Macgyver it

Es passierte unerwartet, aber nicht zum ersten Mal, unser Sohn stand vor mir mit einem Spielzeug in der Hand und einer klaren Aufforderung auf den Lippen:

„Papa, kannst du das bitte reparieren?“

Klar, Väter können ja fast alles reparieren. Ich bewaffnete mich mit einem Schraubenzieher und sah mir den Patienten genauer an. Es war die Pump-Feuerwehr, die echtes Wasser spritzen kann, die Feder der Pumpe war hinüber. Leider war recht schnell klar, an den Pumpenkasten ist kein drankommen, der ist aus Plastik und komplett verklebt. Keine Chance.

„Ich kann das nicht reparieren, die Pumpe ist wohl wirklich kaputt.“

Diesen Satz wollte unser Kind so nicht akzeptieren:

„Papa, du kannst das, vielleicht versuchst du es mal mit Klebeband.“

„Nein, mit Klebeband funktioniert das ganz sicher nicht, die Feder ist doch kaputt.“

„Dann mach ich das eben selbst.“

Und schon rannte er los, das Tesaband holen, schnappte sich die Feuerwehr und verschwand. Einige Zeit später tauchte er strahlend wieder auf:

„Sieh mal Papa, ich hab das repariert!“

Das Ergebnis wäre eine Erwähnung bei „macgyver it“ wert, vor allem, wenn man das Alter des Konstrukteurs bedenkt.

Der Witz ist, es funktioniert tatsächlich.

Pumpe repariert, mit Klebeband

Pumpe repariert, mit Klebeband

Die Uroma von unserem Sohn machte das auch so, die ist aber schon lange tot geblieben und hat es ihm ganz sicher nicht beigebracht.

Dort wurde grundsätzlich alles mit Klebeband repariert:

  • Mülleimer
  • Türklinken
  • Toilettenbürsten
  • Staubsauer
  • Kehrbleche
  • Werkzeug

Können solche Angewohnheiten genetisch übertragen werden? Ich habe hier auf jeden Fall noch nie etwas mit Klebeband instand gesetzt.

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