Der blanke Horror

Stellen Sie sich vor, Sie wachen auf, an einem Ort, den Sie nicht kennen. Sie wissen nicht, wie Sie hierher gekommen sind, sie beginnen die Situation langsam zu erfassen. Es ist ein Haus, groß, dunkel, sie sind nicht allein. Andere Menschen sind um Sie herum, im gleichen Raum, niemand beachtet Sie. Einige Gesichter sind ihnen bekannt, bei anderen sind Sie sich nicht sicher. Alles ist ungewohnt und unübersichtlich. Sie beginnen den Raum zu erkunden, langsam, vorsichtig, damit niemand auf Sie aufmerksam wird. Sie ertasten etwas ungewohntes, Sie haben keine Ahnung, um was es sich handeln könnte, aber Sie haben eine ungute Vorahnung. Sie heben es an, dann wird Ihnen klar, dass Sie in die toten Augen eines Babys blicken. Sie bekommen Angst, fürchterliche Angst und fangen an zu rufen.

In diesem Haus sind Sie nicht sicher, hier werden Menschen wie Sie geschlachtet, ganz sicher…

So ungefähr muss es heute Morgen unserem Sohn ergangen sein. Wir waren bei Freunden zum Brunchen eingeladen, ihre Tochter ist im gleichen Alter wie Piet, die beiden schwimmen zusammen in der gleichen Gruppe und verstehen sich ganz gut. Piet war im Auto eingepennt und noch ziemlich verschlafen, als er das Wohnzimmer ekundete und dabei auf die Baby-Puppe des Mädchens traf, Piet hob die Puppe am Bein hoch, drehte diese um, sah in die Augen des Spielzeugs und begann in Panik zu brüllen. Wir haben gelacht, gemein eigentlich, aber es war einfach zu lustig. Natürlich haben wir unseren Sohn sofort getröstet und beruhigt, die Puppe allerdings bliebt ihm sehr, sehr unheimlich. Als er später von meiner Frau versehentlich genau vor dieser abgesetzt wurde, bekam er direkt wieder mächtig Angst.

Zumindest muss ich mir keine Sorgen machen, dass Piet gerne mit Puppen spielen möchte. 😉

Ein Gedanke zu „Der blanke Horror

  1. Die Puppe sieht aber auch mächtig echt aus. Kein Wunder, dass er so erschrocken ist. Vielleicht hätten wir ihm schon mal eher Puppen zeigen sollen, so wie die Stofftiere, die er ja ganz toll findet.

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