Beschäftigung im Lockdown

Uns geht es gut. Wir wohnen in einem Haus, wir haben einen Garten, meine Frau hatte schon immer „Homeoffice“ und der Lockdown ändert unseren Alltag nur recht wenig, zumindest so lange, wie die Schule für den Sohn offen bleibt.

Aber wir haben mehr Zeit. Ich gehe nicht zum Sport und gebe auch keine Trainerstunden, die ehrenamtliche Arbeit in der Schule findet auch nicht statt, ich bin also viel mehr zu Hause als sonst. Meine Frau arbeitet aktuell weniger Stunden und fährt nur sehr selten raus zu Terminen, auch sie ist mehr daheim als sonst. Das Kind geht nicht zum Ballett und Spielbesuch ist sehr eingeschränkt.

Die freie Zeit muss ja irgendwie genutzt werden.

An der Niersaue.

Wie viele andere auch, räumen wir hier im Haus gerade auf. Durch die Geschäftsauflösung meines Vaters haben wir dann doch noch einiges an Krempel dazu bekommen, unter anderem meterweise Akten, die uns noch Jahre erhalten bleiben.

In der letzten Trainingseinheit vor der Schließung beim BJJ habe ich mich dann auch noch mal verletzt, was mich hier etwas eingeschränkt hat.

Ich hätte nicht so rumtönen sollen. 🙂 Weiterlesen

Old Guys Roll – Ü40 im BJJ (+Kampfsport-Lebenslauf)

Ein recht langer Kommentar erreichte mich von Frank zu meinem Artikel „Ein Gruß vom Meniskus„, den ich gerne gelesen und beantwortet habe. Tatsächlich werde ich öfter nach meinen Erfahrungen damit gefragt, mit über 40 Jahren wieder Kampfsport zu machen, viele heutige Familienväter haben in ihrer Jugend Judo, Karate, WuShu, oder eine andere Kampfsportart betrieben und spielen nun mit dem Gedanken es noch einmal zu versuchen, aber ist das auch eine gute Idee? Immerhin habe ich mich nach wenigen Wochen im BJJ recht schwer und permanent verletzt, ist es vielleicht nicht doch etwas zu gewagt? Es ist doch nur ein Sport?

„Ist es nicht Wahnsinn mit Blick auf die eigene Gesundheit solch einen Sport überhaupt, aber insbesondere als „BJJ-Anfänger“ mit über 40, zu praktizieren und ein gravierendes Verletzungsrisiko in Kauf zu nehmen?
Mich interessiert wie Du über die Verletzung, das eingegangene Risiko und das Verletzungsrisiko beim BJJ insgesamt im Nachhinein denkst“

Frage von Frank als Kommentar

Grips Gi BJJ Bluebelt

Grundsätzlich sind die Bedenken absolut berechtigt. In den beinahe drei Jahren die ich nun wieder Judo und BJJ mache habe ich einige Verletzungen erlebt, gesehen und abbekommen. Die meisten Verletzungen sind bei Wettkämpfen passiert.

Daraus folgt: Wer keine Wettkämpfe mehr macht lebt erheblich sicherer, verzichtet aber auf eine Menge Spaß. Weiterlesen

Kampfrichterlehrgang im Judo

Am Sonntag fand in Bonn ein Kampfrichterlehrgang im Judo statt, den ich zum einen für meinen Trainer-C Schein benötige, den ich im nächsten Sommer abschließen möchte, zum anderen ist der Kurs auch eine Voraussetzung, um beim NWDK, dem DAN-Kollegium des Landes NRW, die Prüfung zum ersten DAN abzulegen. Das habe ich lose auch auf dem Schirm für das nächste Frühjahr, es gibt da aber noch einige Variablen, die ich etwas schlecht einschätzen kann.

