Ein Ausflug in das Ju Jutsu

Vor einigen Wochen hatte ich meinen ersten Wettkampf im Kampfsport seit vielen, vielen Jahren – und es hat mir viel Spaß bereitet.

Urkunde für Jiu-Jitsu der Judosportschule Prass in Düsseldorf

Ich war im BJJ angetreten, dem brasilianischem Jiu Jitsu, wo ich noch sehr wenig Erfahrung vorweisen kann, auch wenn der Sport mit dem Ne-Waza-Teil des Judo eng verwandt ist. Einen Wettkampf im Judo schlage ich aktuell auch nicht grundsätzlich aus, aber zuvor muss ich mein Gewicht wieder sicher unter die 100 Kg Grenze bekommen, sonst ist mir das schlicht zu riskant. Da ich nun aber nicht noch Monate warten will, um wieder zu kämpfen, suchte ich nach Startmöglichkeiten im BJJ.

Die Startgebühren der großen Turniere von der NAGA, IBJJF und BJBBD können sehr schnell höhere Beträge erreichen, will man in mehr als einer Kategorie starten, können es auch locker dreistellige Beträge werden, Fahrtkosten und Übernachtungen sind da natürlich noch nicht mit drin. Für die paar Minuten Spaß ganz schön viel Geld, vor allem sind die Turniere oft weit weg. Auf der Suche nach Startmöglichkeiten stolperte ich über die „Ne-Waza“ Turniere des DJJV, also des Deutschen Ju Jutsu Verbands.

Das BJJ wird über den DJJV im DOSB vertreten, das war schon mal eine kleine Überraschung, denn Ju Jutsu und BJJ haben nicht wirklich viel miteinander zu tun und auch das „Ju Jutsu – Fighting“ erinnert eher an eine Mischung aus Teakwondo und Judo, als an brasilianisches Jiu Jitsu. Offenbar starten aber mittlerweile reichlich BJJ-ler bei diesen Turnieren, leider konnte ich nicht heraus finden, wo die alle trainieren.

Die Recherche nach DJJV-Vereinen in meiner Umgebung, die BJJ anbieten, war recht erfolglos. Das wäre jetzt auch nicht so richtig wichtig, denn um dort starten zu dürfen brauche ich ja „nur“ den Pass. Also reicht irgendein Verein theoretisch aus, Hauptsache, er will mich haben.

Also fuhr ich zum JJJC Nettetal auf ein Seminar mit Ralf Krämer. Das war zwar sehr unterhaltsam, aber es war eben recht nah am „klassischen“ Jiu Jitsu, was ich vor über 10 Jahren in der Judo-Sportschule Düsseldorf gelernt habe. Erstaunlicherweise war noch genug Wissen übrig, um sinnvoll mit trainieren zu können, nur deswegen war ich ja eigentlich gar nicht da. Als es dann um meine alten Graduierungen ging, wurde es seltsam. Ich müsste eine (erneute) Gelbgurt-Prüfung ablegen, um bei „Ne-Waza“-Turnieren starten zu dürfen, was an sich jetzt kein Thema wäre, nur haben die mit Ju Jutsu gar nichts zu tun.

Muss ich jetzt nicht unbedingt verstehen, allerdings wäre es dann doch recht umständlich öfters nach Nettetal zu fahren, so nett die Leute dort auch gewesen sind.

Vielleicht tut sich ja noch eine Alternative auf. Bis dahin besuche ich noch das ein oder andere Seminar, vielleicht auch beim DJJV, obwohl mich eine Selbstverteidigungs-Kampfsportart, in der es keine Möglichkeit zum „Sparring“ gibt, mittlerweile nicht mehr so richtig überzeugen kann. Frei nach Gene LeBell: „If you are not sparring, you are wasting your time.“

Im Rahmen der Wettkampf-Regeln können das WTF Taekwondo, das Judo und auch das BJJ als „Vollkontakt“ bezeichnet werden. Der technische Unterschied zwischen dem traditionellem Training und Wettkampf ist vorhanden, aber jeder erkennt den Sport sofort wieder. Beim Ju Jutsu Fighting ist das erheblich schwieriger, vor allem, da es ganz offiziell „Leichtkontakt“ ist. Es gibt mittlerweile auch wieder die Allkampf / MMA -Sparte im DJJV, aber dort ist der Sprung in der Technik vom Ju Jutsu Training zum Kampf noch größer.

In den nächsten Wochen mache ich mir diesbezüglich mal einige Gedanken, ob sich für mich die Mitgliedschaft beim DJJV lohnt.

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