Wettkämpfe in der Bärenklasse

Am letzten Samstag war es wieder soweit, der Alligator Rodeo Cup für Grappling und BJJ fand in der Kampfsportschule Baron in Wuppertal statt. Mittlerweile bin ich hier drei Mal gestartet, es ist ein schönes, kleines Turnier überwiegend mit Kämpfern aus Wuppertal, Hagen, Dortmund und Düsseldorf. Es richtet sich vor allem an Anfänger und Fortgeschrittene bis zum „Purplebelt“, wobei die Mehrzahl der Teilnehmer „Whitebelts“, so wie ich, oder „Bluebelts“ sind.

In den meisten Klassen finden sich mindestens vier Starter ein, viele melden sich in der „Gi-Klasse“ und zusätzlich beim „No-Gi“-Grappling an. Ich persönlich bevorzuge eindeutig das Rangeln im Pyjama.

Alligator Rodeo Cup Wuppertal 2019 BJJ

Anders, als in den Jahren zuvor, begannen die Kämpfe diesmal im Gi mit den schweren Leuten, zu denen ich nun ja auch gehöre. In der +100kg Klasse der Anfänger waren ebenso vier Starter, wie in meiner Gruppe,  der +93Kg Klasse der Fortgeschrittenen. Jeder durfte daher mindestens zwei Kämpfe hinter sich bringen. Ich startete wieder für das Team von Sven Wegscheider, CJJF-Düsseldorf, wo ich seit beinahe zwei Jahren BJJ trainiere. Weiterlesen

Judo und BJJ Seminare in Düsseldorf und Hagen

Whitebelt, 4 Stripes, CJJF

Whitebelt, 4 Stripes, CJJF

Die Sommerferien nutze ich eigentlich immer, um meine Gelenke und Muskeln vom Kampfsport erholen zu lassen. Hat ja leider dieses Mal nicht ganz so toll geklappt, ein ordentlicher „Hexenschuss“ hat mich einige Wochen lang daran erinnert, dass ich vielleicht doch etwas mehr Rücksicht auf mich selber nehmen sollte. Leider habe ich auch beim Training mit Bewegungseinschränkungen zu tun gehabt, mittlerweile geht es glücklicherweise wieder. Weiterlesen

Taekwondo, oder sonst?

Taekwondo Schutzausrüstung

Unser Kind hat mit vier Jahren den Wunsch geäußert Ballett zu lernen. Seitdem ist er konstant mit Begeisterung dabei, vor knapp zwei Jahren wollte er dann noch Taekwondo lernen, was für mich der Anlass gewesen ist, auch selber wieder mit dem Kampfsport anzufangen.

Obwohl er eigentlich die richtige Beweglichkeit für das Taekwondo mitbringt, kam bei ihm nie die richtige Begeisterung für den Sport auf, in den letzten Wochen war er kaum noch zum Training zu motivieren. Die nächste Kup-Prüfung fällt für ihn damit aus.

Meine Frau und ich diskutieren nun schon seit einiger Zeit darüber, ob wir ihn weiterhin dorthin „schleifen“ oder nicht lieber eine andere Ergänzung zum Ballett suchen.

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Old School Judo?

In meinem Artikel: „Noch mal von vorn mit Ü40: Judo, JiuJitsu und Taekwondo“ hatte ich bereits darüber geschrieben, wie ich mit dem Kampfsport praktisch von vorne angefangen habe. Mittlerweile mache ich seit beinahe zwei Jahren wieder Taekwondo und vor recht genau einem Jahr habe ich mit BJJ angefangen, kurz darauf auch wieder mit dem Judo.

In dieser Zeit hatte ich zahlreiche Verletzungen, aber auch unfassbar viel Spaß. Mir war gar nicht klar, wie sehr ich diese Art Sport vermisst habe, die gut 20 Jahre meines Lebens geprägt hat.

