Kaffee-Kränzchen beim Jugendamt

Gestern war ich auf einer Informationsveranstaltung des für meinen Wohnort zuständigen Jugendamtes zum Thema „Qualifizierungskurs zur Tagesmutter oder zum Tagesvater“. Ein Kaffee-Kränzchen war es also streng genommen nicht, auch wenn es, zu meinem Glück, Kaffee und Plätzchen gab. Ohne Kaffee halte ich zur Zeit keine zwei Stunden durch, hoffentlich schläft Piet bald ein wenig länger.

„Jede Tagespflegeperson, die ein Kind mehr als 15 Stunden wöchentlich oder länger als drei Monate betreut, benötigt eine Pflegeerlaubnis, die die zuständigen Fachberater des Jugendamtes erteilen.
Voraussetzungen dafür sind u.a. ein Qualifizierungskurs für Kindertagespfleger und ein Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kinder.“ Stadtverwaltung Neuss

Dass ich überhaupt auf einer solchen Veranstaltung gelandet bin, habe ich einem Freund zu verdanken, der mir erzählte, dass Tagesväter dringend gesucht werden. Wir kamen darauf, weil ich mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit meinen alten Job und auch meinen alten Beruf mit dem Ende der Elternzeit nicht weiter sinnvoll wahrnehmen kann. Also suche ich schon jetzt nach Alternativen, denn Kinderbetreuung kostet ja auch Geld, das erst verdient sein möchte.

An diesem Vormittag waren fünf potenzielle Tagesmütter und Tagesväter anwesend, einschließlich mir, sowie drei Damen vom Jugendamt. Also sieben Frauen und ich. 🙂
Der politisch korrekte Begriff für diesen Job ist übrigens geschlechtsneutral, er lautet „Kindertagespflegeperson„, auch ein tolles Wort für das Spiel Hangman (Galgenmännchen).

Die Vorstellungsrunde war noch nicht beendet, da landete ich schon mit einer meiner Aussagen den ersten Volltreffer, denn ich war der Einzige, der nicht „Ein Herz für Kinder“ hat. Naja, natürlich liebe ich meinen Sohn, aber bisher waren mir Kinder von Freunden und Verwandten herzlich egal. Blöd nur, so was sollte man offenbar nicht unbedingt dem Jugendamt erzählen, wenn man später Kinder betreuen möchte.

Warum eigentlich nicht? Muss ich Kinder bedingungslos lieben, muss mein „Herz aufgehen„, so drückte es die Frau rechts von mir aus, wenn ich Kinder betreuen möchte? Vielleicht liegt es  schlicht daran, dass ich ein Mann bin und die ganze Sache etwas sachlicher angehe. Das ist ein Job und wenn er mir Spaß macht, wovon ich ausgehe, dann um so besser. An keinen Job der Welt muss man sein Herz hängen, damit man ihn gut machen kann, aber es hilft natürlich.
Wir werden sehen, zu dem Kurs habe ich mich auf jeden Fall angemeldet, Schaden wird es nicht.
Der erste Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kleinkinder ist sicher auch eine gute Idee.

Das Jugendamt gibt sich offenbar wirklich alle Mühe die Betreuungsqualität sicher zu stellen und steht auch später noch mit Rat und Tat zur Seite. Es gibt wesentlich mehr Zuschüsse und Unterstützungen, als ich gedacht habe. Seltsamerweise redet da sonst nie jemand drüber und ich halte mich für halbwegs informiert.

Bevor man den Kurs überhaupt antreten darf, kommt jemand vom Jugendamt vorbei und sieht sich bei uns zu Hause um. Anschließend wird ein ausführliches Gespräch geführt, um die Eignung zur „Tagespflegeperson“ festzustellen.
Der Kurs selbst beginnt im September und wird vom Familienforum „Edith Stein“ angeboten, bis dahin habe ich also noch etwas Zeit zum Aufräumen. 🙂

 

 

 

3 Gedanken zu „Kaffee-Kränzchen beim Jugendamt#8220;

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