Mit Pauken und Röhrchen

Ein Jahr lang haderten wir mit der Entscheidung, Paukenröhrchen für unser Kind oder nicht. Der Kinderarzt schob die Verantwortung auf den HNO, der wollte erst wieder eine Weile beobachten, aber als unser Sohn bei der zweiten U-Untersuchung in Folge durch der Hörtest viel und dies sehr deutlich, wollten wir es auch geregelt haben.

Über Paukenröhrchen und einen chronischen Paukenerguss an sich möchte ich gar nicht weiter schreiben, die Seiten dazu im Netz sind vielfältig und umfassend, die Kritiker sind natürlich auch überall anzutreffen. Bei unserem Sohn gab es kein Sprachdefizit, da mussten wir sehr viel Geduld für aufbringen, Vorlesen, deutlich sprechen, laut sprechen, mit Augenkontakt sprechen, kein Dialekt sprechen.

Watt fürn Dialekt?  Sinwadoch ausm Rheinland, oder nich? Und dat och noch in Mönschengladbach

Wir wussten aber auch, sobald es irgendwo Nebengeräusche gab, war es vorbei mit Hören. Für die Schule würde das im Chaos enden, da waren wir sicher.

Im Alltag machte sich seine Schwerhörigkeit an vielen kleinen Dingen bemerkbar, die einen wirklich Nerven kosten konnten, Außenstehende warnten uns nicht selten vor der berühmten „Brüllfalle“, aber es ging oft wirklich nicht anders.


Er hörte einfach kein Stück, seine Hörleistung betrug teilweise nur noch 20%, wobei insbesondere tiefe Töne keine Chance mehr hatten, zum Beispiel meine Stimme.

Das machte mich oft irre.

Am Mittwoch wurde er dann operiert. Die zweite Vollnarkose in seinem Leben. Er war wirklich tapfer, wenn auch emotional in den Stunden danach ein wenig, sagen wir, schwankend, irgendwo zwischen „total gut gelaunt“ und „totale Depression“. Direkt nach der OP hat er was gejammert, vor allem wegen Halsschmerzen, der nette Narkose-Arzt hatte uns gewarnt, dies läge an der Inkubation. Andere Kinder litten hörbar mehr, als wir im Vorraum warteten, brüllte nebenan ein Junge sicherlich an die 30 Minuten fürchterlich, da hatte unser Sohn aber schon eine Dröhnung „roten Saft“ bekommen, so dass er es glücklicherweise nicht mitbekam. Meine Frau und ich schauten uns regelmäßig besorgt an, denn das Gebrüll war fürchterlich und wir erwarteten daher nicht weniger für unser Kind.

Heute war dann aber schon wieder alles wieder O.K., auch gestern ging wirklich gut vorbei, da kannten wir schlimmeres. Auf ein paar kleine Nebenwirkungen der Operation waren wir aber nicht vorbereitet:

Jetzt werden wir eine Weile damit leben müssen, aber die Vorteile überwiegen wohl schon am ersten Tag. Aber andere Eltern-Blogger haben das mit ihren Kindern auch schon durch.

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