Das Taekwondo unterscheidet sich erheblich von dem Stil, den ich in meiner Jugend gelernt habe, was vor allem am Regelwerk für die Wettkämpfe liegt. Insbesondere das Sparring macht mir immer noch sehr viel Spaß, auch wenn ich mich erst umstellen musste, die Zeiten, in denen ich einen Spagat konnte, sind nun wirklich lange vorbei. Das WTF-Teakwondo ist durch das Regelwerk erheblich „beinlastiger“ geworden, als es früher mal gewesen ist, was mich aber nicht weiter stört.

Zum BJJ (Brasilian Jiu Jitsu) bin ich durch absoluten Zufall gekommen, ich wusste nicht einmal genau, was das eigentlich ist. Für mich sah es halt aus wie Judo am Boden (Ne-Waza), damit lag ich zwar nicht grundlegend falsch, aber für einen Judoka kann es eine ziemliche Überraschung sein, wie viel besser BJJ-ler hier sind. In den 90ern haben wir auf dem Schulhof Videokassten mit den UFC Kämpfen getauscht, damals war ich sehr beeindruckt von dem „Judoka“, der da alle anderen am Boden fertig machte.

Immer wieder gehen erfahrende Judoka zum BJJ und bekommen dort am Boden die Hucke voll. Erstaunlicherweise kommen offenbar nur wenige zu dem Schluss, dass man daher am besten BJJ parallel zum Judo trainiert. Für mich war diese Entscheidung absolut klar, nachdem ich gegen Blaugurte praktisch keine Chance hatte – zwar nach einer langen Pause im Judo, aber dennoch mit 15 Jahren Judo-Praxis, 7 Jahre davon als Wettkämpfer. Für mich war sofort klar, das will ich auch lernen.

 

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Es gab Zeiten, da dachte ich, das wären viele Bodentechniken – dann kam #BJJ. #Judo #Oldschool #Newaza

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Umgekehrt bin ich immer wieder überrascht, wie schlecht BJJ-ler sich manchmal im Stand verhalten, viele trainieren nur einen „Guard-Pull“, dabei könnten die ersten 8 Würfe der Gokyo im Wettkampf schon gute Dienste leisten, also die Würfe, die man in meiner Jugend für den Gelbgurt im Judo brauchte.

Auch im BJJ gilt: „Every Fight Starts Standing!“ Weiterlesen

Für eine Handvoll Gi’s

Für die meisten Kampfsportarten benötigt man einen passenden Anzug, dem japanischen angelehnt schlicht „Gi“ (Keikogi / Trainingsanzug, ganauer „Dogi“) genannt, oder „Dobok“ für die koreanische Bezeichnung. Üblicherweise setzt man die jeweilige Budo-Sportart noch davor, also zum Beispiel  „Judo-Gi“ oder auch „Karate-Gi“.

Dobok, Judogi, Bjj-Gi, mit Gürteln

Während meiner Kampfsport-(Zwangs)-Pause von knapp 10 Jahren habe ich beinahe meine gesamte „Ausrüstung“ verschenkt, ich musste und muss also einiges neu anschaffen. Für das Judo war es recht einfach, denn der von mir schon vor Jahren bevorzugte Judo-Gi von DAN-Rho war bei KWON immer noch im Programm, der „Sensei“ in 180M passt nach wie vor perfekt, die Qualität und der Preis stimmen auch noch. Mit rund 85 Euro ist eher im mittleren Preissegment, mit günstigen Judo-Anzügen habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Daher war klar, dass der „Sensei“ für mich die erste Wahl war, auch um ohne  Probleme beim brasilianischen Jiu Jitsu (BJJ) mit trainieren zu können.

Nun haben Judo-Gi aber im BJJ einige Nachteile. Zum einen ist der Schnitt viel weiter, was es dem Partner einfacher macht zu greifen und zu würgen. Zum anderen falle ich als „Judoka“ ungewollt auf, was ich eigentlich nicht möchte, denn so habe größere Chancen auf den „Takedown“ beim Rollen in anderen Schulen und vor allem natürlich beim Wettkampf. Davon abgesehen sind BJJ-Gi’s wegen der vielen möglichen „Patches“ und Farbvarianten einfach hübsch anzusehen.

Pink gibt es aber leider nur für Frauen, wer das als Mann möchte, muss es machen wie Gene LeBell und einen roten Socken mitwaschen.

