Old School Judo?

In meinem Artikel: „Noch mal von vorn mit Ü40: Judo, JiuJitsu und Taekwondo“ hatte ich bereits darüber geschrieben, wie ich mit dem Kampfsport praktisch von vorne angefangen habe. Mittlerweile mache ich seit beinahe zwei Jahren wieder Taekwondo und vor recht genau einem Jahr habe ich mit BJJ angefangen, kurz darauf auch wieder mit dem Judo.

In dieser Zeit hatte ich zahlreiche Verletzungen, aber auch unfassbar viel Spaß. Mir war gar nicht klar, wie sehr ich diese Art Sport vermisst habe, die gut 20 Jahre meines Lebens geprägt hat.

Das Taekwondo unterscheidet sich erheblich von dem Stil, den ich in meiner Jugend gelernt habe, was vor allem am Regelwerk für die Wettkämpfe liegt. Insbesondere das Sparring macht mir immer noch sehr viel Spaß, auch wenn ich mich erst umstellen musste, die Zeiten, in denen ich einen Spagat konnte, sind nun wirklich lange vorbei. Das WTF-Teakwondo ist durch das Regelwerk erheblich „beinlastiger“ geworden, als es früher mal gewesen ist, was mich aber nicht weiter stört.

Zum BJJ (Brasilian Jiu Jitsu) bin ich durch absoluten Zufall gekommen, ich wusste nicht einmal genau, was das eigentlich ist. Für mich sah es halt aus wie Judo am Boden (Ne-Waza), damit lag ich zwar nicht grundlegend falsch, aber für einen Judoka kann es eine ziemliche Überraschung sein, wie viel besser BJJ-ler hier sind. In den 90ern haben wir auf dem Schulhof Videokassten mit den UFC Kämpfen getauscht, damals war ich sehr beeindruckt von dem „Judoka“, der da alle anderen am Boden fertig machte.

Immer wieder gehen erfahrende Judoka zum BJJ und bekommen dort am Boden die Hucke voll. Erstaunlicherweise kommen offenbar nur wenige zu dem Schluss, dass man daher am besten BJJ parallel zum Judo trainiert. Für mich war diese Entscheidung absolut klar, nachdem ich gegen Blaugurte praktisch keine Chance hatte – zwar nach einer langen Pause im Judo, aber dennoch mit 15 Jahren Judo-Praxis, 7 Jahre davon als Wettkämpfer. Für mich war sofort klar, das will ich auch lernen.

 

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Es gab Zeiten, da dachte ich, das wären viele Bodentechniken – dann kam #BJJ. #Judo #Oldschool #Newaza

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Umgekehrt bin ich immer wieder überrascht, wie schlecht BJJ-ler sich manchmal im Stand verhalten, viele trainieren nur einen „Guard-Pull“, dabei könnten die ersten 8 Würfe der Gokyo im Wettkampf schon gute Dienste leisten, also die Würfe, die man in meiner Jugend für den Gelbgurt im Judo brauchte.

Auch im BJJ gilt: „Every Fight Starts Standing!“ Weiterlesen

Für eine Handvoll Gi’s

Für die meisten Kampfsportarten benötigt man einen passenden Anzug, dem japanischen angelehnt schlicht „Gi“ (Keikogi / Trainingsanzug, ganauer „Dogi“) genannt, oder „Dobok“ für die koreanische Bezeichnung. Üblicherweise setzt man die jeweilige Budo-Sportart noch davor, also zum Beispiel  „Judo-Gi“ oder auch „Karate-Gi“.

Dobok, Judogi, Bjj-Gi, mit Gürteln

Während meiner Kampfsport-(Zwangs)-Pause von knapp 10 Jahren habe ich beinahe meine gesamte „Ausrüstung“ verschenkt, ich musste und muss also einiges neu anschaffen. Für das Judo war es recht einfach, denn der von mir schon vor Jahren bevorzugte Judo-Gi von DAN-Rho war bei KWON immer noch im Programm, der „Sensei“ in 180M passt nach wie vor perfekt, die Qualität und der Preis stimmen auch noch. Mit rund 85 Euro ist eher im mittleren Preissegment, mit günstigen Judo-Anzügen habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Daher war klar, dass der „Sensei“ für mich die erste Wahl war, auch um ohne  Probleme beim brasilianischen Jiu Jitsu (BJJ) mit trainieren zu können.

Nun haben Judo-Gi aber im BJJ einige Nachteile. Zum einen ist der Schnitt viel weiter, was es dem Partner einfacher macht zu greifen und zu würgen. Zum anderen falle ich als „Judoka“ ungewollt auf, was ich eigentlich nicht möchte, denn so habe größere Chancen auf den „Takedown“ beim Rollen in anderen Schulen und vor allem natürlich beim Wettkampf. Davon abgesehen sind BJJ-Gi’s wegen der vielen möglichen „Patches“ und Farbvarianten einfach hübsch anzusehen.