Die Regeln im olympischen Judo haben sich, seit ich mit acht Jahren damit angefangen habe, immer wieder verändert. Für meinen Geschmack nicht unbedingt zum besseren, wie ich finde. Daher kämpfe ich aktuell lieber im Regelwerk des IBJJF oder des DJJV -BJJ Ne-Waza-System, grundsätzlich fände ich auch die Freestyle Judo-Regeln interessant oder die des ADCC, hier habe ich aber noch nicht an Wettkämpfen teilgenommen. Alle diese Regelwerke erlauben mehr, als die aktuellen Judo-Regeln des DJB, was mir sehr gelegen kommt.

Insbesondere die völlige Freiheit in den Griffarten, die Möglichkeit Handgelenke und Beine zu hebeln und auch vom Stand in den Boden zu hebeln und zu würgen finde ich super. Vieles davon war früher im olympischen Sport-Judo ebenfalls erlaubt, aber bei weitem nicht alles. Weiterlesen

Endlich wieder Judo und BJJ

Seit Montag geht der Sohn wieder in die Schule und zeitgleich kam die Ankündigung, dass wieder „Kontaktsport“ in Räumen trainiert werden darf. Allerdings mit vielen Einschränkungen.

Jedem seine Matte

Meine BJJ-Gruppe hat bereits Dienstag wieder gestartet, aber leider konnte ich noch nicht nach Düsseldorf fahren, dafür reicht die Zeit am Vormittag bis das Kind aus der Schule kommt einfach nicht aus. Mittwoch ging es aber wieder los mit Judo, wir trainierten am Boden und mit „Ohne-Gi“. Das ist nicht gerade meine bevorzugte Trainingsmethode, insbesondere vor dem Hintergrund, dass ich nach der mehrmonatigen Sport-Abstinenz mehr wiege, als vor 10 Jahren.

Damals habe ich mit den Diäten richtig los gelegt und mich von über 120kg auf unter 90kg runter gearbeitet, insgesamt waren es an um die 35kg weniger Gewicht. Die habe ich jetzt praktisch wieder drauf. Eine Katastrophe.

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Silvester nicht mehr in der Jugendherberge

Für unseren Sohn brach eine kleine Welt zusammen, als ich ihm erklärte, dass wir nicht mehr über Silvester in eine Jugendherberge fahren. Seit er denken kann, war es eben jedes Jahr so, dass wir uns mit befreundeten Familien für einige Tage in einer Jugendherberge trafen, um gemeinsam Silvester zu feiern. Wir haben damit gute und weniger gute Erfahrungen gemacht, die allerdings, zumindest teilweise, auch meiner Zöliakie-Erkrankung etwas zu tun haben.

Es war in jedem Jahr eine Diskussion, auch wenn es im letzten Jahr in der Jugendherberge Trier bisher am besten geklappt hat.

Hier die Berichte aus den letzten Jahren:

Ich wollte nicht mehr.

Hierfür gibt es eine ganze Reihe von Gründen, zum Beispiel stellte sich für uns auch die Frage des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Spätestens seit wir einen Wohnwagen unser eigen nennen, können wir als Familie für die rund 600 Euro, die die vier Tage in der Jugendherberge für uns drei kosten, einfach mehr Urlaub woanders machen. Die gesamte Nachsaison auf dem Campingplatz Terspegelt hat nicht mehr gekostet und da waren die gesamten zwei Herbstferien-Wochen mit drin. Alles geht halt nicht. Weiterlesen

Wettkämpfe in der Bärenklasse

Am letzten Samstag war es wieder soweit, der Alligator Rodeo Cup für Grappling und BJJ fand in der Kampfsportschule Baron in Wuppertal statt. Mittlerweile bin ich hier drei Mal gestartet, es ist ein schönes, kleines Turnier überwiegend mit Kämpfern aus Wuppertal, Hagen, Dortmund und Düsseldorf. Es richtet sich vor allem an Anfänger und Fortgeschrittene bis zum „Purplebelt“, wobei die Mehrzahl der Teilnehmer „Whitebelts“, so wie ich, oder „Bluebelts“ sind.

