Es ist wieder „Kanöwal“

Unser Kind liebt Karneval und freut sich wochenlang darauf: Kostüme probieren, Schmink-Ideen finden, Haarfarben austesten.

Kanöwal am Rhein.

Hin und und wieder wünschte ich, ich könnte diese Begeisterung teilen.

Kann ich aber nicht. An Karneval würde ich selbst am liebsten nicht vor die Türe gehen, ich konnte es als Kind schon nicht leiden, geschminkt zu werden und mich zwangsweise zu kostümieren. Wenn überhaupt, dann aber nur, wenn es dazu Waffen gab. Das war leider mit meiner Mutter nicht zu machen, also war für mich schon als Kindergartenkind ganz klar: Karneval ist blöd.

Unser Sohn kommt aber überhaupt nicht auf die Idee, sich ein Kostüm auszusuchen, für das er dann auch Waffen bekommt.  Sein größter Wunsch in diesem Jahr: „Ich gehe als Prinzessinen-Tiger-Katze, aber mit Schwanz.“

Als er dann in die Schule aufbrach, fürchtete ich bereits, dass er wieder besonders auffällt und er den Tag über leiden muss.

Sein neues „Mädchenfahrrad“ erfreute sich erstaunlicherweise besonders bei den Jungen über großes Interesse, vielleicht sollte Bulls-Bikes das überflüssige Gender-Marketing einmal überdenken.

Hier waren meine Befürchtungen glücklicherweise unbegründet, ebenso bei seiner Kostümwahl, denn auf dem Schulhof angekommen folgte die positive Überraschung: Es gab nicht nur Elsa und KyloRen. Ganz im Gegenteil, die Varianz der Kostüme war einfach toll. Eine Gruppe Punkerinnen wartete bereits am Tor und begrüßte uns freudig, hinter uns kam Dumbledore (oder war es doch eher Gandalf?), dann noch Harry Potter, Lady Bug, Engel, Elfen, Orks, Vampire, Feen, Stormtrooper und viele mehr.

Der Besuch beim Karnevalszug war ebenfalls ein voller Erfolg, wir besuchen seit einiger Zeit einen kleineren Zug auf dem Dorf und nicht den großen in der Stadt. Seine Ausbeute konnte sich aber absolut sehen lassen, zusammen mit einer Freundin, die als Erdbeere verkleidet war, wurde am Nachmittag die Beute ausführlich sortiert. Die Traubenzuckerpäckchen mochte wohl keiner, da muss man dann natürlich „kreativ“ werden.

Die Eltern saßen gemütlich beisammen und tranken Kaffee, während die Kinder ruhig und friedlich oben spielten. Wir hätten darauf kommen können, dass da war im Busch ist.

Als der kleine Bruder des Besuchskindes dann bei uns aufschlug und freudig mitteilte, dass der Zuckerzaubertrank nun fertig sei, wäre vermutlich nur Professor Snape unbeeindruckt geblieben.

Im Kinderzimmer klebte alles, und wenn ich alles schreibe, meine ich auch alles: Das Bett, der Boden, die Schränke, die Stühle, das Spielzeug, jeder Stift – ALLES.

Schon erstaunlich, was man mit Traubenzucker alles klebrig machen kann.

Da die Kinder bereits selber merkten, dass dies vielleicht etwas zu viel der Matscherei war, wurde auch noch das Bad bei dem Versuch beklebt, die Verklebung des Kinderzimmers aufzuheben.

Nun gut. Ich wollte ja sowieso mal wieder renovieren und das Kinderzimmer streichen.

 

 

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