Erweiterte Gedanken zur „Men’s Health Dad“

Vollzeitvater, lieber fit als fett.

Vollzeitvater, lieber fit als fett.

Ich lese sehr unregelmäßig Zeitschriften, aber wenn mich die Titelthemen besonders ansprechen, greife ich auch mal zu.

Bei der „Men’s Health Dad“ war die Sache etwas anders, denn die wollte ich auf jeden Fall lesen. Die „normale“ „Men’s Health“ lese ich hin und wieder ganz gerne, vor allem, wenn ich irgendwo warten muss, denn gekauft habe ich die selbst noch nie. Liegt vielleicht auch daran, dass ich von zumeist offensichtlich gedopten und geshoppten Fitness-Models auf dem Titelblatt nicht viel halte.

Das wäre dann schon mal ein guter Pluspunkt für die „Dad“, denn der Mann und Vater auf dem Cover hat etwas an. Wäre vielleicht auch zu seltsam, einen authentischen, halbnackten Vater zu zeigen. Wobei ich selbst meinen Entschluss zum radikalem Abnehmen getroffen habe, eben WEIL ich Vater wurde.

Ich wollte unbedingt ein fitter und kein fetter Vater sein. Aber das Thema ist ja heute ein anderes.

Welche Zeitschriften lese ich überhaupt gerne? Kurz in das Gedächtnis gegriffen und nachgesehen, welche Zeitschrift ich in meinem Leben bereits einmal abonniert hatte:

  • AMIGA-Games
    (Ja, ich bin tatsächlich „Lege-Diskette-11-von-12-ein“-Jahre alt.)
  • Video
  • Heimkino
  • SFT
  • Landlust

Die Liste ist sehr übersichtlich, aber im Grunde hat sich nichts an meinen Vorlieben geändert. Wie man sieht ist keine Fitness-Zeitschrift dabei, auch keine Auto-Zeitschrift, dafür ein handfestes „Frauen-Magazin“, zumindest, wenn man nach der Sortierung im Kiosk geht. Das hat auch Gründe.

Bin ich eigentlich die Zielgruppe der neuen Zeitschrift für Väter? Weiterlesen

Mein Leben als Frau…

Hausmann am Muttertag

Hausmann am Muttertag

Eine Blog-Stöckchen-Aktion regt einen eher selten wirklich zum Nachdenken an, bei diesem war es etwas anders. Zuerst musste ich hart darüber nachdenken, ob ich überhaupt etwas dazu schreiben möchte, habe mich aber dafür entschieden.

Spätestens seit dem Abend beim SWR-Nachtcafé bin ja sozusagen offiziell offen für Rollenbilder-Kritik, Gender-Wahnsinn und Diskriminierung. Gegen Vorurteile als „Softie“ bin ich hart im Nehmen. Ich sage stets, wenn ich nach meiner gefühlten Männlichkeit gefragt werde, dass ich mich männlich genug fühle, um im Fitness-Studio mit einem rosa Handtuch zu trainieren.

Jetzt aber zu den Fragen, die ursprünglich vom Blog „Planethibbel“ stammen und mich über „Frauenundkinderzuerst“ erreicht haben, einen „Vater-Jammer-Blog“, den ich immer wieder gerne lese.

„Ein Blogstöckchen (kurz: Stöckchen) ist eine Aktion mit dem Ziel Blogs und Blogger besser miteinander zu vernetzen, und dabei ein bestimmtes Thema gemeinsam zu bearbeiten.“ stefan.waidele.info

1) Was wäre anders in deinem Leben, in deinem Alltag, wenn du eine Frau wärst? Weiterlesen

Nachts im Cafè

Ich bekomme immer wieder Anfragen für Fernsehshows, Interviews, Reportagen und Dokumentationen. In den meisten Fällen lehne ich dies ab, denn meine Familie ist privat, auch wenn ich einen Blog schreibe. Viele scheinen da was zu verwechseln und nur, weil ich bei „Facebook“ bin, möchte ich auch nicht, dass jemand drittes meine Daten verwendet. Ich ziehe da eine genau definierte Trennlinie.

Wenn sich aber die Gelegenheit bietet, neue Erfahrungen zu sammeln und interessante Menschen kennen zu lernen, dann sage ich auch gerne zu. In diesem Fall war es die Talkshow „Nachtcafè“ vom SWR. Das Thema fand ich jetzt als Aufhänger nicht so gut gewählt, aber die Zusammenstellung der Gäste war eigentlich ganz durchdacht.

In der Zeit vor und nach der Show bot sich mir die Möglichkeit, die anderen Teilnehmer etwas kennen zu lernen und das eine oder andere Gespräch zu führen, alleine dafür hatte sich die weite Fahrt nach Baden-Baden schon gelohnt. Auch die Menschen vom SWR, die die Show organisieren, fand ich sehr interessant und alle sehr nett, ein sehr professionelles Team, ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Besonders gefreut habe ich mich über die Gespräche mit Sibylle Hamann und Markus Theunert. Auch die Unterhaltung mit Elisabeth Grupp und ihrer Tochter war sehr informativ und spannend.

