Eltern-Podcast, das etwas andere Interview

rosa Einhorn

Interviews habe ich in den letzten fünf, jetzt beinahe schon sechs, Jahren reichlich gegeben, meist für Zeitschriften, aber auch für TV-Shows und Medienberichte. Oft waren diese Interviews mehrere Stunden lang, wobei am Ende eigentlich davon kaum etwas übrig blieb und dann selten so, wie ich mir das vorgestellt habe. Viele Interview-Anfragen habe ich auch aus diesen Gründen strikt abgelehnt, da mich selbst Zeitschriften, die ich für eher anspruchsvoll halte, sehr enttäuscht haben.

Hier ist die Übersichtsseite über veröffentlichte Medienberichte: Presse / Webpräsenz

Als nun vor einigen Wochen eine Anfrage für den Eltern-Podcast kam, musste ich erst eine Weile darüber nachdenken. Ich hörte in die bereits veröffentlichten Beiträge hinein und war doch sehr überrascht. Teilweise kannte ich die Interviewten Personen über ihren Blog, war aber dennoch erstaunt, wie anders der Eindruck bei so einem gesprochenem Interview ist. Es ist eben kein Blog-Beitrag und schon gar nicht ist es ein Zeitungsartikel. Man spricht erheblich anders, als man schreibt.

Der Zeitrahmen ist nur gute 30 Minuten und dennoch steckt in den Beiträgen viel mehr, als in jedem Blog-Beitrag und sicher 100x mal mehr, als in einem Zeitungsartikel, obwohl die Interviews für Zeitschriften und das Fernsehen viel länger dauerten. Dazu kommt eine andere, persönliche Note, einfach über die Stimme. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mich an den Klang meiner eigenen kaum gewöhnen kann. 😉

Ich finde die Idee hinter dem Eltern-Podcast wirklich gut und es sind einige tolle Geschichten dabei, die erheblich ungefilterter daher kommen und sich auch sehr stark voneinander unterscheiden. Da sollte für jeden Elternteil was interessantes dabei sein. Was auch gut ist: Frauen und Männer sind beide in etwa gleich vertreten.

„Das Ziel dieses Podcasts ist es, Eltern in das Familienleben anderer Eltern einen Einblick zu geben. Und aufzuzeigen, dass viele Situationen und Herausforderungen die man mit Kindern erlebt, völlig normal sind.“

Inzwischen sind 17 Interviews online, letzteres ist von mir. Also, wer mal etwas von mir hören will, statt zu lesen, darf da gerne mal rein schauen. Für Leser des Blogs gibt es sicher kaum etwas neues, aber so verpackt ist es eben doch etwas anderes.

 

Tagesvater in Mönchengladbach

Ich bekam eine Anfrage, die ich nicht ablehnen konnte, daher habe ich nun eine Pflegeerlaubnis für Mönchengladbach beim Jugendamt beantragt.

Wir haben zwar zwischenzeitlich viele Dinge aus der Tagespflege abgegeben, aber für zwei Kinder zwischen zwei und drei Jahren sind wir noch ganz gut aufgestellt. Den Raum im Erdgeschoss müssen wir allerdings erst wieder U3-tauglich und kindersicher machen, unser Sohn hatte sich hier natürlich ausgebreitet.

Der Raum selbst ist nach wie vor kindersicher, aber vieles von dem Spielzeug ist es nicht. Der Besuch vom Jugendamt ist für Ende Januar geplant, bis dahin wird auch die Wickelkommode wieder dem eigentlichem Zweck zugeführt. Die Seite „Tagesvater“ habe ich im Blog reaktiviert und werde hier in den nächsten Wochen wieder Informationen für Eltern sammeln.

Aktuell gehe ich davon aus, dass ich ab März 2017 wieder U3-Kinder betreuen darf.

Diese Entscheidung kam ebenso wie die Anfrage sehr überraschend und spontan, aber irgendwie freue ich mich auch darauf wieder als Kindertagespflege-Person tätig zu sein, auch wenn es unseren Alltag wieder mächtig umkrempeln wird.