Pink gibt es aber leider nur für Frauen, wer das als Mann möchte, muss es machen wie Gene LeBell und einen roten Socken mitwaschen.

Lesetipp: Gene LeBell, the sadistic pink gi Judo stuntman, born October 9, 1932

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Papa, es nieselt doch nur!

Bulls Kinderrad 24″

Es gibt Momente, da bin ich stolz auf unser Kind, aus völlig unerwarteten Gründen.

Heute Morgen regnete es recht ordentlich und das bei knapp über null Grad Celsius. Er zog seine Regenhose zwar leicht widerwillig an, aber als wir die Tür öffneten, kam bloß ein vorwurfsvolles: „Papa, es nieselt doch nur!“

Das dürfte dann doch die Untertreibung des Tages gewesen sein, umso erfreuter war ich, dass es keinerlei Diskussionen gab. Er fuhr wie immer tapfer die 1800 Meter zur Schule mit seinem Fahrrad. Auf dem Weg kamen wir noch an einigen Vätern und Müttern vorbei (Elterntaxis), die sehr gestresst ihre Kinder in die SUV’s scheuchten, damit bloß nichts nass wird – Kinder sind ja bekanntermaßen aus Zucker. Von den hektischen Szenen an den Elterntaxen waren es übrigens noch sage und schreibe 400 Meter bis zur Schule. Weiterlesen

KnierleKnack

Wenn Nikolaus stellt Kinder vor Gericht,
ist es wieder Zeit für ein Gedicht.
Das Fünfte nun, ich glaub es kaum,
füllt gedanklich meinen Raum.

BJJ Whitebelt

Dieses Mal geht’s um Judo und Karate,
was ich sonst niemandem verrate –
auch wieder meine Leidenschaften weckt,
nachdem der Sohn es für sich entdeckt. Weiterlesen

Ein Ausflug in das Ju Jutsu

Vor einigen Wochen hatte ich meinen ersten Wettkampf im Kampfsport seit vielen, vielen Jahren – und es hat mir viel Spaß bereitet.

Urkunde für Jiu-Jitsu der Judosportschule Prass in Düsseldorf

Ich war im BJJ angetreten, dem brasilianischem Jiu Jitsu, wo ich noch sehr wenig Erfahrung vorweisen kann, auch wenn der Sport mit dem Ne-Waza-Teil des Judo eng verwandt ist. Einen Wettkampf im Judo schlage ich aktuell auch nicht grundsätzlich aus, aber zuvor muss ich mein Gewicht wieder sicher unter die 100 Kg Grenze bekommen, sonst ist mir das schlicht zu riskant. Da ich nun aber nicht noch Monate warten will, um wieder zu kämpfen, suchte ich nach Startmöglichkeiten im BJJ.

Die Startgebühren der großen Turniere von der NAGA, IBJJF und BJBBD können sehr schnell höhere Beträge erreichen, will man in mehr als einer Kategorie starten, können es auch locker dreistellige Beträge werden, Fahrtkosten und Übernachtungen sind da natürlich noch nicht mit drin. Für die paar Minuten Spaß ganz schön viel Geld, vor allem sind die Turniere oft weit weg. Auf der Suche nach Startmöglichkeiten stolperte ich über die „Ne-Waza“ Turniere des DJJV, also des Deutschen Ju Jutsu Verbands. Weiterlesen

Ein wirklich guter Jahrgang: Chateau Chalet 2003

Unser Coleman-Zelt „Waterfall Deluxe“ mit Deko 😉

Urlaub auf dem Campingplatz hat sich für uns eindeutig bewährt. Es begann mit einem Mobilheim, welches wir auf einem kinderfreundlichen Campingplatz der Ardoer-Gruppe gebucht haben. Freunde von uns waren damals schon weiter und reisten direkt mit einem Wohnwagen an.

Als wir auch den Sommerurlaub auf dem Campingplatz verbringen wollten, stiegen wir auf ein Zelt um, zum einen aus Kostengründen zum anderen, weil man die Mietunterkünfte sehr weit im voraus buchen muss, die sind sehr begrenzt und schnell vergeben. Nebenbei kostet eine Mietunterkunft, wie zum Beispiel ein Mobilheim oder ein festes Safari/Delta-Zelt, grob das Doppelte von einem einem reinem Zelt – oder Wohnwagenplatz.

