Eine Taschenlampe hat doch jeder, oder doch nicht?

Als wir unser Haus gekauft haben, war der vorhandene 3-zügige Schornstein ein wichtiger Aspekt  auf unserer Wunschliste, neben einem zusätzlichem Raum im Erdgeschoss und einem Grundstück mit ca. 400m² und einigen anderen Dingen. Ein Ofen war fest eingeplant, da unser Budget nicht unendlich war, mussten wir uns sozusagen zwischen neuer Küche und Grundofen (Systemofen, Kachelofen) entscheiden. Wir haben uns für den Ofen entschieden.

Da die vorhandene Heizung keinen nennenswert großen Wassertank hatte, verzichteten wir auf eine Wasserführung, etwas, was ich heute ein wenig bereue. Der Ofen sollte in der Lage sein, notfalls das Haus alleine halbwegs warm zu halten, wir dachten da vor allem an Stromausfälle im Winter oder ähnliches, an Heizöl- bzw. Gasmangel haben wir nicht gedacht. Die meisten unserer Bekannten haben uns damals für bekloppt erklärt, denn für den Preis des Ofens hätten wir halt wirklich eine ordentliche neue Küche kaufen können.
Mittlerweile denkt aber vermutlich niemand mehr, dass diese Investition eine blöde Idee gewesen ist.

Weihnachten im letzten Jahr, am 23.12.2021, hat unsere Heizung im Keller den Dienst quittiert, wir haben mehrere Tage lang unser Haus nur mit dem Ofen geheizt und es hat funktioniert. Der Brunner BSO 03 Systemofen ist Dauerbrand geeignet, die Speicherelemente haben ihren Zweck erfüllt. Ich war schon froh herauszufinden, dass unser „Notfall-Plan“ tatsächlich klappt.

Mittlerweile haben wir auch eine neue Heizung, eine Wärmepumpe wollte uns niemand verkaufen, also sind wir beim Öl geblieben, der Wassertank blieb aber klein, statt Photo-Solar wollte ich lieber PV auf dem Dach, vielleicht wäre beides doch besser gewesen, aber warten wir den Winter erst mal ab, vielleicht brauchen wir eine Photo-Solar-Anlage gar nicht wirklich. Der neue Wassertank ist zwar nicht riesig, aber es würde zumindest funktionieren.

Die Sanierung der Gaube ist abgeschlossen, die Photovoltaik Anlage ist auf dem Dach installiert.

Die neue Photovoltaik Anlage ist mittlerweile auf dem Dach, aber leider noch nicht angemeldet und angeschlossen, die Mühlen der Bürokratie mahlen gerade besonders langsam. Auf der aktuellen Wunschliste steht noch ein Akku-Speicher, aber der muss noch etwas warten.
Für dieses Jahr haben wir genug Geld investiert, jetzt muss sich zeigen, was das bringt, bevor wir weitere Schritte unternehmen.

Bekannte von uns haben nun plötzlich angefangen zu „preppern„, plötzlich möchte jeder Taschenlampen, Gasflaschen und mobile Koch- oder Heizgeräte haben. Im Handel sind viele Dinge schon lange nicht mehr zu bekommen. Da wir Camper sind, ist dieser Kram bei uns in ausreichender Zahl vorhanden. Wir waren daher sehr überrascht, dass Taschenlampen schwer zu bekommen sein sollten, denn eine Taschenlampe hat doch jeder, oder doch nicht? Dass wir schon seit Jahren Vorräte für 10 Tage haben, wurde oft belächelt, jetzt auf einmal nicht mehr.

Derweil habe ich eine weitere Regentonne installiert, nun haben wir drei, eine weitere soll noch folgen. Es wird meiner Meinung nach Zeit, dass wir aufhören, Regenwasser zu entsorgen, denn nichts anderes machen die meisten Kommunen bisher. Unser Nachbar war in diesem Sommer sehr erstaunt, wie lange wir mit den zwei Regentonnen auskommen, Nummer drei und vier wird dies hoffentlich noch verbessern. Unser Garten hat in diesem Jahr 7 m³ verbraucht, mit Pool. Unser Nachbar benötigte 35 m³, ohne Pool. Da lohnt sich eine Regentonne recht schnell. Wir wollen sogar noch einen drauf setzen und bei Stark-Regen Wasser zusätzlich automatisch in einen Tank pumpen, dies soll uns auch vor Wasser im Keller schützen, Win-Win sozusagen.