So schnell werde ich vermutlich nicht mehr so außergewöhnliche Gesprächspartner haben. 🙂 Weiterlesen

Blogparade: #daddyrules

Als Blogger gehört ein wenig „Community-Pflege“ mit dazu, ich beteilige mich also gerne mal an den Projekten anderer, die gleichgesinnt sind. Meistens sind es Blogs von Müttern, aber es gibt auch eine ganze Reihe bloggender Väter dort draußen, einige habe ich auch in meiner Linkliste, die ich dringend mal wieder pflegen muss.

Ich lese viel im Netz, nicht nur Nachrichten und das Wetter, sondern eben auch gerne Blogs anderer, vorzugsweise mit dem Thema Familie, Ernährung oder  Bodybuilding, eben das, was mich am meisten interessiert. Aber auch zwei „Lego-Blogs“ besuche ich regelmäßig, sowie einen Blog zu autarkem Leben, bei dem ich gerade an einem Bio-Saatgut-Kettenbrief mitmache. Ich fand das eine geniale Idee.

Heute geht es aber um das Blog „Zwillingswelten“ und eine von dort gestartete Blogparade: #daddyrules

„Zwillingswelten“ ist im Vergleich mit „Vollzeitvater“ bei den Social-Media erheblich aktiver, im Ranking dafür etwas schwächer, was aber auch an den Themenschwerpunkten liegen kann, die sich von „Vollzeitvater“ erheblich unterscheiden. Das Blog „Zwillingswelten“ existiert bereits seit 2008, ist meinem also einiges voraus, was sich auch in 50.000 Lesern im Monat widerspiegelt. Mein Blog kommt auf nur ein Drittel dieses Wertes, zusammengefasst macht eine Blogparade daher insgesamt Sinn, weil beide Seiten in diesem Fall profitieren können und sich so insgesamt die Leserschaft erhöhen kann, was der Hintergrund für eine Blogparade ist.

Thema der Blogparade „daddyrules“:

Was macht dich als Vater besonders stolz / wobei kann dir niemand das Wasser reichen?

Die Frage ist viel schwieriger zu beantworten, als es auf den ersten Blick scheint, solche Fragen stellen Journalisten mir auch gerne, weil man ganz schnell großen Mist redet, oder in diesem Fall schreibt.

In unserem Fall schreit die Frage ja geradezu nach einem Vergleich der Geschlechterrollen. Denn es muss doch etwas geben, was Väter, also auch ich, einfach besser können als Mütter, oder? Weiterlesen

Mutti-Frühstück

Eine gemeinsame Freundin hatte Geburtstag und lud zum Mutti-Frühstück ohne Kinder ein. Bei uns zu Hause gab es eine kurze Diskussion, wer von uns zu diesem Mutti-Frühstück gehen sollte. Für mich war die Sache natürlich klar.

Nach einem kurzen hin und her trug ich den Termin in den Familienkalender ein, für mich.

Üblicherweise stellt sich diese Frage gar nicht, denn vergleichbare Veranstaltungen finden meist in der Woche statt und ebenso wie bei Kindergeburtstagen, bin meistens ich es, der hinfährt, da meine Frau ja arbeiten muss. Ich bin es daher bereits seit langem gewöhnt mit einem halben Duzend Müttern Kaffee zu trinken. Wenn solche Veranstaltungen auf einen freien Tag meiner Frau oder auf das Wochenende fallen, lasse ich ihr üblicherweise gerne den Vortritt, damit sie diese Erfahrungen auch machen kann, oder wir fahren eben zusammen hin. Weiterlesen

Hausmann – Vater – und?

Es war vor ca. zwei Wochen, da traf mich die Erkenntnis. Ich weiss nicht mehr genau, was der Auslöser gewesen ist, vermutlich irgendeine Kleinigkeit, sonst könnte ich mich erinnern.

BRIGITTE MOM BLOGS
Ich bin nun seit fast drei Jahren Vollzeitvater und lebe als Hausmann und (Tages-)Vater. Der Rollentausch ist schon lange abgeschlossen, ich gehöre damit zu den 2% der Hausmänner, die hauptsächlich ihre Kinder betreuen und wo die Frau das Geld ranbringt.

Es ist offenbar immer noch so ungewöhnlich, dass regelmäßig Journalisten bei mir anfragen, für Recherchen, Bücher und Artikel. Zuletzt ging es um eine Dokumentation für den NDR, wo wir allerdings nicht mitmachen werden. Auch wenn ich einen Blog schreibe, ziehen wir die Grenzen, zu dem was ich hier vom Privatleben preisgebe, gerne selber. Einige „Geschichten“ mit der BILD oder dem EXPRESS sind daher schon geplatzt. War sicher nicht schade drum. 😉

In den ersten Monaten habe ich mich noch regelmäßig geärgert, wenn ich sexistischen Vorurteilen begegnet bin. Egal ob es in der Stillberatung, der Krabbelgruppe, beim Einkaufen oder in meiner Ausbildung zur Kindestagespflegeperson gewesen ist. Ich habe mir anfangs auch ernsthafte Sorgen um meine Männlichkeit gemacht, immerhin haben irgendwelche Forscher herausgefunden, dass bei Männern, die Kinder betreuen der Testosteinspiegel sinkt. Vermutlich traf mich die Erkenntnis von vor einigen Tagen daher irgendwie hart und doch war es gleichzeitig eine enorme Erleichterung: Weiterlesen