Campen ist für Kinder super, auf kinderfreundlichen Plätzen finden sich immer neue Freunde zum Spielen und auch das Animationsprogramm kann in den Ferien recht umfangreich sein. Natürlich hat dies auch seinen Preis, unter 50,00 Euro pro Tag ist ein solcher „Luxus-Platz“ kaum zu finden, dafür gibt es allerdings auch oft noch ein Schwimmbad dazu. Wer es preiswerter braucht, Mini-Camping gibt es schon ab 10 Euro am Tag, in den Sommerferien am Meer, versteht sich.

Im Vergleich zu einer Flugreise in der Hauptsaison ist das immer noch ein Schnäppchen, der ökologische Aspekt ist für uns dabei auch nicht ganz unwichtig, denn was bringt es überspitzt gesagt, wenn ich das ganze Jahr fein säuberlich den Müll trenne und BIO einkaufe und dann mit dem Flugzeug in den Urlaub düse? Weiterlesen

Andere Leute springen aus Flugzeugen

Eintrag im Budo Pass, Kendo, Dr. Goto Turnier

Lange habe ich mit mir gerungen, aber schließlich habe ich mich doch zu meinem ersten Wettkampf im Kampfsport seit dem 02.03.1996 angemeldet. Das war damals das Dr. Goto Turnier in Düsseldorf, einem Wettkampf im Kendo, mein letztes Turnier im Judo ist noch einige Zeit länger her, ungefähr 26 Jahre, aber ich habe dazu keine Unterlagen mehr. Meine Urkunden und Medaillen habe ich irgendwann entsorgt, ich habe aber im Judo nie in einer höheren Liga gekämpft, so weit ich mich erinnern kann.

Der „Alligator – Rodeo – Cup“ ist ein offenes Turnier für brasilianisches Jiu Jitsu (BJJ) und Grappling (No-Gi / Vale Tudo / Luta Livre) in Wuppertal, das von der Kampfsport-Schule Baron ausgetragen wird, in diesem Jahr zum sechsten Mal.

Es gab eine „Whitebelt“-Klasse (Beginner) und eine „ab Blaugurt-Klasse“ (Advanced). Mein „Professor“, wie man die Trainer und Meister, also die Dan-Träger, bzw. „Blackbelts“ beim BJJ nennt, gab mir vor, in der „ab Blaugurt“ -Klasse zu starten, obwohl ich im BJJ nicht graduiert, also „Whitebelt“ bin.

Whitebelt und Gi Jiu-Jitsu, (BJJ)

Im BJJ ist es üblich, bei Turnieren Erfahrungen im „Grappling“ mit anzurechnen, das kann z.B. Vale Tudo, Ringen, Sambo, oder wie bei mir Judo sein. Auch wenn diese Erfahrungen bei mir sehr lange her sind, 15 Jahre Judo sind 15 Jahre Judo.

Mir war also schon vorher klar, dass ich bei dieser Veranstaltung keinen Blumentopf gewinnen werde, ich mache ja gerade mal seit Januar BJJ und habe noch später wieder mit dem Judo angefangen. Gegen erfahrene Kämpfer in meiner Gewichtsklasse anzutreten war jetzt nicht unbedingt die beste Aussicht für den ersten Kampf seit so langer Zeit. Meine persönlichen Ziele setzte ich daher nicht zu hoch an, ich wollte ohne Verletzungen wieder nach Hause fahren und, wenn irgendwie möglich, die „Takedown“ – Punkte holen. Weiterlesen

Da hat’s bumse macht und unten is’er…

Die Wochen nach dem Urlaub hatten es wirklich in sich, ich muss gestehen, ich habe wohl etwas zu schnell zu viel gewollt und übertrieben.

Dass ich mindestens eine Sportart zu viel in meinem Wochenplan habe, hatte ich bereits vor einiger Zeit festgestellt, aber ich kann mich immer noch nicht dazu durchringen, eine Sportart sausen zu lassen. Zwar habe ich zugunsten des Kampfsports das Bodybuilding stark eingeschränkt und bin auch zum Ende des Jahres aus der GNBF ausgetreten, aber irgendwie hat sich die Anzahl meiner Trainingseinheiten erheblich erhöht.

Die letzten Wochen brachte ich es auf gute 9 Trainingseinheiten in der Woche, und ich muss gestehen, das war eindeutig zu viel. Zwar habe ich dieses Pensum viele Jahre im Alter zwischen 15 und 21 durchgezogen, aber mit Ü40 hat mein Körper am letzten Wochenende die Grätsche gemacht. Zwei Einheiten BJJ, zwei mal Taekwondo, zwei Mal Judo, zwei Mal Fitness-Studio und Tanzen war insgesamt dann doch etwas ambitioniert. Insbesondere die Tage, an denen ich morgens BJJ mache und abends dann Judo oder Taekwondo sind zu hart.

