Die Milonga

Ich dachte schon, wir schaffen es gar nicht mehr, einen Tanzkurs oder Workshop für die Milonga zu finden, haben wir aber. Am Samstag war es dann soweit. Wir brachten Piet gegen Mittag zu meiner Mutter, dort sollte er zum ersten Mal eine längere Zeit alleine mit ihr verbringen. Der Workshop war von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr, insgesamt würde Piet also gute vier Stunden ohne uns zubringen müssen.

Für den Workshop von Thorsten Zörner wurden Kenntnisse in Tango Argentino empfohlen. Damit konnten wir nun nicht aufwarten, die eine Stunde im Zollhaus kann man wohl nicht zählen. Wir wagten es dennoch und wurden auch nicht enttäuscht. Die drei Stunden vergingen wie im Fluge, das fand ich schon echt erstaunlich. Der Unterricht fand in einem ehemaligen Industriegebäude statt. Alles war etwas alt, aber dafür sehr gepflegt.

Die Milonga ist die Vorfahrin des Tango: schneller, einfacher, noch erdiger. Sie zu tanzen macht enorm Spaß und ergänzt unseren Tango ausgezeichnet.“ Tango Düsseldorf

Witzigerweise war im gleichen Teil des Gebäudes ein ehemaliger Kunde von mir mit seinem Fotostudio ansässig. Die Firma „Faber und Partner“. Ich wusste gar nicht, wo die ihren Sitz haben. Die können sich sicher schon nicht mehr an mich erinnern. Mir kommt es wie eine Ewigkeit vor, dass ich in der Fotobranche tätig war. Immerhin gibt es das Studio noch, auch in der Fotobranche ist in den letzten Jahren viel passiert, erst die „digitale Revolution“ dann folgte das Fotografensterben. Viele Industriebilder werden heute nicht mehr neu fotografiert, sondern „einfach“ aus alten Aufnahmen gebastelt und illustriert. Ein guter Bekannter kann darüber ein Lied singen, auch er hat sein Fototudio in Düsseldorf.

Der Milonga-Workshop hat meiner Frau und mir sehr viel Spaß gemacht. Jetzt würden wir gerne im „Tango Atelier“ einen Kurs belegen, aber es stellt sich für uns hier das gleiche Problem, wie bei den Kursen in der Tanzschule Thiele, die ich sonst besuche. Wir können für eine Stunde Tanzunterricht nicht zwei Stunden zusätzlich das Kind wegbringen und abholen. Die Fahrzeiten zu unserer Familie sind dafür einfach zu lang. Also müssen wir noch ein wenig warten, bis wir jemanden bei uns zu Hause mit Piet alleine lassen können.

Nach dem Kurs holten wir Piet bei meiner Mutter wieder ab. Piet war fix und fertig mit den Nerven, meine Mutter aber auch: „So kenne ich den gar nicht, sonst hat er bei mir ja noch nie gebrüllt.“ Dem Tonfall nach hätte man meinen können, Piet hätte sie dadurch persönlich beleidigt. 😉

Piet war schon ziemlich froh, uns wiederzusehen, obwohl die Omi toll mit ihm umgeht. Vier Stunden war aber wohl doch einfach etwas zu lang. Wir haben auch nicht vor, dies sofort zu wiederholen, aber wir lassen ihm demnächst mal öfters für eine kürzere Zeit bei jemanden „alleine“. Der Samstag Nachmittag hatte noch einen weiteren Effekt, gestern war Piet den ganzen Vormittag extrem ruhig und hat sehr viel geschlafen.

Als nachmittags allerdings unser Besuch kam, sah die Sache schon wieder etwas anders aus.

 

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