In den meisten Klassen finden sich mindestens vier Starter ein, viele melden sich in der „Gi-Klasse“ und zusätzlich beim „No-Gi“-Grappling an. Ich persönlich bevorzuge eindeutig das Rangeln im Pyjama.

Alligator Rodeo Cup Wuppertal 2019 BJJ

Anders, als in den Jahren zuvor, begannen die Kämpfe diesmal im Gi mit den schweren Leuten, zu denen ich nun ja auch gehöre. In der +100kg Klasse der Anfänger waren ebenso vier Starter, wie in meiner Gruppe,  der +93Kg Klasse der Fortgeschrittenen. Jeder durfte daher mindestens zwei Kämpfe hinter sich bringen. Ich startete wieder für das Team von Sven Wegscheider, CJJF-Düsseldorf, wo ich seit beinahe zwei Jahren BJJ trainiere. Weiterlesen

Judo und BJJ Seminare in Düsseldorf und Hagen

Whitebelt, 4 Stripes, CJJF

Whitebelt, 4 Stripes, CJJF

Die Sommerferien nutze ich eigentlich immer, um meine Gelenke und Muskeln vom Kampfsport erholen zu lassen. Hat ja leider dieses Mal nicht ganz so toll geklappt, ein ordentlicher „Hexenschuss“ hat mich einige Wochen lang daran erinnert, dass ich vielleicht doch etwas mehr Rücksicht auf mich selber nehmen sollte. Leider habe ich auch beim Training mit Bewegungseinschränkungen zu tun gehabt, mittlerweile geht es glücklicherweise wieder. Weiterlesen

Taekwondo, oder sonst?

Taekwondo Schutzausrüstung

Unser Kind hat mit vier Jahren den Wunsch geäußert Ballett zu lernen. Seitdem ist er konstant mit Begeisterung dabei, vor knapp zwei Jahren wollte er dann noch Taekwondo lernen, was für mich der Anlass gewesen ist, auch selber wieder mit dem Kampfsport anzufangen.

Obwohl er eigentlich die richtige Beweglichkeit für das Taekwondo mitbringt, kam bei ihm nie die richtige Begeisterung für den Sport auf, in den letzten Wochen war er kaum noch zum Training zu motivieren. Die nächste Kup-Prüfung fällt für ihn damit aus.

Meine Frau und ich diskutieren nun schon seit einiger Zeit darüber, ob wir ihn weiterhin dorthin „schleifen“ oder nicht lieber eine andere Ergänzung zum Ballett suchen.

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Old School Judo?

In meinem Artikel: „Noch mal von vorn mit Ü40: Judo, JiuJitsu und Taekwondo“ hatte ich bereits darüber geschrieben, wie ich mit dem Kampfsport praktisch von vorne angefangen habe. Mittlerweile mache ich seit beinahe zwei Jahren wieder Taekwondo und vor recht genau einem Jahr habe ich mit BJJ angefangen, kurz darauf auch wieder mit dem Judo.

In dieser Zeit hatte ich zahlreiche Verletzungen, aber auch unfassbar viel Spaß. Mir war gar nicht klar, wie sehr ich diese Art Sport vermisst habe, die gut 20 Jahre meines Lebens geprägt hat.

Das Taekwondo unterscheidet sich erheblich von dem Stil, den ich in meiner Jugend gelernt habe, was vor allem am Regelwerk für die Wettkämpfe liegt. Insbesondere das Sparring macht mir immer noch sehr viel Spaß, auch wenn ich mich erst umstellen musste, die Zeiten, in denen ich einen Spagat konnte, sind nun wirklich lange vorbei. Das WTF-Teakwondo ist durch das Regelwerk erheblich „beinlastiger“ geworden, als es früher mal gewesen ist, was mich aber nicht weiter stört.