Hinzu kam, dass ich zwei „besondere“ Einheiten hatte, einen Workshop im BJJ und einen Ausflug in die Judo-Wettkampfgruppe des Leistungszentrums, in der ich einen jungen Mann in meiner Gewichtsklasse gefunden habe. Dieser war so nett, mich erfolgreich wieder an harte Würfe heran zu führen, was ich eindeutig wieder öfter machen muss. Vorzugsweise wiege ich dann einige Kilo weniger. 😉

Für mich fühlte es sich ungefähr so an: Weiterlesen

Zwei Wochen Campingplatz, Kindheit wie früher

Die Sommerferien sind vorbei, der Alltag hat uns wieder, das Kind ist in der zweiten Klasse angekommen. In den letzten Ferienwochen waren wir wieder in De Pekelinge, also in den Niederlanden, genauer gesagt in Zeeland, unmittelbar an der Nordseeküste.

De Pekelinge haben wir schon oft besucht, allerdings noch nie in der Hauptsaison. Der Preis für zwei Wochen Camping ist im Verhältnis zu anderen Familienurlauben immer noch ein Schnäppchen, über das Zelten mit Kind hatte ich schon einmal geschrieben, wir kommen nach wir vor sehr gut damit zurecht.

Auch dieses Mal haben wir, wie immer nach zwei Wochen im Zelt, über einen Wohnwagen nachgedacht, dieses Jahr waren wir nach dem Urlaub sogar auf der Caravan Messe in Düsseldorf. Einen Wohnwagen haben wir aber nicht gekauft, dazu in einem anderen Artikel später mehr.

Nach Zeeland mit dem Fahrrad

Wie bereits zwei Jahre zuvor bin ich mit einem Freund zusammen auf dem Rad vorgefahren, allerdings mit nur einer Übernachtung, was ich so nicht mehr wiederholen werde, ich bin eben kein Ausdauer-Sportler. Wir sind in Roermond gestartet, so dass die Strecke „nur“ rund 270 km hatte. Wie zuletzt haben wir in Etten-Leur übernachtet. Der erste Reisetag war diesmal ein Traum 25c°, wenig Wind, blauer Himmel. Auch diesmal dachte ich nach bereits 80 Kilometern, dass es langsam reicht, leider lagen zu diesem Zeitpunkt noch 60 Kilometer vor uns. Der zweite Tag hatte es dann in sich, viele Wolken, ein paar Schauer, zwischen 40 und 50 K/mh Wind mit Böen bis 80 K/mh. Natürlich Westwind, also immer schön von vorne. Wir kamen erheblich später an, als gedacht. Immerhin haben wir uns dieses Mal nicht verfahren, GPS und den Knotenpunkten sei dank, die Kombination hat ausgezeichnet funktioniert.

Klettern in De Pekelinge

Als ich am Campingplatz ankam, hatten meine Frau und der Sohn bereits das Zelt aufgebaut, worüber ich sehr dankbar war. Weiterlesen

Fleischkonsum, Gesundheit und Klimawandel

Black Eyed Beans Curry, vegan, gfcf

Black Eyed Beans Curry, vegan, gfcf

Ich bin in den letzten Jahren immer wieder gefragt worden, warum ich mich nicht bemühe vegan zu essen. Zuletzt wurde ich dies von einem jungem Mann beim brasilianischen Jiu-Jitsu (BJJ) gefragt, kurz darauf stellte ich fest, dass er nicht der einzige Veganer in diesem Sport ist.

Da gibt es nun leider nur ein Problem, denn Zöliakie und eine vegane Ernährung passen nicht sonderlich gut zusammen. Auf Dauer war und ist mir das einfach zu anstrengend umzusetzen.

Der typische BJJ-ler ist übrigens Körpergröße in cm minus 100, also recht nah an dem, was man „Idealgewicht“ nennt. So wenig habe ich selbst am Ende meiner Bodybuilding-Diät nicht gewogen und bin davon jetzt erst recht ein großes Stück entfernt.

Ein veganer Lebensstil scheint dies eher zu ermöglichen, als eine konventionelle Ernährung, was aber auch einfach Zufall sein kann, es gibt ja auch genügend übergewichtige Veganer. Ich selbst wäre vermutlich nur einer mehr. 😉

Ebenso wenig ist ein veganer Lebensstil in jedem Fall gesund. Ein Schulfreund von mir ernährte sich auch strikt vegan, nur von Cola und Chips.

Nach meinem Knie-Unfall wurde die Gewichtsreduktion für mich wieder wichtiger, denn je weniger Gewicht man auf die Waage bringt, desto besser für die Gelenke. Das ist ja nun nicht unbedingt eine Neuheit. Weiterlesen