Kinder trauern anders, wenn ein Haustier stirbt

Kimba am Tag vor ihrem Tod

Als unser Kind geboren wurde, war Kimba bereits längere Zeit Teil unserer Familie. Viele im Bekanntenkreis waren damals der Meinung, dass eine Katze in der Schwangerschaft zu gefährlich wäre und auch später eine Gefahr für die Kinder darstellen würde. Auch für die Kindertagespflege wurden Katzen als Haustiere heftig diskutiert: Tiere in der Kindertagespflege – Ein Hygiene-Problem?

Wie die Realität damals aussah, kann man zum Beispiel im Artikel „Leck mich“ nachlesen, oder auch im Artikel „Tapfere Katzen gibt es nicht nur in Stiefeln

Unsere Katze adoptierte unseren Sohn direkt nach der Geburt, hat sich stets um ihn gekümmert, ihn gut erzogen und im nie weh getan. Sie haben Spielzeug und Kuscheldecken geteilt, später waren abgelegte Kleidungsstücke des Sohnes begehrte Schlafplätze beim Vierbeiner. Die Katze hatte sicherlich sehr großen Einfluss darauf, wie unser Kind mit Tieren umgeht.

Gerne zusammen anzutreffen

Über das letzte lange Wochenende verweigerte Kimba dann jegliche Nahrung. Die Katze hatte bereits in den letzten Monaten nur noch sehr wenig zu sich genommen und hatte sich im Gewicht praktisch halbiert. Zuerst führte dies zu einem zweitem Frühling, denn mit weniger Gewicht waren wieder längst vergessene Fähigkeiten zurück gekehrt, Kimba hatte sichtlich Spaß am Leben.

Selbst am Sonntag genoss sie noch das schöne Wetter und räkelte sich in der Sonne, abends verbrachte sie die meiste Zeit auf uns. Am Montag zog sie sich plötzlich zurück, wollte nur noch draußen im Garten sitzen, dies tat sie dann auch über Stunden im strömenden Regen. Das konnten wir nicht mit ansehen. Direkt nach dem Wochenende fuhren wir zum Tierarzt, uns war irgendwie bereits recht klar, dass wir unser Haustier nicht mehr lebend mit zurück nehmen würden.

Der Arzt stellte einen großen Tumor fest, vermutlich Leber- oder Darmkrebs. Da war nichts mehr zu machen, wir hatten es befürchtet. Das ganze muss recht schnell passiert sein, denn ein Jahr zuvor war beim Tierarzt nichts aufgefallen. Für Katzen in in ihrem Alter keine ungewöhnliche Erkrankung mit Todesfolge, aber das ist dann auch kein Trost.

Wir nahmen Kimba wieder mit nach Hause, damit sich unser Sohn von ihr verabschieden konnte. Als er vom Kindergarten nach Hause kam, erzählten wir es ihm direkt. Er bekam einen regelrechten kleinen Schock und brauchte sicher 20 Minuten, um zu realisieren, was da gerade passiert ist.

Er hatte, was die Beerdigung anging allerdings, völlig andere Vorstellungen als wir. Er wollte seine Kimba gerne ausgestopft im Zimmer haben, um weiterhin mit ihr kuscheln zu können.

Nun ja. Auch wenn wir so was früher im Scherz gesagt haben, kam das dann doch nicht in Frage. Kimba bekam eine ordentliche Beerdigung.

„Aber da wird sie doch ganz nass, wenn es regnet.“

(Haustiere dürfen übrigens im Garten begraben werden, die Faustregel dafür lautet „Drei-Spaten-Tief“, also ca. 60 cm. Wir haben den Lieblingsplatz der Katze gewählt.)

Unser Sohn half bei der Beerdigung mit, das Grab hatte ich bereits zuvor ausgehoben, er deckte Kimba mit einem seiner T-Shirts zu und legte Blumen darauf und half anschließend das Grab zu schließen.

Dass Kimba beim Tierarzt gestorben ist, haben wir ihm nicht erzählt, wir wollten auch nicht, dass er dabei ist. Er sollte aber realisieren können, dass sein Haustier wirklich nicht mehr aufstand. Die Trauer war dann beim Kind anschließend auch recht heftig, aber viel schneller wieder verflogen, als bei meiner Frau und mir. Er denkt bereits über das nächste Haustier nach.

 

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