Es ist erstaunlich, wie sich innerhalb von nur wenigen Monaten so vieles ändern kann. Unsere Mini-PV-Anlage aus 2015 hat sich zwar schon längst bezahlt gemacht, aber mit den neuen Strompreisen von 0,50 Cent steigert sich die Amortisation auf ein neues Level. Die 500 Watt-Anlage erzeugt zwar nicht mehr 550kWh wie direkt nach der Installation, aber nach einer kleinen Reinigung schafft sie immer noch 400 Watt an guten Tagen, was in etwa 400kWh im Jahr entspricht, also spart sie uns immer noch 200 Euro im Jahr.
Neu hat diese Mini-PV-Anlage damals 900 Euro gekostet, heute bekommt man diese Plug+Play Installationen für das gleiche Geld aber mit mehr Leistung, 600 Watt sind es aktuell für zwei Module, mehr ist nicht erlaubt. Unsere wurde von einem Profi installiert, mit Wieland-Steckdose, diese Installation spart uns nun viel Zeit, denn wir können den neuen Wechselrichter direkt anschließen, wenn denn endlich die Genehmigung erteilt wird.

Wir warten nun seit 7 Monaten auf die Einspeisegenehmigung, dann muss noch ein neuer Zähler beantragt werden, dann muss die Anmeldung bei der Bundesnetzagentur erfolgen und erst dann werden wir Strom erzeugen dürfen. Das kann noch Monate dauern, was mich wirklich ärgert, denn die Anlage ist praktisch fertig installiert. Hier wird ungewollt (?) einiges an Entlastung für die Allgemeinheit verhindert, denn wir sind sicher nicht die Einzigen mit diesem Problem.

Die „neue“ Gaube fällt kaum auf, so war das auch gewollt, eine Aufsparrendämmung war leider nicht möglich, denn das Material, welches  ich eigentlich haben wollte, war nicht lieferbar, es wurde daher eine 28cm Mineralwolldämmung / Klemmfilz zwischen den Sparren, die vorhandene, von mir bereits erneuerte Dämmung aus 10cm Mineralwolle und dem ursprünglichem Heraklit blieb erhalten.  Für die zusätzliche Dämmung mussten wir  die Balken kaum erhöhen, da nach unten im Speicher genügend Platz vorhanden war, nur im vorderen Bereich reichte die Höhe nicht ganz. Statt der Schiefer-Eindeckung an den Seiten wurden es nun Alu-Profile, was aber kaum auffällt. Die Dacheindeckung mit Dachziegeln wurde entfernt und durch eine Flachdach-Deckung ersetzt, so hatten wir reichlich Reserven bei der Statik für die Installation der sechs PV-Module mit je  370 Watt. Die speziellen Befestigungen kosteten 360 Euro zusätzlich, der Dachdecker und zwei Auszubildende benötigen gut 3 Stunden für das Anbringen, der Elektriker dürfte, da die Kabel bereits vorhanden sind, in einer Stunde damit fertig sein, zusätzlich zu dem Papierkram. Die Solar-Pac 2220 Basic Solis hat uns vor sechs Monaten 2449 Euro gekostet, aktuell sind es bereits 2700 Euro und sie ist nicht lieferbar. Durch die lange Lagerzeit in unserem Keller haben wir zumindest kein Geld verloren.

Übersicht der Installations-Kosten:

  • Anlage 2449 Euro
  • Befestigung 360 Euro
  • Dachdecker 250 Euro
  • Elektriker ca. 250 Euro

Der Gesamtpreis liegt also bei rund 3300 Euro, wir hoffen auf einen Selbstverbrauch von 50%, so dass sich die Anlage in unter sechs Jahren amortisieren würde, vorausgesetzt der Strompreis steigt nicht weiter. Die Einspeisevergütung habe ich bewusst außen vor gelassen, theoretisch kommen so noch einmal 60 bis 70 Euro je Jahr dazu. aber das warte ich lieber ab.

Wir hoffen so, zumindest im nächsten Jahr, unsere Energiekosten im Rahmen zu halten, trotz Altbau.

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