Lesetipp: Gene LeBell, the sadistic pink gi Judo stuntman, born October 9, 1932

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KnierleKnack

Wenn Nikolaus stellt Kinder vor Gericht,
ist es wieder Zeit für ein Gedicht.
Das Fünfte nun, ich glaub es kaum,
füllt gedanklich meinen Raum.

BJJ Whitebelt

Dieses Mal geht’s um Judo und Karate,
was ich sonst niemandem verrate –
auch wieder meine Leidenschaften weckt,
nachdem der Sohn es für sich entdeckt. Weiterlesen

Ein Ausflug in das Ju Jutsu

Vor einigen Wochen hatte ich meinen ersten Wettkampf im Kampfsport seit vielen, vielen Jahren – und es hat mir viel Spaß bereitet.

Urkunde für Jiu-Jitsu der Judosportschule Prass in Düsseldorf

Ich war im BJJ angetreten, dem brasilianischem Jiu Jitsu, wo ich noch sehr wenig Erfahrung vorweisen kann, auch wenn der Sport mit dem Ne-Waza-Teil des Judo eng verwandt ist. Einen Wettkampf im Judo schlage ich aktuell auch nicht grundsätzlich aus, aber zuvor muss ich mein Gewicht wieder sicher unter die 100 Kg Grenze bekommen, sonst ist mir das schlicht zu riskant. Da ich nun aber nicht noch Monate warten will, um wieder zu kämpfen, suchte ich nach Startmöglichkeiten im BJJ.

Die Startgebühren der großen Turniere von der NAGA, IBJJF und BJBBD können sehr schnell höhere Beträge erreichen, will man in mehr als einer Kategorie starten, können es auch locker dreistellige Beträge werden, Fahrtkosten und Übernachtungen sind da natürlich noch nicht mit drin. Für die paar Minuten Spaß ganz schön viel Geld, vor allem sind die Turniere oft weit weg. Auf der Suche nach Startmöglichkeiten stolperte ich über die „Ne-Waza“ Turniere des DJJV, also des Deutschen Ju Jutsu Verbands. Weiterlesen

Andere Leute springen aus Flugzeugen

Eintrag im Budo Pass, Kendo, Dr. Goto Turnier

Lange habe ich mit mir gerungen, aber schließlich habe ich mich doch zu meinem ersten Wettkampf im Kampfsport seit dem 02.03.1996 angemeldet. Das war damals das Dr. Goto Turnier in Düsseldorf, einem Wettkampf im Kendo, mein letztes Turnier im Judo ist noch einige Zeit länger her, ungefähr 26 Jahre, aber ich habe dazu keine Unterlagen mehr. Meine Urkunden und Medaillen habe ich irgendwann entsorgt, ich habe aber im Judo nie in einer höheren Liga gekämpft, so weit ich mich erinnern kann.

Der „Alligator – Rodeo – Cup“ ist ein offenes Turnier für brasilianisches Jiu Jitsu (BJJ) und Grappling (No-Gi / Vale Tudo / Luta Livre) in Wuppertal, das von der Kampfsport-Schule Baron ausgetragen wird, in diesem Jahr zum sechsten Mal.

Es gab eine „Whitebelt“-Klasse (Beginner) und eine „ab Blaugurt-Klasse“ (Advanced). Mein „Professor“, wie man die Trainer und Meister, also die Dan-Träger, bzw. „Blackbelts“ beim BJJ nennt, gab mir vor, in der „ab Blaugurt“ -Klasse zu starten, obwohl ich im BJJ nicht graduiert, also „Whitebelt“ bin.

Whitebelt und Gi Jiu-Jitsu, (BJJ)

Im BJJ ist es üblich, bei Turnieren Erfahrungen im „Grappling“ mit anzurechnen, das kann z.B. Vale Tudo, Ringen, Sambo, oder wie bei mir Judo sein. Auch wenn diese Erfahrungen bei mir sehr lange her sind, 15 Jahre Judo sind 15 Jahre Judo.

