Flashed bei Musike

Schönes Wetter im September, das muss man nutzen.

Schönes Wetter im September, das muss man nutzen.

Der Kindergarten hat einige Nebenwirkungen auf unseren Sohn, die neuen Umgangsformen hatte ich ja bereits erwähnt, es ist aber noch einiges mehr.

Wenn ich den Racker aus dem Kindergarten nach Hause geholt habe, kann ich ihm keine Minute den Rücken zudrehen, ohne dass er irgendwas anstellt. Tendenziell war das vorher auch schon so, aber es hat doch tatsächlich noch eine neue Qualitätsstufe erreicht. Damit meine ich, das er mit Vorliebe Dinge tut, von denen er genau weiß, dass sie uns ärgern und die ihm natürlich ausdrücklich verboten sind. Seit er in den Kindergarten geht, provoziert er uns ganz zielgerichtet.

Kleines Beispiel:

Unser Sohn steht in unserem Schlafzimmer, ich creme mich gerade ein. Er hat bereits einige leere Creme-Dosen zum Spielen in seinem Zimmer. Die Dose, die ich gerade verwende, ist aber noch ganz voll.

„Papa, darf ich die Dose haben?“

„Nein, mein Sohn, aber wenn die leer ist, dann kannst du sie bekommen, jetzt nicht.“

Diese Aussage war ein fataler Fehler. Zwei Tage später, ich stehe gerade am Herd, höre ich meine Frau von oben, sagen wir mal „rufen“. Offensichtlich hat unser Kind wieder irgendwas angestellt. Ich höre eine hitzige Diskussion, was sonst eher mein Job ist. Noch hatte ich keine Ahnung worum es ging, aber es musste schlimm sein, ich traute mich nicht nach oben.

Unser Goldstück hatte sich meine Creme-Dose geschnappt und den Inhalt auf, Bett, Kopfkissen, Boden, Nachttisch, Wasserhähne, Spiegel, Türen und Krimskrams verteilt. Wer schon einmal versucht hat, eine Fettcreme von irgendetwas zu entfernen, weiß, warum meine Frau so geflucht hat. Das Beispiel dient nur der Veranschaulichung EINES Vorfalls.

Auf gut deutsch, wir halten es mit dem Kind in den eigenen vier Wänden kaum aus, draußen und unterwegs ist die meiste Zeit alles prima, aber die Annahme, dass unser Sohn nach dem Kindergarten die relativ kurze Zeit zu Hause „entspannt“ ist und keinen Unsinn mehr macht, war so daneben, wie Helene Fischer auf einem Jazz-Konzert.

Auf der Schaukel im Volkgarten Mönchengladbach

Auf der Schaukel im Volkgarten Mönchengladbach

Also sind wir wir zumindest am Wochenende immer unterwegs. Gestern zum Beispiel im Mönchengladbacher Volksgarten auf dem großen Spielplatz, die Welt war in Ordnung. Im Hintergrund spielte irgendwo eine Band, und das gar nicht mal so schlecht. Unser Kind wollte da gerne hin, also suchten wir den Ursprung. Es war ein öffentliches Konzert einer Band, die typische Songs der 60er bis 80er-Jahre spielten.

Der kleine Kerl war total hin und weg und wir hörten eine Stunde der Band zu. Er wippte im Takt und blieb eine Stunde auf seinem Platz sitzen. Unfassbar.
„Ich will das auch machen“, sagte er und auf Rückfrage erfuhren wir, er will ein Instrument spielen lernen. O.K., das hat mich wirklich überrascht. Ich hätte ihn nie freiwillig so was machen lassen.

Allerdings habe ich eine Ahnung, wer sich vielleicht über diese Aussage freuen wird.

P.S.: „Musike“ hat die Oma verbrochen, die fand das witzig, und wir versuchen unserem Kind nun beizubringen, dass es eigentlich „Musik“ heißt, ohne „e“.

Ein Gedanke zu „Flashed bei Musike

  1. …ja ja, die Welt ist klein. In der Band hat mein Chef mitgespielt, der ganz erfreut war, dass die Musik Piet gefallen hat. Mein Chef hat ein Talent dafür Kinder für Musik zu begeistern.

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