Da-raus-Puuh-Tute!

Eltern glauben ihren Kindern viel zu selten, meistens sind es Dinge, die man als Erwachsener eben gar nicht mehr wahrnimmt. Was wir nicht wahrnehmen, gibt es meist auch nicht, bis es uns jemand beweist.

Ich erinnere mich daran, mit meinen Eltern im Auto gesessen zu haben, es regnete und ich sah mir die Autos an, an denen wir vorbeifuhren. Ich entdeckte einen Wagen mit drei Scheibenwischern, für mich eine Sensation!

Meine Eltern sagten daraufhin: „Fahrzeuge mit drei Scheibenwischern gibt es gar nicht!“

Ich war zutiefst beleidigt, das hatte ich doch gerade gesehen.

So ähnlich muss es heute unserem Sohn ergangen sein. Meine  Frau war mit ihm mal wieder, nach langer Pause, beim Babyschwimmen. Anfangs klappte wohl alles super, aber nach 15 Minuten hatte Piet keine Lust mehr, zeigte auf die Türe und sagte: „Da raus, Puuh-Tute!“

Übersetzung: „Lass uns mal lieber raus gehen, ich muss mal einen Haufen legen, wir brauchen wohl eine Tüte.“

Meine Frau verstand den Satz auf Anhieb, da aber unser Sohn bereits ein sehr beachtliches Werk vor dem Schwimmen vollbracht hatte, hielt sie es für einen Trick, um aus dem Wasser zu kommen und antwortete:

„Och, nö, das kann doch nicht, kneif es dir halt weg.“

Ganz ehrlich, ich hätte ihm genau das Gleiche gesagt.

Als wir zu Hause ankamen, war er recht anstrengend, bis mir meine Frau aus dem Kinderzimmer zurief:

„Oh mein Gott! Bring eine Tüte mit, eine große!“

Tja, wir mussten beide einsehen, dass er eine Stunde zuvor wohl nicht getrickst hatte. Jetzt tat es uns wahnsinnig leid, wer schwimmt schon gerne in einer solchen Situation. Wir müssen ihm sehr dankbar sein, dass er es sich tatsächlich verkniffen hat.

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