viel das Dämmen denn gebracht hat, nur ohne Werte dabei, also für mich wertlos.

In dem Haus sind noch Fenster mit Einfachverglasung, an der Südseite aus Kunststoff, an der Nordseite aus Holz, sogar noch mit Hebelmechanik, die jedoch top in Schuss sind. Jeder Fensterbauer sagt natürlich, die sind oll und müssen dringend raus. Die vermutete Einsparung liegt bei 5% im Jahr der Heizkosten, das würde sich auf jeden Fall lohnen. Offenbar bin ich zu doof dafür, denn wenn ich mit dem Wert aus dem Energiepass rechne, der vermutlich sogar zu hoch ist, ergibt sich ein Einsparpotential von 114,54 Euro im Jahr. Die Lebenszeit moderner Fenster beträgt offiziell ca. 30 Jahre. Energetische Sanierungen SOLLEN sich aber, dies sagt die ENEV zumindest, innerhalb von 10 Jahren lohnen, sonst darf man die getrost sein lassen.

Zusammengefasst: Auf 10 Jahre gerechnet dürfen alle neuen Fenster (16 Stück, davon eine Panorama-Scheibe) zusammen 1145,00 Euro kosten, auf 30 Jahre gerechnet demnach 3436,00 Euro. Selbst wenn ich Annehme, dass sich sie Heizkosten in den nächsten 15 Jahren verdoppeln, habe ich nur die gleiche Summe als sinnvolle Investition zur Verfügung. Für knapp 4000,00 Euro bekomme ich aber ganz, ganz sicher keine neuen Fenster, egal ob Holz vom Tischler, Alu vom Fensterbauer oder Kunststoff aus dem Baumarkt.

Auf die kommenden Angebote der Fensterbauer und Tischler bin ich wirklich gespannt. 😉

Ähnlich verhält es sich bei der Dachdämmung und der Fassadendämmung, die bei uns aber eh erst später auf dem Programm ständen. Wir werden vielleicht einen Winter ohne neue Tür und ohne neue Fenster heizen und zuerst einmal schauen, was wir wirklich an Öl durch die Heizung jagen.

 

5 Gedanken zu „Modernisierung 60er Jahre-Haus: Bald geht es los#8220;

  1. Inzwischen haben wir erfahren, dass der Gesamternergiebedarf der Vorbesitzerin bei echten 130 kWh/m² lag, damit haben sich praktisch alle weiteren energetischen Sanierungsmaßnahmen erledigt. Der Heizerngeriebedarf dürfte daher bei ca. 110 kWh/m“ liegen. Eine neue Haustür ist aber leider fällig.

  2. Hallo, (Jahre später) finde ich deinen Eintrag. Mich interessiert: Hat sich der Wert von 130 oder bis zu 300 kWh je m² *a bestätigt? Wieviel Quadratmeter Wohnfläche und Öl oder Gasheizung? Wir haben eine (vermutlich geschätzte) Angabe von 364 kWh je m² *a auf 165qm, was auf einen utopischen Ölverbrauch von 380 € im Monat hinausliefe (zum Vergleich der jetzige Verbrauch an Gas 150€ auf der gleichen Fläche). Das Ganze bei Bj 1959, z.T. ausgefüllten Nischen, Heizung vonn 2003 Viessmann Vitola 200 und kompletter Doppelverglasung von 1981 und massiver Haustür. Was sind die aktuellen Erkenntnisse? Danke + Gruß A Bourgeois

    • Hallo, wir haben nun drei Winter geheizt und der Öl-Verbrauch liegt recht genau bei dem, was wir erhofft haben. Die alte Öl-Heizung haben wir noch, aber die Heizkörper wurde alle auf T10 oder T11 getauscht. Wir arbeiten mit einer Vorlauftemperatur von deutlich unter 50c°. Das Haus kommt so auf ca. 21c° unten /20c° oben, für mehr Wärme im Erdgeschoss heizen wir mit dem Holzofen zu, im ganzen Winter ca. 1 Raummeter, also nicht viel, umgerechnet wären das wohl ca. 60 Liter Öl extra, würden wir die Temperatur über die Heizung erhöhen, der Ofen ist mehr für das Gefühl, könnte aber auch die Bude komplett heizen.

      Gebäudenutzfläche 204 m2, Wohnfläche 151 m2, alles beheizt.

      Langer Rede, kurzer Sinn: 80 kWh / qm2 bezogen auf die gesamte Fläche, wird nur die Wohnfläche berücksichtigt sind es 110 kWh. Die Werte sind nicht offiziell berechnet, aber zeigen deutlich, wo man landet.

      Der Energieausweis (berechnet) ging von 190 kWh/m2 aus, da liegen wir deutlich drunter.

      Wir haben nur kleine Veränderung gemacht, neue Fenster, die Tür überarbeitet, Heizungsnischen zugemacht und eben die Heizkörper getauscht, sonst haben wir nichts verändert, also keine Dämmung dazu.

  3. Ich bin gerade dabei auch ein 60er Haus zu sanieren, bei mir ergibt sich die Frage ob es 3-fach oder 2-fach verglaste Fenster sind? Vielen Dank

    • Wir haben uns für 2-Fach entschieden, im Erdgeschoss wäre auch noch 3-Fach sinnvoll gewesen, man muss aber stets den U-Wert im Auge haben, die Wände sollten besser sein, als die Fenster, sonst kann es gammeln.
      Wir haben das Haus auf deutlich unter 100KW je qm bekommen (ca, KW90) , ohne Fassaden oder Dach-Dämmung.
      Der Mehrpreis für 3-Fach lohnt vermutlich nicht, ist natürlich vom Objekt abhängig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.