Soweit ich weiß, werde ich der einzige Tagesvater für U3-Kinder in Mönchengladbach sein, meine Dienstleistung ist also in jedem Fall „einzigartig.“ 🙂

Das Spielzeug hat nicht die Schuld, auch nicht die Farbe. #gendering

Mit Rollenklischees setze ich mich, nicht ganz freiwillig, nun seit fünf Jahren auseinander. Egal, wo ich hinkam, die Klischees waren schon da. In der Krabbelgruppe versuchten die Frauen (es waren tatsächlich nur Frauen anwesend), stets mit mir zuerst über Fußball und Autos zu reden. Themen, die mich noch nie interessierten, aber man wollte mir wohl einen Gefallen tun. „Machen Sie auch die Wäsche zu Hause? Wirklich? Und Putzen?“

Väter fanden es gut, dass ich (als Hausmann) direkten Einfluss darauf nehmen konnte, unseren Sohn zu einem „echtem“ Mann zu erziehen und er nicht nur von Frauen verweichlicht wird. Sie selber mussten ja so viel arbeiten und fanden es besorgniserregend, dass die Betreuung nur Frauen übernehmen. Viele sagten sie wären ja auch gerne zu Hause geblieben, aber Putzen und Wäsche machen käme für sie nicht in Frage, ist eben Frauensache, kleine Hände und so, aber die freie Zeit für sich, die wäre sicher toll.

Ich überzeichne hier viel weniger, als manche vielleicht denken mögen. Weiterlesen

Ab welchen Alter darf mein Kind mit meinem Handy spielen?

Unser Sohn konnte schon sehr früh einen Tablet-PC bedienen...

Unser Sohn konnte schon sehr früh einen Tablet-PC bedienen…

Ich wurde vor einiger Zeit gebeten, für die neue Men’s Health Dad einen kleinen Gastartikel zu schreiben, das Thema lautet:

„Ab welchen Alter darf mein Kind mit meinem Handy spielen?“

Die Frage geht ein wenig in die Richtung zum Umgang von Kindern und Medien, dazu habe ich in meinem Blog bereits den Artikel Medienerziehung für U3-Kinder“ geschrieben, hier ein Auszug von Januar 2012:

Kinder unter drei Jahren brauchen keine Medien, aber die Eltern brauchen diese.
Wir haben zu Hause die Regel: Der Fernseher ist aus, wenn unser Sohn an ist. Damit ich trotzdem nicht von der Welt abgeschnitten bin, verwende ich ein iPad für Nachrichten und E-Mails. Nun wäre es naiv anzunehmen, dass unser Sohn dieses kleine Gerät, mit dem Papa da spielt, ignorieren würde.
(Wenn es so aussieht, als könnte es mich interessieren, ist es meins.)

Men's Health wird Papa

Men’s Health wird Papa

Der Artikel bezog sich damals explizit auf U3-Kinder, unser Sohn ist inzwischen vier und den Zugang zu Medien haben wir ihm nicht verwehrt. Wie vermutlich in vielen Haushalten liegen auch bei uns diverse Tablet-PC und Mobiltelefone herum, den Kindern den Zugang zu verweigern halte ich weder für sinnvoll noch ziel führend. Weiterlesen

Bald Tagesvater mit Zertifikat – der Umzug steht auch an

Tagesvater im Einsatz

Tagesvater im Einsatz

Eigentlich wäre ich diesen Monat komplett ausgebucht gewesen, hätte also drei Kinder zuzüglich meinem Sohn in der Betreuung gehabt.

Ein Kind kam allerdings ein ganzes Jahr früher als geplant in den Kindergarten, ein weiteres wurde abgesagt wegen Umzugs und nun ein weiteres, ebenfalls wegen Umzug. Ein Kind sollte im April kommen, dem musste ich nun leider absagen, denn auch wir werden wohl bald umziehen und bleiben nicht in Neuss.

In Viersen gelten im großen und ganzen die gleichen Regeln für die Kinder-Tagespflege wie hier in Neuss, das Zertifikat sollte man aber mitbringen. In meiner Ausbildung zum Tagesvater befinde ich mich in den letzten Zügen, in wenigen Wochen ist die schriftliche, etwas später die mündliche Prüfung. Einen Monat später, vermutlich im April, erfolgt dann (hoffentlich) die Zertifikatsausgabe durch das Jugendamt.

