Hilfe, mein Blog ist ein Unwort

Ich hatte mich letztens schon mit einigen Vorurteilen auseinander setzen müssen, die die Bedeutung von „Vollzeitvater“ betrafen. Es gibt dazu keine einheitliche Definition, und ganz ehrlich, ich habe den Namen für das Blog gut gefunden, insbesondere vor dem Hintergrund meiner Ausbildung zum Tagesvater. Ansonsten ist der Begriff „Vollzeitvater“ für  mich persönlich ein moderneres Wort als Ersatz für „Hausmann und Vater“, ich kenne aber auch Vollzeitväter, die sich so nennen, weil diese Vollzeit arbeiten und Väter sind. Soll doch dazu jeder denken was er will.

Heute bekam ich den Link zu einem Artikel von der FAZ:  Von „All-Nighter“ bis „Vollzeitvater“ Unwörter, die Karriere machen

Unter Vollzeitvater steht dort folgendes geschrieben:

„Wesen, das meist Vollbart trägt, weil es selten Kunden oder Kollegen begegnet, die es für sein Aussehen schelten könnten. Kennt anders als seine Frau alle Strophen von „Zehn kleine Indianer“ und weiß, um wie viel Uhr man im kinderfreundlichen Café einen Sitzplatz findet. Dreht das klassische Geschlechtermodell um: Nun ist er es, der sich beschwert, warum in Teilzeit keine Karriere möglich ist.“ Quelle: F.A.Z.

Warum nun „Vollzeitvater“ ein Unwort sein soll, ist mir nicht ganz klar, aber natürlich muss ich meinen Senf dazu geben.

„O.K., ich bin also ein „Wesen“, das passt ja zu meiner Vorliebe für Star Trek schon mal ganz hervorragend. 😉

Einen Vollbart habe ich nicht, wäre auch sinnlos, selbst nach Wochen mühsamen Züchtens sieht es nicht mal wie ein Drei-Tage-Bart aus. Wo ich Kunden und Kollegen treffen sollte, ist mir ebenfalls absolut schleierhaft, zu meinem letzten Leben, vor dem Vater sein, habe ich praktisch keinen Kontakt mehr. Das benannte Lied kenne ich, habe auch schon mal meine Variante davon hier im Blog beschrieben, kann es aber nicht auswendig, dafür bin ich in der Lage „Rapunzel“ fehlerfrei zu rezitieren und einen Maxi-Cosi mit verbundenen Augen in einem beliebigen Fahrzeug zu installieren.

Lesetipp auf Papa-Online: Du bist Papa, wenn…

Ich war noch nie, wirklich nie, mit meinem Kind in einem Cafe, was sollte ich auch dort, vielleicht ein paar „Latte-Macciato-Mütter“ treffen? In Teilzeit Karriere machen geht nicht, das war mir absolut klar, als ich Vollzeitvater wurde, ich habe mich aber nie darüber beschwert. Es ist einfach so. Punkt.

Das klassische Geschlechtermodell haben meine Frau und ich tatsächlich perfekt gedreht. Dabei fällt mir ein, dass ich sie noch fragen muss, ab wann wieder „Vater-Kind-Schwimmen“ am Samstag ist, das sollte sie nicht verpassen. 🙂

 

 

 

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