Die Pegane Ernährung bei Myalgischer Enzephalomyelitis (ME-CFS), Poly-Neuropathie und Fibromyalgie

Jahrelang hatte ich nur wenige Symptome meiner Myalgischen Enzephalomyelitis und der  Polyneuropathie, die damit zusammenhängende Fibromyalgie war beinahe komplett verschwunden. Einige Symptome, wie z.B. Juckreize an Armen, Beinen, Händen und Füßen blieben konstant vorhanden, ebenso häufige Krämpfe in Waden, Beinen und dem Rücken, alle anderen Symptome habe ich durch eine GFCF-Diät vor über 10 Jahren und anschließender dauerhafter anti entzündlicher und vor allen glutenfreier Ernährung überwiegend beseitigt.

Seit drei Jahren sammelten sich immer mehr neue Symptome an, die ich anfangs gar nicht mir der Myalgischen Enzephalomyelitis, der Polyneuropathie oder Fibromyalgie in Verbindung gebracht habe:

“Die Myalgische Enzephalomyelitis/das Chronische Fatigue-Syndrom ist eine schwere neuroimmunologische Erkrankung, die oft zu einem hohen Grad körperlicher Behinderung führt. […] Neben der Post-Exertional Malaise leiden die Betroffenen unter Symptomen des autonomen Nervensystems wie Herzrasen, Schwindel, Benommenheit und Blutdruckschwankungen. Viele Betroffene können dadurch nicht mehr für längere Zeit stehen oder sitzen. Medizinisch spricht man von der orthostatischen Intoleranz. […] Hinzu kommen Muskelzuckungen und -krämpfe, massive Schlafstörungen und neurokognitive Symptome wie Konzentrations-, Merk- und Wortfindungsstörungen (oft als »Brain Fog« bezeichnet) sowie die Überempfindlichkeit auf Sinnesreize. ”  mecfs.de

Zum einen wäre da der Schwindel zu erwähnen, der mich jedes mal packt, wenn ich aufstehe, besonders nachts, dann meine Magen-Darm Probleme, meine Probleme mit den Augen und vor allem ist da meine, mittlerweile mittels einer Video-Urodynamik diagnostizierte, neurogene Blasenfunktionsstörung, die immer mehr meinen Tagesablauf bestimmt hat und mich mit Schmerzen quält. Nachdem die Urologen nichts organisches feststellen konnten, brachte mich erst meine Selbsthilfegruppe auf die richtige Spur, denn es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen den Blasenproblemen und Polyneuropathie sowie Myalgischer Enzephalomyelitis, nur scheinen die Urologen das nicht zu wissen. Ich war mittlerweile bei drei verschiedenen, bis zur Diagnose durch die Spezialklinik waren alle der Meinung gewesen, es sei psychosomatisch, erst die vierte Fachärztin kannte sich wirklich aus, sie hatte zuvor jahrelang in einer solchen spezialisierten Klinik gearbeitet.

Harira, glutenfrei, caseinfrei

Meine Ernährung ist generell nach wie vor streng glutenfrei und sehr “sauber”, auch wenn mir das kaum ein Arzt glauben mag, denn ich bin laut BMI aktuell wieder schwerst übergewichtig. Die Vermutung, dass Diabetes vorliegt kommt daher stets als erstes und jedes Mal sagen meine Blutwerte etwas anderes. Die Zuckerreaktion ist für einen Mann mit meinem Gewicht und Alter praktisch perfekt.

Seit März nehme nun konstant ab, jeden Monat etwas über ein Kilo. Anfangs habe ich das gar nicht bemerkt. Ich habe mich nur gewundert, dass ich mein Gewicht halte, obwohl ich kaum noch größere Mengen essen kann, da mir sofort schlecht wird, manchmal sogar von einem Glas Wasser. Erst nach Wochen fiel mir auf, dass das Gewicht fällt, nur eben sehr langsam. Im September wurde es dann besonders schlimm, so dass ich Milchprodukte, vor allem meinen geliebten Käse, wieder aus meiner Ernährung gestrichen habe, auch den Konsum von (glutenfreien) Brot habe ich halbiert. Dann stellte ich fest, dass ich Schweinefleisch nicht mehr vertrage, also flog das auch raus, insgesamt fällt mein Fleischkonsum gerade in den Keller, da ich generell einfach nur noch kleine Portionen essen kann.

Ich ernähre mich bereits seit 2009 beinahe “pegan”, ich wusste das nur nicht und kannte bis vor kurzem nicht einmal den Begriff. Ein Kommentar hier im Blog brachte mich darauf.

Die Grundsätze ähneln denen der Paleo-Diät: Es werden möglichst natürliche, unverarbeitete Lebensmittel gegessen. Ich koche grundsätzlich alles selber und verwende keine, oder zumindest nur sehr wenige Fertigprodukte. Da ich in den letzten Monaten verstärkt Probleme hatte, habe ich anfangs die Ernährung nur etwas strenger ausgelegt als in den Jahren zuvor. In erster Linie habe ich Zucker und Alkohol komplett gestrichen, was ebenfalls zu den Regeln der peganen Ernährung passt:

  • Keine raffinierten Kohlenhydrate
  • Keine pflanzlichen Öle, außer Olivenöl und Kokosfett (nicht verwechseln mit Palmöl!)
  • Weniger Fleisch, mehr Beilage / Gemüse
  • Keine Milchprodukte
  • Kein glutenhaltiges Getreide oder Produkte daraus
  • Hülsenfrüchte in Maßen
  • Möglichst keine Zusatzstoffe, also keine industriell hoch verarbeiteten Lebensmittel

Milchprodukte hatte ich in den letzten Jahren in meiner Ernährung noch enthalten, in den letzten Wochen habe ich zuerst alle fettreichen Milchprodukte gestrichen, nun arbeite ich am Rest, so dass meine Ernährung wieder komplett Milchprodukt frei wird. Das fällt mir erstaunlich schwer, vor allem der Joghurt und Quark war mir immer wichtig, Käse habe ich auch immer gerne gegessen, aber es geht einfach nicht mehr.

Ich persönlich habe dafür mit Kartoffeln und Hülsenfrüchten kein Problem und esse diese sehr gerne, daher kann ich auch nicht behaupten mich pegan zu ernähren, aber ich bin verdammt nah dran. Am Ende muss ohnehin jeder für sich entscheiden, welche Ernährung ihm gut tut.

Da ich selbst auf kleine Mengen Alkohol heftig reagiere, habe ich nun auch meinen bereits sehr moderaten Konsum gestrichen, schon seit Jahren habe ich vom 1. Januar bis Ostersonntag keinen Alkohol zu mir genommen, da mir früher einige Ärzte einen zu hohen Konsum unterstellt haben, trotz guter Leberwerte. Nun bin ich komplett abstinent, denn als ich im letzten Urlaub zwei Gläser Wein getrunken habe, kratzte ich mir die Beine blutig. Es hat einfach keinen Sinn und Spaß macht mir das alles überhaupt nicht, denn ich esse und koche gerne. Die ganzen Einschränkungen mache ich definitiv nicht freiwillig.

 

 

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