Ein Ausflug in das Ju Jutsu

Vor einigen Wochen hatte ich meinen ersten Wettkampf im Kampfsport seit vielen, vielen Jahren – und es hat mir viel Spaß bereitet.

Urkunde für Jiu-Jitsu der Judosportschule Prass in Düsseldorf

Ich war im BJJ angetreten, dem brasilianischem Jiu Jitsu, wo ich noch sehr wenig Erfahrung vorweisen kann, auch wenn der Sport mit dem Ne-Waza-Teil des Judo eng verwandt ist. Einen Wettkampf im Judo schlage ich aktuell auch nicht grundsätzlich aus, aber zuvor muss ich mein Gewicht wieder sicher unter die 100 Kg Grenze bekommen, sonst ist mir das schlicht zu riskant. Da ich nun aber nicht noch Monate warten will, um wieder zu kämpfen, suchte ich nach Startmöglichkeiten im BJJ.

Die Startgebühren der großen Turniere von der NAGA, IBJJF und BJBBD können sehr schnell höhere Beträge erreichen, will man in mehr als einer Kategorie starten, können es auch locker dreistellige Beträge werden, Fahrtkosten und Übernachtungen sind da natürlich noch nicht mit drin. Für die paar Minuten Spaß ganz schön viel Geld, vor allem sind die Turniere oft weit weg. Auf der Suche nach Startmöglichkeiten stolperte ich über die „Ne-Waza“ Turniere des DJJV, also des Deutschen Ju Jutsu Verbands. Weiterlesen

Andere Leute springen aus Flugzeugen

Eintrag im Budo Pass, Kendo, Dr. Goto Turnier

Lange habe ich mit mir gerungen, aber schließlich habe ich mich doch zu meinem ersten Wettkampf im Kampfsport seit dem 02.03.1996 angemeldet. Das war damals das Dr. Goto Turnier in Düsseldorf, einem Wettkampf im Kendo, mein letztes Turnier im Judo ist noch einige Zeit länger her, ungefähr 26 Jahre, aber ich habe dazu keine Unterlagen mehr. Meine Urkunden und Medaillen habe ich irgendwann entsorgt, ich habe aber im Judo nie in einer höheren Liga gekämpft, so weit ich mich erinnern kann.

Der „Alligator – Rodeo – Cup“ ist ein offenes Turnier für brasilianisches Jiu Jitsu (BJJ) und Grappling (No-Gi / Vale Tudo / Luta Livre) in Wuppertal, das von der Kampfsport-Schule Baron ausgetragen wird, in diesem Jahr zum sechsten Mal.

Es gab eine „Whitebelt“-Klasse (Beginner) und eine „ab Blaugurt-Klasse“ (Advanced). Mein „Professor“, wie man die Trainer und Meister, also die Dan-Träger, bzw. „Blackbelts“ beim BJJ nennt, gab mir vor, in der „ab Blaugurt“ -Klasse zu starten, obwohl ich im BJJ nicht graduiert, also „Whitebelt“ bin.

Whitebelt und Gi Jiu-Jitsu, (BJJ)

Im BJJ ist es üblich, bei Turnieren Erfahrungen im „Grappling“ mit anzurechnen, das kann z.B. Vale Tudo, Ringen, Sambo, oder wie bei mir Judo sein. Auch wenn diese Erfahrungen bei mir sehr lange her sind, 15 Jahre Judo sind 15 Jahre Judo.

Mir war also schon vorher klar, dass ich bei dieser Veranstaltung keinen Blumentopf gewinnen werde, ich mache ja gerade mal seit Januar BJJ und habe noch später wieder mit dem Judo angefangen. Gegen erfahrene Kämpfer in meiner Gewichtsklasse anzutreten war jetzt nicht unbedingt die beste Aussicht für den ersten Kampf seit so langer Zeit. Meine persönlichen Ziele setzte ich daher nicht zu hoch an, ich wollte ohne Verletzungen wieder nach Hause fahren und, wenn irgendwie möglich, die „Takedown“ – Punkte holen. Weiterlesen

Da hat’s bumse macht und unten is’er…

Die Wochen nach dem Urlaub hatten es wirklich in sich, ich muss gestehen, ich habe wohl etwas zu schnell zu viel gewollt und übertrieben.