In Viersen kann ich also erst ab April wieder Kinder betreuen, vorausgesetzt ich erhalte vom dortigen Jugendamt eine Pflegeerlaubnis. Immerhin müsste ich dann nicht mehr so viel schleppen und hätte einen eigenen Garten zur Verfügung, dies würde die Tagespflege schon erheblich einfacher machen. Die nächsten Wochen werden sehr spannend. Ich werde natürlich berichten, denn Umzüge gehören für Kinder zu den großen Stressoren.

Unterdessen hat unser Kind ein neues Universal-Rufwort für sich entdeckt. Da der Sohn es doppelt schwer hat, denn wir kümmern uns ja beide recht intensiv um den Mops, musste er immer „Maaaamaaaa-PAAAPAAA!“ rufen.

Auf Dauer viel zu umständlich, dachte er sich wohl.

Da Kinder im allgemeinen sehr kreativ und erfindungsfreudig sind, ist unser Sohn schnell darauf gekommen, dass, wenn er nur Mama ruft, Papa nicht kommt und natürlich umgekehrt. Die Lösung lag für ihn auf der Hand:

„MAAAAPAAA!“

Wann geht es weiter?

Wann geht es weiter?

Außerdem haben Freunde uns überzeugt, dass wir in einer Erkältungs-Abofalle gefangen sind.

Es ist eigentlich nicht weiter verwunderlich, denn Kinder sind ja irgendwie ständig krank, zumindest kann man sehr leicht diesen Eindruck gewinnen. Einige behaupten sogar, dass es noch schlimmer wird, wenn das Kind in den Kindergarten geht. Wir mussten mal wieder die letzten zwei Wochen alle Termine absagen, denn alle waren wir erkältet.

Den Sohn hatte es richtig schwer erwischt, meine Frau einige Tage später dann leider auch. Nun weiß sie wenigstens, was die Kleinen so alles aushalten müssen, denn sie hat eine ordentliche Mittelohrentzündung abbekommen.

Unser Kind blieb zumindest diesmal bisher davon verschont. Das soll übrigens auch gleichzeitig die Erklärung dafür sein, warum hier in den letzten Tagen so wenig passiert ist, es liegt aber auch an meiner anstehenden Prüfung zum zertifizierten Tagesvater und unserem hoffentlich bald anstehenden Umzug in ein Haus.

Wir haben bereits begonnen, so richtig auszumisten und haben sicher schon ein Dutzend Umzugskisten eingespart, aber das müssen noch mehr, also weniger werden. Wir wollen mit 70 Umzugskartons auskommen, unsere Freunde brauchten 120 Kartons, ein befreundetes Paar, wo jeder langer Single war und nun in eine gemeinsame Wohnung gezogen wird, kamen sogar auf 170 und die haben nicht einmal Kinder.

Uns kommen die 70 Kartons schon viel zu viel vor.

Das „Simplify your Life“ Buch ist übrigens als erstes in die Alt-Bücher-Kiste gewandert.

 

Gehsteig-Rammbock – der Zwillingswagen

Geschwisterwagen im Tageseltern-Einsatz

Geschwisterwagen im Tageseltern-Einsatz

In den letzten Wochen waren wir auf der Suche nach einem Zwillingswagen, auch Geschwister-Wagen genannt, der für die Tagespflege geeignet ist.

Wir wollten ihn wie üblich gebraucht erwerben, das Angebot war jedoch recht knapp und was es gab, war entweder sehr teuer,  oder sehr hässlich. Alle Tagesmütter in meinem Ort, die mit ihren Kindern, so wie ich auch, jeden Tag nach draußen gehen, fahren einen solchen Geschwister-Wagen und rieten mir dringend auch dazu, aber nur einen, in dem die Kinder nebeneinander sitzen. Die Varianten mit den Sitzen hintereinander sind nicht Tageseltern-Alltagstauglich, auch dies haben mir alle, unabhängig voneinander, bestätigt.

