„Mädchen-Mädchen“

Es war „Spielzeugtag“ im Kindergarten, da musste natürlich die Sing-Elsa mit.

Als unser Sohn wieder zu Hause war, fragten wir ihn, wie der Tag gewesen wäre. Laut eigener Aussage hat die „Cars-Ninja-Star-War-Jungs-Clique“ den ganzen Tag „Mädchen-Mädchen“ hinter ihm her gerufen. Als wir das hörten, tat uns das natürlich auch weh.

Kinder können grausam sein, aber wer ist eigentlich Schuld an den Stereotypen?

Unser Sohn scheint das Mobbing nicht allzu sehr mitgenommen zu haben, mit den Jungs aus dieser Gruppe spielt er nicht (warum auch) und seine Freundinnen hatten ebenfalls ihre singenden Elsa-Puppen dabei, die Erzieherinnen waren am Nachmittag auch sichtlich mit den Nerven am Ende.

Zu Hause reicht mir bereits eine davon vollkommen aus. 😉

Jetzt, wo unser Kind gegen sämtliche Stereotypen „verstößt“, fällt mir erstmals auf, wie viele davon im Alltag überall lauern, auch für Erwachsene versteht sich.

Heute beim Sport habe ich zuerst das „Butt-Camp“ von David Kirsch mitgemacht, es erinnerte mich sehr stark an das Karate-Aufwärmtraining von früher. Warum das Programm von McFit gegendert wurde, wissen die vermutlich selbst nicht. Der Kurs richtig sich ganz offiziell an Frauen und David Kirsch spricht die Teilnehmer immer mit „Ladies“ an, was bei den zumeist weiblichen Teilnehmern im Kurs immer zu Kicher-Attacken führt, wenn ich dabei bin.

Als ich dann auch noch den „Yogates“-Kurs mitmachte, waren die Frauen völlig fertig mit den Nerven. 🙂

Ein Mann der Yogates, eine Mischung als Yoga, Pilates und Tai-Chi, mitmacht, der kann doch wohl nicht ganz richtig sein. Ich habe die Verwunderung nicht verstanden, denn ich habe früher sowohl Yoga und Tai-Chi gemacht, neben Voll-Kontakt-Karate und Jiu-Jitsu. Warum auch nicht?

Es gibt von David Kirsch auch einen Kurs, der sich offiziell an Männer richtet, das scheint die Frauen aber auch nicht zu stören, denn die sind, immer wenn ich mal einen Blick riskiere, eindeutig in der Mehrzahl. Ich finde, diese Unterscheidung sollte man einfach sein lassen, die macht keinen Sinn. Aber es ist ein gutes Beispiel für Stereotypen im Alltag, die sich leicht vermeiden ließen.

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