Ein Gruß vom Meniskus

Tja, gerade hatte ich noch darüber geschrieben, dass ich nach gut 10 Jahren Unterbrechnung wieder mit dem Kampfsport begonnen hatte, da ist auch schon wieder Zwangspause. Es lief technisch gerade wieder halbwegs rund im Taekwondo, wenn auch noch nicht auf altem Niveau, im Judo und Jiu Jitsu (BJJ) kam das alte Wissen langsam aber sicher wieder an die Oberfläche.

Whitebelt Jiu Jitsu (BJJ), Caveirinha

Kleinere Schwierigkeiten hatte ich bereits öfter in den letzten sechs Monaten nach dem Training, beim Judo beschwerte sich meine Schulter und die Bänder an den Sprunggelenken, beim Jiu Jitsu die Finger und beim Taekwondo die Schienbeine über die mittlerweile ungewohnte Belastung.

Aber das war alles zu erwarten gewesen.

Am Dienstag dann beim „Rollen“ im Jiu Jitsu (Randori), also einem Übungskampf, in diesem Fall im Boden versuchte ich aus einer Beinumklammerung (Half-Guard) zu entkommen, als es in meinem linken Knie laut und allgemein akustisch wahrnehmbar laut krachte. Es fühlte sich an, als wäre beim Kniegelenk einmal auseinander gezogen worden und hätte sich dann wieder aus Einzelteilen zusammen gesetzt.

Nicht gut.

Zuerst dachte ich noch, dass es gut gehen könnte, ich war noch in der Lage das Knie normal zu belasten und nach Hause zu fahren. Am nächsten Morgen war dann aber klar, dass ich ärztliche Hilfe brauchte. Noch ist nicht ganz raus, was eigentlich kaputt gegangen ist, die Ärzte waren in diesem Punkt nicht einer Meinung. Ohne ein MRT geht es vorerst nicht weiter. Vermutet wird eine Kombination aus Bänderriss, Bänderabriss und einem Meniskus-Schaden.

Fest steht: Mit Sport ist für einige Zeit nicht zu rechnen.

Meine bisher eher dezente Diät (Intermittend Fasting) werde ich nun erheblich verschärfen müssen, zum einen, um nicht ungewollt fett zu werden, denn vorher habe ich bis zu sieben Trainingseinheiten in der Woche absolviert, zum anderen, weil weniger Gewicht vermutlich für die Heilung des Knies von Vorteil sein wird.

6 Gedanken zu „Ein Gruß vom Meniskus#8220;

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    • Das MRT zeigte einen Teil-Abriss der Kreuzbänder bzw. des Außenbandes, sowie einen fetten horizontalen Riss des Innen und Außenmeniskus.

      Der Orthopäde im O-Ton: „Ihr Knie ist kaputt und bleibt es auch.“

      Ich hatte auf eine OP verzichtet und war nach drei Monaten wieder beim Kampfsport. Allerdings kann ich das Knie nicht mehr so belasten, wie zuvor.

  3. „Der Orthopäde im O-Ton: „Ihr Knie ist kaputt und bleibt es auch.“ “

    BJJ ist „nur“ Sport, es dient im konkreten Fall nicht mal dem Lebensunterhalt. Mit über 40 weiß man ja inzwischen, dass der Körper nicht ewig funktionieren wird, man hat eine Vorstellung davon, dass man körperliche Schäden und daraus resultierende Einschränkungen u. U. nicht mehr los wird und sich für den Rest seines Lebens daran „erfreuen“ darf. Solch ein Schaden ist nach meinem Wissensstand nicht reversibel. Das Risiko für weitere Unfälle mit dem Knie dürfte jetzt deutlich erhöht sein, genauso wie das Risiko bzw. die Wahrscheinlichkeit einer späteren Kniearthrose bei einem solchen Meniskusschaden. Das heilt nach meinem Wissen (bin kein Mediziner) typischerweise nicht mehr im eigentlichen Sinn. Deshalb war der Spruch des Mediziners „kaputt und bleibt es auch“ womöglich GENAU SO gemeint.

    Die akuten Schmerzen werden abklingen, das Knie wieder stärker belastbar sein, aber die Langzeitaussichten für ein gesundes Älterwerden ohne Schmerzen sind jetzt stark eingetrübt. Das ist nicht jedem bewusst vermute ich, weil die Folgeschäden sich erst über die jetzt kommenden Jahre entwickeln können/werden.

    Vor diesem Hintergrund frage ich mich:
    Ist es nicht Wahnsinn mit Blick auf die eigene Gesundheit solch einen Sport überhaupt, aber insbesondere als „BJJ-Anfänger“ mit über 40, zu praktizieren und ein gravierendes Verletzungsrisiko in Kauf zu nehmen? Wenn ich mir Videos zu BJJ angucke und sehe wie dynamisch die Hebel angesetzt werden, dann scheint es mir keine Frage zu sein ob, sondern nur wann sowas passiert.

