Drei Wochen mit Kind und Wohnwagen – Erfahrungsbericht „Terspegelt“

So viel Urlaub wie in diesem Jahr haben wir noch nie gemacht. Fairerweise muss ich hier ergänzen, dass ich die ersten sieben Jahre meines Berufslebens nur fünf Tage frei hatte und das schließt sogar die Sonntage mit ein.

Drei Wochen Urlaub am Stück ist für mich eine völlig neue Erfahrung gewesen. Der Wohnwagen, ein Chateau Calista Chalet 450, kurz „Carla“, macht es möglich.

In den Sommerferien war ich eine Woche alleine mit meinem Sohn auf „De Heldense Bossen“, einem Campingplatz der Ardoer-Gruppe ganz bei uns in der Nähe, denn meine Frau hatte nicht ganz so viel Urlaub zur Verfügung. Die zweite Woche ging es weiter nach „Terspegelt“ in der Nähe der belgischen Grenze südlich von Eindhoven und in der dritten Woche fuhren wir an die Nordsee, wieder einmal nach „De Pekelinge„.

Alle drei Campingplätze haben ein sehr hohes Niveau, neu für uns war aber nur „Terspegelt“ bei Eersel in Noord-Brabant.

Der Preis für eine Woche Camping auf einem solchen vier oder fünf Sterne Platz ist nicht so niedrig, rund 300 bis 600 Euro muss man dafür einplanen, insgesamt für drei Personen. Dennoch ist es natürlich kein Vergleich zu einer Flugreise mit Hotel, weder vom Preis her, noch von der Klima-Bilanz.

Weniger CO2 im Urlaub zu produzieren, als mit Wohnwagen und kurzer Anreise mit dem PKW ist beinahe nicht möglich, dafür müsste man schon auf sein Fahrrad mit Zelt zurückgreifen.

Terspegelt:

Terspegelt

Terspegelt, Campingplatz in Eersel / Noord-Brabant an der belgischen Grenze

Die Gegend um Terspegelt konnte ich sehr genießen, der Badesee war ganz in Ordnung und die Umgebung ist wirklich toll zum Radfahren geeignet. Viele Wege führen durch die typischen Kiefern und Buchenwälder, auch der „Grenzweg“ ist zu empfehlen.

Die Indoor-Angebote konnten unseren Sohn leider nicht mehr überzeugen, das ist eher was für Vorschulkinder,  auch das Hallenbad fand er doof, denn „es roch komisch“, womit er übrigens absolut recht hatte. Auch ich fand den Indoor-Spielplatz fragwürdig, es roch in etwa so, wie ein Aquarium beim Wasserwechsel. Nicht wirklich ansprechend.

Sein BMX-Rad  hatter er dabei, konnte sich mit den „Pump-Tracks“ jedoch nicht anfreunden , obwohl diese sich bei den anderen Kindern bis spät in den Abend hinein sehr großer Beliebtheit erfreuten. Wir hatten uns sehr auf das versprochene Outdoor-Kino gefreut, nur leider viel der Abend dem Regen zum Opfer, stattdessen hätten wir in die „Apri-Ski-Halle“ gehen können, aber uns ist im allgemeinen nicht so nach Anton aus Tirol der mit Helene die Nacht durchmacht. Leider konnte man vor der Musik nicht wirklich flüchten.

„Terspegelt“ ist sehr modern und wird offensichtlich auch regelmäßig überarbeitet und erweitert. Leider bekommen das offenbar nicht immer alle mit. Bei der Ankunft schickte uns die Mitarbeiterin „Michelle“ auf den falschen Stellplatz. Wir mussten also noch mal mit Sack und Pack umziehen, mitten in der Haupt-Anreisezeit. Das war nun wirklich kein Spaß und kostete uns locker eine Stunde.