Dass ich mindestens eine Sportart zu viel in meinem Wochenplan habe, hatte ich bereits vor einiger Zeit festgestellt, aber ich kann mich immer noch nicht dazu durchringen, eine Sportart sausen zu lassen. Zwar habe ich zugunsten des Kampfsports das Bodybuilding stark eingeschränkt und bin auch zum Ende des Jahres aus der GNBF ausgetreten, aber irgendwie hat sich die Anzahl meiner Trainingseinheiten erheblich erhöht.

Die letzten Wochen brachte ich es auf gute 9 Trainingseinheiten in der Woche, und ich muss gestehen, das war eindeutig zu viel. Zwar habe ich dieses Pensum viele Jahre im Alter zwischen 15 und 21 durchgezogen, aber mit Ü40 hat mein Körper am letzten Wochenende die Grätsche gemacht. Zwei Einheiten BJJ, zwei mal Taekwondo, zwei Mal Judo, zwei Mal Fitness-Studio und Tanzen war insgesamt dann doch etwas ambitioniert. Insbesondere die Tage, an denen ich morgens BJJ mache und abends dann Judo oder Taekwondo sind zu hart.

Hinzu kam, dass ich zwei „besondere“ Einheiten hatte, einen Workshop im BJJ und einen Ausflug in die Judo-Wettkampfgruppe des Leistungszentrums, in der ich einen jungen Mann in meiner Gewichtsklasse gefunden habe. Dieser war so nett, mich erfolgreich wieder an harte Würfe heran zu führen, was ich eindeutig wieder öfter machen muss. Vorzugsweise wiege ich dann einige Kilo weniger. 😉

Für mich fühlte es sich ungefähr so an: Weiterlesen

Fleischkonsum, Gesundheit und Klimawandel

Black Eyed Beans Curry, vegan, gfcf

Black Eyed Beans Curry, vegan, gfcf

Ich bin in den letzten Jahren immer wieder gefragt worden, warum ich mich nicht bemühe vegan zu essen. Zuletzt wurde ich dies von einem jungem Mann beim brasilianischen Jiu-Jitsu (BJJ) gefragt, kurz darauf stellte ich fest, dass er nicht der einzige Veganer in diesem Sport ist.

Da gibt es nun leider nur ein Problem, denn Zöliakie und eine vegane Ernährung passen nicht sonderlich gut zusammen. Auf Dauer war und ist mir das einfach zu anstrengend umzusetzen.

Der typische BJJ-ler ist übrigens Körpergröße in cm minus 100, also recht nah an dem, was man „Idealgewicht“ nennt. So wenig habe ich selbst am Ende meiner Bodybuilding-Diät nicht gewogen und bin davon jetzt erst recht ein großes Stück entfernt.

Ein veganer Lebensstil scheint dies eher zu ermöglichen, als eine konventionelle Ernährung, was aber auch einfach Zufall sein kann, es gibt ja auch genügend übergewichtige Veganer. Ich selbst wäre vermutlich nur einer mehr. 😉

Ebenso wenig ist ein veganer Lebensstil in jedem Fall gesund. Ein Schulfreund von mir ernährte sich auch strikt vegan, nur von Cola und Chips.

Nach meinem Knie-Unfall wurde die Gewichtsreduktion für mich wieder wichtiger, denn je weniger Gewicht man auf die Waage bringt, desto besser für die Gelenke. Das ist ja nun nicht unbedingt eine Neuheit. Weiterlesen

Die Kniepause ist vorbei, es wird wieder gerollt, gefallen und getreten.

Zehn Wochen war ich wegen meiner Knieverletzung zur Sportpause gezwungen. Radfahren ging glücklicherweise schon wieder erheblich früher, vor kurzem bin ich nun offiziell vom Arzt entlassen worden, aber für den war es ja schon super, dass ich wieder Treppen runter kam, ohne mich festzuhalten. Ich hatte mit das Kreuzband, das Außenband, den Innenmeniskus und den Außenmeniskus ordentlich angerissen.

Mein Anspruch ist dann aber doch etwas höher, ich wollte natürlich auch nicht sofort alles wieder riskieren.

Zuerst kam das Fitness-Studio wieder dran, nach ungefähr zwei Wochen, natürlich für die Beine nur das Reha-Training, das der Physiotherapeut mir aufgetragen hatte. Das schwere Beintraining ist nach wie vor aus dem Trainingsplan gestrichen und durch ein bis zwei Kurse ersetzt worden, meistens einen Yoga-Kurs und einen Bauch-Beine-Po-Kurs, der mit dem Eigengewicht des Körpers arbeitet. Das sollte auch längerfristig reichen.

