Dachlift für Fahrräder, der etwas andere Fahrradträger fürs Auto

Während des Urlaubs in Holland mieteten wir uns Fahrräder, typische, in die Jahre gekommene Holland-Räder. Eigentlich ganz O.K., aber ich war mit vor allem mit der Bremsleistung extrem unzufrieden. Gefühlt war der Bremsweg unendlich. An meinem eigenem Rad habe ich sehr gute Scheibenbremsen, die mich noch nie enttäuscht haben. Dazu kam, dass wir eines Tages keine Räder leihen konnten, es waren bereits alle vergeben, das hatten wir wirklich nicht erwartet.

Also stand der Beschluss schnell fest: Wir brauchen einen Fahrradträger, um unsere eigenen Räder mitnehmen zu können.

Eine Anhänger-Kupplung haben wir leider nicht, die Alternative wäre dann ein „Huckepack-Träger“, der ohne Anhänger-Kupplung auskommt. Wir würden aber gerne den Kofferraum öffnen können, also so kam der „Huckepack“ nicht in Frage. Daher schauten wir uns Dachträger an und kauften einen gebraucht, ganz klassisch von einem bekannten Hersteller. Nach der Montage und dem umständlichem montieren der Räder auf dem Dach war klar: So will ich das nicht. Der Dachträger wurde wieder verkauft.

Dann kam der Zufall zu Hilfe, in einem Prospekt sahen wir einen Dachlift, der alles, was wir wollten, tatsächlich erfüllen sollte:

  • Ohne Anhänger-Kupplung
  • Der Kofferraum lässt sich öffnen, auch mit Rädern
  • Auf dem Dach, aber sicheres Gefühl beim Fahren
  • Einfaches befestigen der Räder

 

Dachlift für Fahrräder, Fahrradträger

Dachlift für Fahrräder, Fahrradträger

Wir erwarben einen Dachlift gebraucht aber wie neu für 150 Euro und staunten nicht schlecht, denn ich hatte den Eindruck, da fehlt was. Im Gegensatz zum alten Dachträger, brauchte man für den Dachlift noch Grundträger, da diese speziell zum Auto passen müssen, kauften wir diese neu für ca. 80 Euro.

Beladen von der Seite: Dachlift für Fahrräder, Fahrradträger

Beladen von der Seite: Dachlift für Fahrräder, Fahrradträger

Dann machte ich mich an die Erstmontage. Ich brauchte satte drei Stunden. Ganz schön aufwendig, aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die Ersteinrichtung ist wirklich aufwendig, und nicht alle Fahrradrahmen passen perfekt, müssen sie übrigens auch nicht. Fummelig wird es dann aber auf jeden Fall.

Das kleinere Rad nach außen, das größere oder schwerere nach innen, wenn nur ein Rad transportiert wird, soll das außen befestigt werden.

Wenn der Rahmen und der Dachlift für die Räder einmal angepasst ist, geht es erheblich schneller, die Räder stehen in wenigen Minuten auf dem Träger oder sind wieder entladen, wenn man sich Zeit lässt maximal 15 Minuten. Die erneute Installation des Trägers auf dem Auto dauert ca. 30 Minuten, was auch echt O.K. ist.

Dachlift für Fahrräder, Fahrradträger

Dachlift für Fahrräder, Fahrradträger

In einigen Testberichten und Erfahrungsberichten las ich, dass die maximale Belastung des Dachlifts bei 30 Kg liegen soll, in meiner Anleitung stand dieser Hinweis nicht. Da ich auch mein Pedelec (E-Bike) mit auflade, sind wir beim Gewicht sicher drüber, konnten aber keinerlei Probleme feststellen, auch nicht bei Sturm und Regen.
An den Fahrrädern demontiere ich alles, was nicht 100% fest ist, Schutzbleche werden mit Zuggurten zusätzlich gesichert. Den Akku und auch den Akku-Halter muss ich aber bei meinem „Bulls Green Mover“ abschrauben, zum einen, da es zu schwer wäre, zum anderen, weil ich das Rad sonst nicht befestigen kann, ohne die Akku-Halterung geht es sehr gut.

Beide Räder zusammen wiegen so ca. 31 kg, also nur knapp über den Angaben im Internet. Bei anderen Pedelecs kann das schwieriger werden, meines ist vom Aufbau her ein Cross-Bike und eher eine leichte Konstruktion. In anderen Berichten steht, dass die Anleitung nur ein Pedelec oder E-Bike erlaubt, ohne weiteres Rad, auch diesen Hinweis gab es in meiner Anleitung nicht. Ich vermute es liegt am Alter des Trägers.

Dachlift für Fahrräder, Fahrradträger

Dachlift für Fahrräder, Fahrradträger

Der Träger ist qualitativ nicht 100% überzeugend. Insbesondere die Gummi-Halter an den Klemmen sind selten dämlich befestigt und gehen gerne verloren, wer leer fährt, sollte diese vor der Fahrt entfernen. Was wirklich praktisch ist, dass der Dachlift auch als Halter an der Wand befestigt werden kann, zumindest für ein Rad geht das sehr gut, für ein zweites wäre der Aufwand für regelmäßigen Gebrauch zu hoch, da dann der Lenker umgestellt werden müsste.

Fazit: Für uns der ideale Träger, wenn auch nur für zwei Räder geeignet. Für schwere Räder nicht zu empfehlen. Die Beladung von der Seite ist nicht ganz so einfach, wie man es sich vorstellt, aber mit etwas Übung keinerlei Problem. Meine Frau könnte die Räder vermutlich alleine allerdings nicht auf das Dach wuchten. Während unserer Fahrten fühlten wir uns mit dem Träger jederzeit sicher, die Windgeräusche waren merklich geringer, als bei aufrechten Dachträgern, der Schwerpunkt ist logischerweise auch tiefer.

Hinweis: Bei der Montage muss sorgfältig gearbeitet werden, da sonst die Gefahr besteht, dass Auto zu zerkratzen. Die Pedale sollten unbedingt mit dem (beiliegendem) Spanngurt sorgsam befestigt werden.

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