Mir war also schon vorher klar, dass ich bei dieser Veranstaltung keinen Blumentopf gewinnen werde, ich mache ja gerade mal seit Januar BJJ und habe noch später wieder mit dem Judo angefangen. Gegen erfahrene Kämpfer in meiner Gewichtsklasse anzutreten war jetzt nicht unbedingt die beste Aussicht für den ersten Kampf seit so langer Zeit. Meine persönlichen Ziele setzte ich daher nicht zu hoch an, ich wollte ohne Verletzungen wieder nach Hause fahren und, wenn irgendwie möglich, die „Takedown“ – Punkte holen. Weiterlesen

Da hat’s bumse macht und unten is’er…

Die Wochen nach dem Urlaub hatten es wirklich in sich, ich muss gestehen, ich habe wohl etwas zu schnell zu viel gewollt und übertrieben.

Dass ich mindestens eine Sportart zu viel in meinem Wochenplan habe, hatte ich bereits vor einiger Zeit festgestellt, aber ich kann mich immer noch nicht dazu durchringen, eine Sportart sausen zu lassen. Zwar habe ich zugunsten des Kampfsports das Bodybuilding stark eingeschränkt und bin auch zum Ende des Jahres aus der GNBF ausgetreten, aber irgendwie hat sich die Anzahl meiner Trainingseinheiten erheblich erhöht.

Die letzten Wochen brachte ich es auf gute 9 Trainingseinheiten in der Woche, und ich muss gestehen, das war eindeutig zu viel. Zwar habe ich dieses Pensum viele Jahre im Alter zwischen 15 und 21 durchgezogen, aber mit Ü40 hat mein Körper am letzten Wochenende die Grätsche gemacht. Zwei Einheiten BJJ, zwei mal Taekwondo, zwei Mal Judo, zwei Mal Fitness-Studio und Tanzen war insgesamt dann doch etwas ambitioniert. Insbesondere die Tage, an denen ich morgens BJJ mache und abends dann Judo oder Taekwondo sind zu hart.

Hinzu kam, dass ich zwei „besondere“ Einheiten hatte, einen Workshop im BJJ und einen Ausflug in die Judo-Wettkampfgruppe des Leistungszentrums, in der ich einen jungen Mann in meiner Gewichtsklasse gefunden habe. Dieser war so nett, mich erfolgreich wieder an harte Würfe heran zu führen, was ich eindeutig wieder öfter machen muss. Vorzugsweise wiege ich dann einige Kilo weniger. 😉

Für mich fühlte es sich ungefähr so an: Weiterlesen

Fleischkonsum, Gesundheit und Klimawandel

Black Eyed Beans Curry, vegan, gfcf

Black Eyed Beans Curry, vegan, gfcf

Ich bin in den letzten Jahren immer wieder gefragt worden, warum ich mich nicht bemühe vegan zu essen. Zuletzt wurde ich dies von einem jungem Mann beim brasilianischen Jiu-Jitsu (BJJ) gefragt, kurz darauf stellte ich fest, dass er nicht der einzige Veganer in diesem Sport ist.

Da gibt es nun leider nur ein Problem, denn Zöliakie und eine vegane Ernährung passen nicht sonderlich gut zusammen. Auf Dauer war und ist mir das einfach zu anstrengend umzusetzen.

Der typische BJJ-ler ist übrigens Körpergröße in cm minus 100, also recht nah an dem, was man „Idealgewicht“ nennt. So wenig habe ich selbst am Ende meiner Bodybuilding-Diät nicht gewogen und bin davon jetzt erst recht ein großes Stück entfernt.

Ein veganer Lebensstil scheint dies eher zu ermöglichen, als eine konventionelle Ernährung, was aber auch einfach Zufall sein kann, es gibt ja auch genügend übergewichtige Veganer. Ich selbst wäre vermutlich nur einer mehr. 😉

Ebenso wenig ist ein veganer Lebensstil in jedem Fall gesund. Ein Schulfreund von mir ernährte sich auch strikt vegan, nur von Cola und Chips.

Nach meinem Knie-Unfall wurde die Gewichtsreduktion für mich wieder wichtiger, denn je weniger Gewicht man auf die Waage bringt, desto besser für die Gelenke. Das ist ja nun nicht unbedingt eine Neuheit. Weiterlesen