Nach sechs Wochen versuchte ich es mit dem Taekwondo, was auch ganz gut funktionierte, nur auf dem geschädigtem Knie Halbkreistritte zu machen ist etwas schwierig. Eine Woche später machte ich das erste Mal wieder Judo, wo mir nur beim Randori im Stand noch das Knie ein wenig Sorgen macht, sonst klappt aber alles ganz gut, selbst links zu fallen ist kein Problem mehr.

DTU Kup-Urkunde

Das brasilianische Jiu-Jitsu (BJJ) musste am längsten warten, erst nach 10 Wochen habe ich mich wieder zum Training getraut, hier habe ich auch noch die meisten Probleme, wobei das Jammern auf hohem Niveau ist, bedenkt man den Umfang der Schädigung und der relativ kurzen Heilungszeit. Als ich wieder beim Training aufschlug, stellte ich fest, das es in meiner Abwesenheit noch zwei weitere, schwerwiegendere Unfälle gegeben hatte, ein weiteres Knie und einen Arm waren so stark verletzt worden, dass der Sport bei den Betroffenen längere Zeit pausieren muss. Diese Häufung an Unfällen gibt mir schon etwas zu denken. Weiterlesen

Das Schul-Sportfest (Bundesjugendspiele)

Ich habe im Netz immer wieder von Diskussionen gelesen, inwiefern Schul-Sportfeste, die auch als Bundesjugendspiele bekannt sind, noch stattfinden sollen. Es wird von Mobbing und Leistungsdruck gesprochen, der vermieden werden sollte.

Dieser Meinung kann ich mich nicht anschließen, obwohl ich sicher nicht zu den besonders sportlichen Kindern gehört habe, zumindest nicht bis zur Pubertät.

Unser Kind hat für Leichtathletik ebenfalls kein gesteigertes Talent, er war aber mit Eifer dabei, erst, als es später die Urkunden gab, hing der Haussegen schief. Allerdings auch nur einen Tag lang. Er hätte natürlich auch gerne eine „Ehrenurkunde“ gehabt.

Da unser Sohn vor allem mit Mädchen befreundet ist, bekam er den Eindruck, dass er viel schlechter war, als alle anderen, mit denen er sich verglich. Was schlicht daran liegt, dass Mädchen mehr Punkte für die gleiche Leistung bekommen.

Warum eigentlich? Weiterlesen

Ein Gruß vom Meniskus

Tja, gerade hatte ich noch darüber geschrieben, dass ich nach gut 10 Jahren Unterbrechnung wieder mit dem Kampfsport begonnen hatte, da ist auch schon wieder Zwangspause. Es lief technisch gerade wieder halbwegs rund im Taekwondo, wenn auch noch nicht auf altem Niveau, im Judo und Jiu Jitsu (BJJ) kam das alte Wissen langsam aber sicher wieder an die Oberfläche.

Whitebelt Jiu Jitsu (BJJ), Caveirinha

Kleinere Schwierigkeiten hatte ich bereits öfter in den letzten sechs Monaten nach dem Training, beim Judo beschwerte sich meine Schulter und die Bänder an den Sprunggelenken, beim Jiu Jitsu die Finger und beim Taekwondo die Schienbeine über die mittlerweile ungewohnte Belastung.

Aber das war alles zu erwarten gewesen. Weiterlesen

Noch mal von vorn mit Ü40: Judo, JiuJitsu und Taekwondo

Budo-Pass (Judo-Pass) des DJB

Es ist jetzt etwas über 10 Jahre, da musste ich das Judo als Sport aufgeben, meine Fibromylagie machte das Training immer mehr zur Quälerei. Das traditionelle Jiu Jitsu hatte ich bereits zwei Jahre zuvor (2005) aufgeben müssen, meine Gelenke machten die zahlreichen Hebel nicht mehr mit und die Gelenkentzündungen machten es beinahe unmöglich effektiv zu trainieren.

Seit dem Verschwinden der Fibromylgie und der CFS durch die Ernährungsumstellung 2010/2011 habe ich nicht mehr anaerob trainiert. Im Fitness-Studio achtete ich stets darauf genug Puste zu behalten, Ausdauertraining machte ich nur im Pulsbereich bis 140, vermutlich habe ich das Gefühl der völligen Erschöpfung auch nicht mehr ertragen wollen. Vielleicht hatte ich einfach unbewusst Angst, dass es nicht mehr verschwinden würde.

Als unser Kind nun im letzten Jahr den Wunsch äußerte Taekwondo zu lernen, meldete ich mich kurzerhand ebenfalls an. Weiterlesen