Wir hatten anfangs auch echte Probleme die verschiedenen Ort zu finden, auf der Karte stehen Rasterbezeichnungen, wie A3 und C4, nur leider hatte die gedruckte Karte gar kein Raster, da war Raten angesagt. Auch der „Milieu-Platz“ war auf der Karte falsch markiert, der ist wohl mal umgezogen. Als ich an der Rezeption nachfragte, bekam ich eine ziemlich patzige Antwort, ich bin vermutlich nicht der Erste, der danach fragen musste. Sorry dafür, aber die Karte ist nun einmal FALSCH.

Die Wege waren sehr sehr eng, um mit dem Wohnwagen zu rangieren, die Einbahnstraßen-Lösung ist sicher eine gute Idee – bis einem ein Wohnmobil entgegen kommt. Dafür waren die Plätze sehr geräumig, leider ohne Mittelhecken, aber mit Zäunen um jedes Feld. Man will wohl verhindern, dass die Besucher „quer“ laufen, um zum Wasser zu kommen, nur leider hat man Abkürzungen für Fußgänger weitestgehend vergessen. Das können andere Plätze viel besser.

Der SPAR-Markt auf dem Platz ist gut sortiert, sogar glutenfreie Produkte kann man bekommen und glutenfreie Baguettes frisch bestellen. Der nächste Jumbo-Markt ist ca. 4 Kilometer vom Platz entfernt, mit dem Fahrrad also ebenfalls kein Thema.

Obwohl Haupt-Ferienzeit gewesen ist, waren kaum Deutsche auf dem Platz, wir finden das meist ganz gut, für unser Kind kann das aber mittlerweile schwierig werden, aber wir hatten Glück, er fand einen netten Freund und wollte gar nicht mehr weg.

An einigen Tagen hatten wir in Terspegelt ordentliche Regenphasen, da die Indoor-Angebote des Platzes uns nicht überzeugen konnten, war der 6Kg-Lego-Sack die Rettung. Die Kinder haben stundenlang im Wohnwagen gebaut.

Etwas ärgerlich war, dass Besucher einen sehr hohen Preis zahlen müssen, um auf den Platz zu kommen, obwohl die Indoor-Angebote noch einmal ordentlich extra kosten. Freunde kamen uns für einen Kaffee besuchen und zahlten dafür beinahe 15 Euro. Auch das W-Lan ist kostenpflichtig, allerdings gibt es an einigen Stellen freies W-Lan. Da das auch die Pupertiere wissen, kann man hier mit ca. 1 MBit surfen (ja EINEM), außer morgens vor 10:00 Uhr, dann geht die Geschwindigkeit merklich rauf.
FunFact: Das Animationsprogramm erfährt man ausschließlich über die hauseigene Handy-APP, diese herunter zu laden hat mit dem freien W-Lan des Platzes nur kurze 45 Minuten gedauert. Muhahaha.

Unser Fazit fällt daher etwas gemischt aus.

Wir finden das Preis-Leistungsverhältnis für uns nicht ganz so gut. Im Vergleich zu „De Pekelinge“ ist der Platz teurer aber nicht wirklich besser ausgestattet. Mehr Geld dafür zu bezahlen, dafür dass man nicht am Meer ist, sehen wir dann doch nicht ein.
Da unser Sohn die Animationsangebote generell nur sehr wenig nutzt, können wir auch einen einfacher ausgestatten Campingplatz buchen, diese sind dann auch entsprechend preiswerter.

Zum Vergleich: „De Heldense Bossen“ kostet zur gleichen Zeit nur rund die Hälfte und hier ist das W-Lan sogar generell kostenlos.

Ein Pluspunkt muss man Terspegelt lassen: Haustiere sind nicht erlaubt, auch nicht in der Nachsaison. Ich fand das auf „De Heldense Bossen“ schon sehr nervig, ständig Hundegebell und Quietsche-Spielzeug zu hören. Auf „De Pekelinge“ wurden wir davor zumindest bis zum Beginn der Nachsaison verschont.

 

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