Die Rechts-Links-Strategie

Früher oder später muss man sich für links oder rechts entscheiden, oder man geht einfach nach Norden.

Früher oder später muss man sich für links oder rechts entscheiden, oder man geht einfach nach Norden.

Neulich auf einem Spaziergang mit anderen Müttern:

Vier Frauen, 12 Kinder und ich marschieren einen Feldweg entlang, ich laufe ganz hinten. Wir kommen an eine Weggablung und es folgt von vorne die Frage: „Wo gehen wir lang?“

Ich antworte: „Bitte nach Links.“

„O.K.“ kommt als promte Antwort.

Vier Frauen und 11 Kinder laufen daraufhin nach rechts, nur mein Sohn schägt sich tapfer, gegen den Gruppenzwang, nach links.

Die meisten wird der Vorfall nicht überraschen, denn die Beschreibung entspricht ja schließlich dem gängigem Klischee. 😉

Allerdings hat die Sache einen Haken: Dieses Vorurteil ist nicht richtig und der Vorfall daher reiner Zufall.

Gut ein drittel der Deutschen verwechselt rechts und links regelmäßig, aber zu gleichen Teilen sind das Frauen und Männer.

Ich habe diese Schwäche nicht und mein Sohn hat ohnehin den phänomenalen Orientierungssinn vom Opa geerbt, also habe ich ihm bereits erfolgreich rechts und links vermitteln können. Seit er 2,5 Jahre alt ist, hat er es drauf, Fehler passieren ihm eigentlich nicht mehr, damit ist er wahnsinnig früh dran.

Damit Kinder rechts und links zu unterscheiden lernen können, müssen das die Eltern natürlich selbst sicher beherrschen, ich habe durch puren Zufall sehr früh wert darauf gelegt. Spiele können da helfen, vor allem natürlich Bewegungsspiele mit Ansage.

„Tatsächlich können Kinder diese beiden Seiten zunächst, mit etwa sechs Jahren, ausschließlich am eigenen Körper unterscheiden. Mit acht Jahren wenden sie die Begriffe erstmals korrekt auf die Körper anderer an, und sie müssen meist elf werden, bevor sie sicher sagen können, ob ein Buch beispielsweise rechts oder links neben der Lampe liegt.“ Bild der Wissenschaft

Leider verhindert die „Rechts-Links-Strategie“ die optimale und natürliche Entwicklung der Orientierung nach den Himmelsrichtungen. Im Gegensatz zu rechts und links ist die Fähigkeit, sich nach Himmelsrichtungen zu orientieren, angeboren und muss nicht beigebracht werden. Diese Fähigkeit verkümmert aber, wenn man sich nur noch egozentrisch orientiert. Die Orientierung nach rechts und links (egozentrisch) ist im urbanen Umfeld ein Vorteil, zum Beispiel auch im Straßenverkehr, auf dem freien Feld sind es aber die Himmelsrichtungen, die leicht zu bestimmen sind.

Ich werde bei meinem Sohn also bald den inneren Kompass einstellen müssen, damit er diese Fähigkeit nicht gänzlich verliert. 😉

 

 

 

 

 

 

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