Ein Kindergeburtstag ohne Kinder und andere Probleme des Alltags

Mitten in der Quarantäne feiern wir Geburtstag, oder auch nicht.

Der Sohn wurde 9 Jahre alt und somit auch das Blog „Vollzeitvater“. Die übliche Faustregel: „So viele Kinder wie Jahre“ gilt in diesem Jahr nicht. Statt neun Kindern darf keines eingeladen werden. Die Familie kam auch nicht, stattdessen wurden in Begleitung von Telefon und Skype die Geschenke ausgepackt. Ganz oben auf der Wunschliste stand ein „Mip-Roboter“, den er auch bekommen hat.

Vom Nerv-Faktor ungefähr vergleichbar mit einer Blechtrommel für Dreijährige.

Ein Träumchen.

Er hatte zwei Stunden Spaß mit dem Ding, seither wurde es nicht mehr angefasst.

Mindestens ebenso lang hat er an seinem eigenen Geburtstagskuchen gearbeitet. Er hat ihn komplett selber gemacht:

Geburtstagskuchen

Geburtstagskuchen

Andere Dinge erfreuen sich in der Zeit alleine aber steter Beliebtheit, dazu zählt auch das Stelzenhaus, dann noch Lego und alle Bastelsachen. Natürlich kommt die Langeweile dann doch hin und wieder durch. Eine Spielekonsole haben wir übrigens immer noch nicht.

Dafür bekam unser Kind „Amazon Music Unlimited“, er hört Hörspiele und Hörbücher rauf und runter. Besonders beliebt sind aktuell Hörspiele und Bücher von „Die Schule der magischen Tiere“ und, ja wirklich, „Barbie“. Die sind übrigens erstaunlich gut, zumindest das, was ich davon mitbekomme.

Das Home-Schooling hat so seine Tücken, er war schon vorher schwierig genug die Hausaufgaben zu begleiten. Meine Frau ist in Kurzarbeit im Home-Office und im Gegensatz zu vielen anderen Familien sind wir es gewohnt, dass sich meine Frau in ihr Büro zurück ziehen muss und kann. Wir haben ein richtiges Home-Office, genau genommen sogar zwei, denn ich habe auch eines, wenn auch sehr klein, aber es ist ein eigener Raum.

Zu Beginn war es für den Sohn dann doch schwierig Mama nicht zu stören, auch wenn er es bereits kannte und wir Regeln dafür hier im Haushalt haben, aber da ist er selber ja auch den halben Tag nicht da. Mittlerweile klappt es gut.

Bei uns Eltern ist bisher keine Langeweile aufgekommen. Das Kind zu bespaßen und zu „Beschulen“ und nebenbei den sonst üblichen Arbeitsaufwand zu erledigen ist ja nicht unbedingt weniger zu tun als vorher.

Bis Ende März hatte ich mit der Geschäftsauflösung ohnehin mehr als genug Mehrarbeit und ganz vorbei ist es immer noch nicht. Einige Stunden in der Woche Schreibe ich noch Briefe und E-Mails und führe Telefonate, aber es wird weniger. Aktuell arbeite ich an den Jahresabschlüssen und Steuererklärungen für meinen verstorbenen Vater, unsere private habe ich bereits längst erledigt. Es findet sich immer noch eine Rechnung, die zu bezahlen ist, ohne eine, die ich noch einfordern muss. An die GEZ vom Geschäft habe ich gedacht, die private Abmeldung hatte ich glatt vergessen. Es ist einfach unglaublich viel Papierkram.

Da ich meinen Sport nicht ausüben kann, habe ich mittlerweile dennoch etwas mehr Zeit als vorher, die ich versuche mit Heimwerken auszugleichen, allerdings nur mit dem Material, was ich ohnehin im Keller gehortet habe. Ich habe keine Lust in einen Baumarkt zu fahren.

Einige Malerarbeiten hier, etwas spachteln und verputzen dort, Lampen aufhängen, Wasserhähne erneuern, wer ein Haus sein eigen nennt findet immer was zu tun, wenn er will.

Nebenbei plane ich die Photovoltaik-Anlage, die wir in diesem Jahr installieren wollen. Wer alles selber organisiert, spart gut 30% der Kosten. Aber es macht natürlich auch mehr Arbeit.

Einhorn-Maske

Einhorn-Maske

Ich gehe nur noch einmal in der Woche einkaufen, sonst bin ich drei oder sogar viermal mit dem Rad unterwegs gewesen. Dank meiner Frau habe ich einen Mund-Nasenschutz, der oft belächelt wird, vom Nutzen bin ich nicht überzeugt, aber es tut ja nun auch nicht weh einen zu tragen, zumindest nicht für die kurze Zeit beim Einkaufen.

Die Urlaube sind alle abgesagt oder verschoben, den Sommerurlaub hatten wir noch nicht gebucht. Wir sind gespannt, wie es im Sommer aussieht, aktuell gehen wir davon aus, dass wir nicht wegfahren können. Unser Wohnwagen kostet natürlich trotzdem Geld jeden Monat, ob wir ihn nun nutzen oder nicht. Letztes Jahr haben wir es auf über 30 Übernachtungen in unserem Chateau gebracht, die erste in diesem Jahr lässt wohl leider noch lange auf sich warten.

Insgesamt kommen wir ganz gut daheim zurecht, aber unser Kind leidet sehr darunter, dass es keine Freunde treffen kann. Wir haben zumindest die Gespräche über den Gartenzaun, er hat niemanden.

 

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