    Und ich frage mich diese Frage tatsächlich auch selbst, weil ich noch 2 heile Knie habe, ich auch schon älteres Semester bin, und auch noch gerne mit BJJ starten würde. Aber vielleicht ist das einfach keine gute Idee und das eigene Interesse sowie der sportliche Ehrgeiz bedingen womöglich eine falsche Risikoabwägung in der Entscheidungsfindung. Sich im Nachhinein womöglich eingestehen zu müssen, dass es eine Schnapsidee war sowas noch zu starten, ist sicher auch unangenehm, jeder ist ja für sich selbst verantwortlich und muss mit seinen Entscheidungen und den Konsequenzen leben.

    Ganz ehrlich, ist ein demoliertes Knie den Trainingsspass wert oder gäbe es nicht auch andere schöne Sportarten mit denen mehr für die eigene Gesundheit getan wird bzw. die potentiell weniger destruktiv sind?!

    Du hast den Schritt getan über den ich noch nachdenke und hast Dich verletzt. Mich interessiert wie Du über die Verletzung, das eingegangene Risiko und das Verletzungsrisiko beim BJJ insgesamt im Nachhinein denkst. Vielleicht magst Du hierzu noch ein paar Zeilen schreiben. Vielleicht hilft mir das bei meiner Abwägung :-).

    Alles Gute,
    Frank

    • Alles richtig, keine Frage. Die Alternative gefällt mir aber auch nicht. 🙂

      Ich habe immer viel Sport gemacht, was da nicht alles zusamnen kommt: Judo als Wettkampfsport, JuJutsu, TaekWonDo, Kickboxen, Kendo als Wettkampfsport, Leichtathletik als Leistungsport, parallel dazu durchgehend drei Mal die Woche Krafttrraining.

      Dann einige Jahre Pause aus gesundheitlichen Gründen, nur den Kraftsport, den habe ich immer gemacht. Aber mir hat wirklich etwas gefehlt. Kraftsport macht man mehr oder weniger alleine.

      Mittlerweile bin ich wieder einige Jahre mit Judo und BJJ beschäftigt. Ich nehme an drei bis fünf Wettkämpfen im Jahr teil, habe einige Graduierungen erhalten, mache gerade meine Trainer-Lizenz im Judo und trainiere einmal in der Woche Jugendliche zwischen U13 und U18. Und es macht mir riesig Spaß.

      Ich bin nicht der einzige „alte Mann“ auf der Matte, auch wenn nur noch wenige aktiv kämpfen. Einige haben nie Judo oder BJJ gemacht und haben dennoch mit Ü40 angefangen, nicht alle bleiben dabei, aber das tun die Jungen auch nicht.

      BJJ und Judo sind Kampfsportarten, es tut immer mal wieder was weh, diese Woche habe ich meinen rechten Ringfinger verbogen und den Spann vom linken Fuß mit einer Beule dekoriert. Meinem Trainer habe ich versehentlich den linken Daumen ausgerenkt.
      Was wir dennoch beide machen: Wieder auf den Matte stehen.

      Da hört sich jetzt vielleicht schlimmer an als es ist. Im BJJ gibt es den Spruch: Kein Schwarzgurt ohne Knieschaden. Ist ein Klischee, aber es ist was dran. Die Knie gehen gerne kaputt. Es ist aber auch die Frage, wie ich den Sport trainiere und mit welchen Ziel. Wer nicht vorhat regelmäßig Turniere zu besuchen, wird sich auch eher nicht verletzen. Es gibt Schulen, die nicht auf Turniere fahren und die Leute haben auch Spaß am Sport und lernen was. Das Risiko ist viel geringer.

      „Tap early and tap often“ – Bei den Hebeln und Würgern passiert meistens am wenigsten, zumindest im Training.

      Davon abgesehen bin ich der einzige in meinem Bekanntenkreis, der diesem Sport nachgeht. Die meisten machen andere Dinge, wie Volleyball, Basketball, Handball, Skifahren, Surfen, Tennis, Golf, Triathlon, Bodybuilding, Radfahren und jetzt kommt der Kracher: Die verletzen sich auch und auch nicht weniger schlimm, vielleicht andere Dinge, aber denen tut auch immer was weh. Wir sind alle keine 20 mehr, ich mache dann doch lieber den Sport den ich liebe, so lange es geht.

      Trau dich BJJ zu machen, es ist ein Riesenspaß. Such dir eine Schule mit netten Leuten, man kommt sich sehr nah und es ist eine tolle Gemeinschaft. Du wirst dir mehr Sorgen machen andere zu verletzten, als dich selbst, garantiert.

      „Once you turn 40, you don’t get injured any more, you just get small permanent disabilities.“

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