Der neue alte Rechner, oder: Es war einmal eine T5500 Workstation für 10K-USD

DELL T5500 als Spiele-Rechner

Für viele Menschen ist ein Smartphone ein richtiger Computer-Ersatz geworden und ich muss zugeben, dass für viele tägliche arbeiten am PC selbst mir ein Netbook völlig ausreichen würde, aber eben nicht für alle. Außerdem benutze ich kein Smartphone, außer zum Navigieren beim Radfahren. 😉

Energetisch geht nichts über ein Laptop, außer einem vergleichbarem Mini-PC. Aber damit geht weder Bildbearbeitung, noch Video-Bearbeitung wirklich gut und auch nicht das Spielen aktueller Spiele, zumindest, wenn man kein Vermögen ausgeben möchte. Ich kaufe schon seit Jahren keine neuen PC mehr, sondern greife stets auf ausgediente Workstations zurück, die als Leasingrückläufer von großen Firmen abgeschrieben sind. Diese Systeme sind dann meist 5 Jahre alt, ich rüste den Rechner für meine Zwecke ein wenig um und habe so eine hochwertige Hardware für vergleichsweise wenig Geld.

In meinem Bekanntenkreis stößt das auf wenig Verständnis. Nichts ist doch älter, als der PC von gestern. Viele sind obendrein der Meinung, dass Workstations, die oft Server-Technik verbaut haben, nie gute Spiele-Rechner sein können. Ich vermute, das hängt stark vom Anspruch ab und natürlich kann ein mehrere Jahre altes System einem brandneuen Spiele-PC nicht das Wasser reichen, soll er auch gar nicht, er soll nur seinen Job möglichst ohne Murren machen, uns dies für möglichst wenig Geld.

Natürlich kaufe ich nicht irgendein altes Stück Technik, sondern ehemals High-End-Hardware, die immer noch die meisten aktuellen Consumer-Geräte locker in den Schatten stellen kann, wenn man sich etwas Mühe gibt. Nachdem mein aktueller Rechner in letzter Zeit einige Programme nicht mehr ordentlich ausführen wollte (100%-Auslastung der 8×1,8 GHz Prozessoren-Kerne), dachte ich dann doch mal über einen Gerätetausch nach. Mein aktueller DELL Precision 690 ist aus dem Frühjahr 2007, also nun beinahe 10 Jahre alt. Er läuft immer noch wie eine Eins, allerdings kommt er bei Photoshop, trotz 18 GB Ram und SSD, mittlerweile arg ins Schwitzen. Spiele wie Galactic-Civilisations III sind kaum lauffähig (GTX 1060). Er hat mir seit 2010 für damals 250 Euro gute Dienste geleistet.

Vor einigen Wochen habe ich dann einen würdigen Nachfolger gefunden, wieder eine alte Workstation, einen DELL T5500 von Ende 2010. Mit zwei X5570 XEON-Prozessoren (8×3,33GHz), 32 GB-PC3-Ram und einem 15K WD-Black Perc6i-SAS Laufwerk sollten die aktuellen Herausforderung wieder zu meistern sein. Dieses System hatte einen Neupreis von 10.000 USD (kein Witz) und ist nun für deutlich unter 500 Euro zu mir umgezogen. Für 500 Euro kann man nicht mehr Leistung und Qualität bekommen, da bin ich sicher. Zuvor hatte ich bereits im Precision 690 die GTX 285 gegen eine aktuelle GTX 1060 getauscht, auch aus energetischen Gründen, die ist natürlich in den T5500 gewandert. Das war übrigens erstaunlich eng, das T5500-Gehäuse ist viel kleiner, als der alte Precision 690. Ich arbeite mit mehreren Festplatten, auch einer SSD für Linux-Mint, habe allerdings auf eine RAID-Konfiguration verzichtet.

Mein altes Precision 690-System werde ich wieder aufhübschen, so dass es wieder jemanden glücklich machen kann, der nicht gerade meine Anforderungen benötigt.

Ich kann diese alten Workstations nur empfehlen, sie haben sich als extrem zuverlässig bewiesen und sind haptisch einfach toll. Der Stromhunger ist zwar nicht zu verachten, aber die Laufzeit ist ja nicht wie zuvor über 10 bis 24 Stunden am Tag.

Im „Userbenchmark“ (unter Win10) wurde so aus dem „Surfbrett“ wieder ein „Battlecruiser“, der alle aktuellen Anforderungen erfüllen kann.

3 Gedanken zu „Der neue alte Rechner, oder: Es war einmal eine T5500 Workstation für 10K-USD#8220;

  1. Sehr geehrter Vollzeitvater,

    interessanter Bericht! Ich muss ehrlich sagen, dass ich weder auf dem Laptop noch auf dem Smartphone jegliche Arbeiten so verrichten kann wie auf einem PC. Ich brauche einfach mehr Platz, und bei Lap-Tops stört mich diese Touch-Maus sehr, unmöglich, da bekomme ich Wutanfälle 😀

    Sehr interessant, wie du das mit den PC’s machst. Wäre mir persönlich zu viel Arbeit. Aber wenn es sich rentiert, dann top! Hätte ich nie drüber nachgedacht, das so zu machen, danke für den interessanten Einblick 🙂

    Liebe Grüße und einen guten Rutsch,
    Marvin N.

  2. Hallo Vollzeitvater,
    interessanter Ansatz, hast du vielleicht einen Tip wo man solche gebrauchten Workstations (online) erwerben kann?

    Liebe Grüße,
    Veit

    • Hallo Veit,

      bei ebay kann man recht schnell verschiende „Reseller“ finden, die Leasing-Rückläufer in die Zweitverwertung bringen. Man muss nicht über ebay kaufen, die meisten Anbieter haben einen ganz normalen Online-Shop, die Adressen finden sich in den Anzeigen. Die meisten gehen auch auf individuelle Wünsche ein.

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