Kindergartenplatz?

Morgen erfahren wir, ob Piet in unserem „Wunschkindergarten“ unterkommen kann. Für ihn (und auch für mich) wäre das eine tolle Sache, wir merken seit einiger Zeit deutlich, dass er mehr Erfahrungen mit anderen Kindern sucht. Eine lange Eingewöhungszeit wird er wohl kaum benötigen, die Loslösgruppe bei uns vor Ort war ja ein voller Erfolg.

Der Kindergartenplatz in Mönchengladbach ist mit ca. 450 Euro im Monat ähnlich teuer wie in Neuss, in Viersen wäre es erheblich preiswerter gewesen, in Düsseldorf sogar kostenlos. Leider ist es ja nicht ohne weiteres möglich, sich einen Kindergartenplatz auszusuchen. Da das Leistungsangebot unglaublich unterschiedlich ist, aber der monatliche Betrag immer der gleiche, kommt mir das irgendwie nicht richtig vor.
Das System funktioniert vermutlich nur so lange gut, wie es zu wenig Plätze gibt. Daher ist das Bestreben nach einer wirklich ausreichenden Zahl an Plätzen von Seiten der Komumen auch offenbar sehr begrenzt, denn dann würde man vielleicht an den Belegungsquoten ablesen können, welcher Kindergarten tatsächlich etwas taugt. Das geht natürlich nicht.

Hinzu kommt, so wird einem schnell klar, dass es in Wirklichkeit nur 45-Stunden-Plätze gibt. Weniger Stunden bedeuten weniger Geld für den Kindergarten, dann soll man doch bitte woanders anmelden, bei 20 Stunden braucht man sich gar keine Hoffnungen machen, die werden eigenlich nie vergeben. Das würde bedeuten, dass man irgendwo einen „zumutbaren“ Platz angewiesen bekommt, der kann dann auch mal eine Autostunde entfernt sein. Also haben wir auch einen 45-Stunden-Platz beantragt. Den gibt es aber nur, wenn beide Eltern arbeiten gehen.

Als Tagesvater bin ich selbstständig, gleiches gilt für das Bloggen, welches ich auch beim Finanzamt als Beschäftigung angegeben habe. Die Anmeldung war daher kein Problem, denn einen Arbeitsplatz muss ich auf diese Weise nicht nachweisen. Käme nur eine sozialversicherungspflichtige Stelle für mich in Frage, wäre das ein echtes Hindernis, denn wie soll man sich bewerben, ohne zu wissen, welchen Platz man wo bekommt?

Steckte ich nicht mitten drin, könnte ich über diesen Unsinn vielleicht lachen.

5 Gedanken zu „Kindergartenplatz?#8220;

  1. Es ist einfach erbärmlich für Deutschland! Man SOLL einen Platz mit einer 45 Std. Woche nehmen? Was ist, wenn zum Bsp. die Frau/Mann die vorher die Erziehung übernommen hat garnicht arbeitet? Oder man von vornerein nur einen 25 Std. Platz will?! Die konnte man vor ca. 25 Jahren überall finden, heute muss man geradezu suchen.

    Was mir (da wir auch gerade mitten drin stecken) sehr auf den Magen schlägt: Wir (Kind Ü3) müssen um einen Platz bangen, während die ganzen U3 Kinder die Plätze „belegen“…da kann doch was nicht richtig sein! Sind wir verdammt dazu, ewig zu arbeiten und unser Kind (und damit die Erziehung) am besten von Geburt an in Hände Anderer zu geben?! Wo leben wir denn??? In einem freien Land…mitnichten!

    • Das Problem mit den U3-Kindern, die den Ü3-Kindern die Plätze streitig machen, habe ich hier im Blog auch schon mal angesprochen. Als Tagesvater war ich davon direkt betroffen, denn die Kinder, deren Eltern ein U3-Platz im Kindergerten angeboten wurde, kamen ja meist nicht von zu Hause, sondern aus der Tagespflege. Die Tagesmütter und -Väter hatten dann plötzlich kein Einkommen mehr, obwohl beide Betreuungsformen auf dem Papier gleichberechtigt sind. Die Jugendämter haben aber bei uns ganz offen die Kindergartenplätze bevorzugt, für die hatte die Komune schließlich Geld ausgegeben, die sollten nun auch alle belegt werden. Vorher waren die Kindertagespflegepersonen gerade recht, um die Quote zu erfüllen.
      Die Eltern konnte ich jederzeit verstehen, ich hätte es auch so gemacht, haben wir aber nicht. Jetzt haben wir das gleiche Problem wie ihr.

  2. Pingback: Zu alt für den Kindergarten | Vollzeitvater

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