Als wir dann einen in den Kleinanzeigen in Düsseldorf entdeckten, war die Entscheidung schnell gefallen, denn für 60 Euro kann man nicht viel verkehrt machen. Bekommen haben wir einen Bio-Carena in einwandfreiem Zustand. Ich bin bisher damit sehr zufrieden und es ist echt ein Hingucker, wenn drei bis vier Tageseltern mit ebenso vielen Doppel-Kinderwagen und voll beladen mit Kindern die Straßen zu den Spielplätzen langziehen. Da kommt schnell eine Truppe von über einem Dutzend Pens zusammen. Den Wagen aus dem Keller zu holen, voll besetzt mit meinem Sohn und meinem Tageskind, erinnert sehr an Kreuzheben mit beinahe durchgestreckten Beinen. Schätzungsweise 35-40 kg wuchte ich dann die Kellertreppe im Kreuzgriff hoch.

Brio-Carena Geschwisterwagen - mit großem Gepäckabteil

Brio-Carena Geschwisterwagen – mit großem Gepäckabteil

Die beiden Kinder haben den neuen Geschwister-Wagen sofort angenommen. Das Tageskind findet den Wagen super, weil es nicht mehr dauernd laufen muss, der kleine Kerl ist nämlich eher bequem und unser Kind findet den Wagen super, weil er gerne selber rein klettert und seinem Nachbarn die Reiswaffel stibitzen kann. Ich finde den Wagen super, weil es den Alltag mit Tageskind einfacher macht und ich mehr Gepäck mitnehmen kann, denn die beiden Gepäckabteile sind wirklich geräumig, da könnten noch zwei Kinder mehr mit fahren. Unglaublich? Ich kann es beweisen.

Mein Sohn ist rotzfrech, eine unangenehme Wahrheit, aber es ist so. Er klaut anderen Kindern die Schnuller, dabei wollte er nie einen haben, er entwendet das Spielzeug aus den Händen der anderen Kinder, er stibitzt die Kekse den anderen aus dem Mund, er schubst andere vom Bobbycar oder Dreirad, er klaut Wasser- und Saftflaschen, wenn andere noch daran trinken.

Bisher hat ihm kein anderes Kind Paroli geboten, dabei sind die meisten viel älter, größer und stärker. Irgendwann bekommt er vermutlich fürchterlich eines auf die Nase. Die Kinder um ihn herum verstehen das nie, dass ihnen einer das Essen aus dem Mund klaut. Auf dem Spielplatz schauen meinen Sohn andere Eltern gerne mal mitleidig an, denn der bekommt zu Hause ja ganz offensichtlich nichts zu essen und zu trinken, so dünn wie der auch ist.

Er klettert nach wie vor wie ein Weltmeister, gibt es eigentlich „Parkour“ für Kleinkinder? Ich sollte eine Gruppe gründen.

Er läuft und läuft und läuft…

Eigentlich war ich ja davon ausgegangen, dass der Sohn eines Tages einfach aufsteht und losrennt.

Dem ist nun aber wohl doch nicht so, denn er übt von einem Ort zum anderen zu laufen, vorzugsweise von Mama zu Papa. Das Maximum liegt hierbei bei drei Schritten ohne Hilfe, zuzüglich in die Arme oder auf die Nase fallen. Da es ihm aber wahnsinnig viel Spaß macht, wird er sicherlich weiterhin fleißig trainieren und uns bald endgültig davonrennen.

Wenige Tage später zeigte sich dann schon ein ganz anderes Bild:

Er läuft und läuft und läuft…

Naja, zwischendurch muss Unser Kind sich noch mal hinsetzen, aber ansonsten läuft er mit steigendem Erfolg und wachsender Begeisterung. Da wird Oma Morgen Augen machen!

Der Tag heute war extrem anstrengend. Das Wetter machte den sonst täglichen Ausflug an die frische Luft unmöglich. Hinzu kam mein nörgeliger Sohn, der gerade mal wieder einen Zahn bekommt. Das Tageskind fühlte sich von meinem, nun mehr oder weniger, laufenden Sohn arg bedrängt und wollte ständig gerettet werden. Schon seltsam, denn er ist unserem Kind im Alter vier Monate voraus, viel schwerer und viel kräftiger. Der Sohn ist aber erheblich frecher, also musste ich unserem Tageskind ständig gut zureden, damit er unserem Sohn Paroli bietet.