Zum BJJ (Brasilian Jiu Jitsu) bin ich durch absoluten Zufall gekommen, ich wusste nicht einmal genau, was das eigentlich ist. Für mich sah es halt aus wie Judo am Boden (Ne-Waza), damit lag ich zwar nicht grundlegend falsch, aber für einen Judoka kann es eine ziemliche Überraschung sein, wie viel besser BJJ-ler hier sind. In den 90ern haben wir auf dem Schulhof Videokassten mit den UFC Kämpfen getauscht, damals war ich sehr beeindruckt von dem „Judoka“, der da alle anderen am Boden fertig machte.

Immer wieder gehen erfahrende Judoka zum BJJ und bekommen dort am Boden die Hucke voll. Erstaunlicherweise kommen offenbar nur wenige zu dem Schluss, dass man daher am besten BJJ parallel zum Judo trainiert. Für mich war diese Entscheidung absolut klar, nachdem ich gegen Blaugurte praktisch keine Chance hatte – zwar nach einer langen Pause im Judo, aber dennoch mit 15 Jahren Judo-Praxis, 7 Jahre davon als Wettkämpfer. Für mich war sofort klar, das will ich auch lernen.

 

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Es gab Zeiten, da dachte ich, das wären viele Bodentechniken – dann kam #BJJ. #Judo #Oldschool #Newaza

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Umgekehrt bin ich immer wieder überrascht, wie schlecht BJJ-ler sich manchmal im Stand verhalten, viele trainieren nur einen „Guard-Pull“, dabei könnten die ersten 8 Würfe der Gokyo im Wettkampf schon gute Dienste leisten, also die Würfe, die man in meiner Jugend für den Gelbgurt im Judo brauchte.

Auch im BJJ gilt: „Every Fight Starts Standing!“ Weiterlesen

Für eine Handvoll Gi’s

Für die meisten Kampfsportarten benötigt man einen passenden Anzug, dem japanischen angelehnt schlicht „Gi“ (Keikogi / Trainingsanzug, ganauer „Dogi“) genannt, oder „Dobok“ für die koreanische Bezeichnung. Üblicherweise setzt man die jeweilige Budo-Sportart noch davor, also zum Beispiel  „Judo-Gi“ oder auch „Karate-Gi“.

Dobok, Judogi, Bjj-Gi, mit Gürteln

Während meiner Kampfsport-(Zwangs)-Pause von knapp 10 Jahren habe ich beinahe meine gesamte „Ausrüstung“ verschenkt, ich musste und muss also einiges neu anschaffen. Für das Judo war es recht einfach, denn der von mir schon vor Jahren bevorzugte Judo-Gi von DAN-Rho war bei KWON immer noch im Programm, der „Sensei“ in 180M passt nach wie vor perfekt, die Qualität und der Preis stimmen auch noch. Mit rund 85 Euro ist eher im mittleren Preissegment, mit günstigen Judo-Anzügen habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Daher war klar, dass der „Sensei“ für mich die erste Wahl war, auch um ohne  Probleme beim brasilianischen Jiu Jitsu (BJJ) mit trainieren zu können.

Nun haben Judo-Gi aber im BJJ einige Nachteile. Zum einen ist der Schnitt viel weiter, was es dem Partner einfacher macht zu greifen und zu würgen. Zum anderen falle ich als „Judoka“ ungewollt auf, was ich eigentlich nicht möchte, denn so habe größere Chancen auf den „Takedown“ beim Rollen in anderen Schulen und vor allem natürlich beim Wettkampf. Davon abgesehen sind BJJ-Gi’s wegen der vielen möglichen „Patches“ und Farbvarianten einfach hübsch anzusehen.

Pink gibt es aber leider nur für Frauen, wer das als Mann möchte, muss es machen wie Gene LeBell und einen roten Socken mitwaschen.

Lesetipp: Gene LeBell, the sadistic pink gi Judo stuntman, born October 9, 1932

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