Gestern – Heute – Morgen

Kinder lernen die Uhr meist, bevor die Zeit verstanden worden ist. Kinder haben ein völlig anderes Zeitgefühl als Erwachsene, sie leben immer in der Gegenwart.

Kinder orientieren sich an Abläufen, zwar weiß unser Sohn nicht, wie lange 10 Minuten sind, aber wenn wir sagen, nach der Folge „Feuerwehrmann Sam“ gibt es Essen, kann er was damit anfangen.

Für Kinder unter sieben Jahren ist Zeit völlig abstrakt. Vergangenheit und Zukunft können Kinder daher meist erst im Kindergarten, üben muss man es aber trotzdem, ständig:

  • „Ist gestern heute Morgen?“
  • „Nein, heute ist das Morgen von gestern.“

Dann gibt es da noch die unterschiedlichen Auffassungen davon, wann etwas zu passieren hat:

  • „Gleich, mein Sohn.“
  • „Nein Papa, aber jetzt.“

Er weiß natürlich, dass mein „gleich“ viel zu lange dauert.

Gleich, bald, sofort, demnächst, später, nicht jetzt, nachmittags, morgens, wir Erwachsenen werfen mit vielen Worten um uns, wenn es um die Zeit geht. Selbst mir fällt es manchmal schwer, den häufigen Zeitreise-Folgen in typischen SiFi-Serien zu folgen, da wird es wirklich kompliziert, am besten macht man es dann so, wie Kindern auch Zeit vermittelt wird, indem man sich anzugewöhnt, in Tätigkeiten zu sprechen:

  • Nach dem Mittagessen
  • Wenn wir die Waschmaschine ausgeräumt haben
  • Wenn die Spülmaschine piepst und ausgeräumt ist
  • Wenn Papa den Kaffee ausgetrunken hat
  • Wenn Mama in das Büro geht
  • Noch dreimal schlafen

Nicht, dass es viel helfen würde, denn als Antwort kommt garantiert immer: „ABER JETZT!“

 

 

Ein Gedanke zu „Gestern – Heute – Morgen

  1. Ich spreche auch immer in Tätigkeiten zu meinem 3jährigen Kind. Ist für mich die einzige Art, die von meinem Kind verstanden wird. Auch wenn ihr „jetzt“ lieber wäre, versteht sie so doch, wann ich für sie Zeit habe.
    LG Petra

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