Eine seltsame Situation, Partei gegen sein eigenes Kind zu ergreifen, aber es geht nicht anders.

Dafür kloppte er unser Kind mehrfach mit den Schlagstöcken des Glockenspiels, so viel zu musikalischer Erziehung, das Ding wandert vorerst in eine dunkle, dunkle Kiste.

Zusammenfassung:  Zwei Kinder, eines brüllte immer > kein Spaß.

In der Woche danach war ein richtig doofer Tag, zumindest für unser Kind.

Heute war kein Einsatz als Tagesvater geplant, daher hatte ich auf diesen Tag einen Arzttermin für unseren Sohn gelegt. Zum Impfen, denn MMR und Pocken war schon überfällig. Bei der U6 konnten wir die Impfung nicht vornehmen, da es ihm überhaupt nicht gut ging. Es handelt sich um eine Lebendimpfung, die recht heftige Nebenwirkungen haben kann, da muss das Kind topfit sein. Die Symptome kommen angeblich erst in fünf Tagen, ich bin ja mal gespannt.

Wir haben heute erst zum dritten Mal in diesem Jahr den Kinder-Fahrradanhänger ausgepackt, ich fahre zwar jede Woche Rad, aber bisher beinahe immer ohne den kleinen Mops. Zuerst dachte ich daran ihm zusätzlich seinen neuen Helm anzulegen, aber in Kombination mit dem Sitz-Verkleinerer war das nicht zu machen. Der Sohn fand die Fahrt im Hänger wie üblich super, zumindest ist er sofort eingepennt. Das war allerdings keine große Überraschung, denn die letzten vier Nächte waren sehr kurz, für mich übrigens auch.

Die blöden Zähne lassen ihm mal wieder keine Ruhe und stündlich geht der schreiende Wecker.

Beim Kinderarzt war noch recht wenig los, nach relativ kurzer Wartezeit waren wir schon dran, flott zwei Spritzen gesetzt und schon ging es wieder los. Nur die Zweite quittierte der Kleine mit einem Nörgler, sonst war er wieder super tapfer.

Wieder zu Hause war es schon recht spät. Zu spät für die Spielplatzrunde und ich war auch fix und alle. Daher blieben wir in der Wohnung. Nachmittags waren wir dann einen privaten Termin wahrnehmen, das Kind hatte ich die ganze Zeit dabei, viel im Autositz, kein Laufen und Krabbeln, das fand er zu recht unspaßig. Auf dem Weg zurück brüllte er uns entsprechend zusammen, das konnte ich ihm nicht mal übel nehmen. Da das Wetter ja doch noch sehr schön wurde, sind wir dann direkt noch für eine kleine Weile in den Sandkasten gegangen, da war die Welt dann wieder in Ordnung, es waren reichlich Bekannte da. Als wir dann aber zum Abendessen hochgingen, war das Theater wieder groß. Meine Frau machte sich gegen sechs Uhr wieder zu einem weiteren Termin auf und die nächste halbe Stunde testete mein Sohn mal wieder den Schallschutz unserer Wohnung aus. Schreiend noch die Windel gewechselt, umgezogen und Zähne geputzt und dann völlig fertig in sein Bett verfrachtet pennt der kleine Kerl gerade tief und fest, hoffentlich bleibt es so.

 

Dadaismus und die Pyjamahelden

Alles ist Dada – Dada ist alles.

An diesen Satz aus dem Kunstunterricht habe ich mich irgendwann in den letzten Tagen erinnert. Der Sohn hat beschlossen, doch nicht die üblichen Bezeichnungen für seine Eltern zu verwenden, sondern auf seinen eigenen Dialekt auszuweichen.

Meine Frau ist „Nana“ ich bin „Dada“.

Unser Kind ist inzwischen auch in der Lage, zwei Silben sinnvoll zu kombinieren: „Nana, da!“ oder „Dada, Nanane!“.

„Nanane“ ist übigens immer noch sein Lieblingsobst. Mein Tageskind kann bereits „Ball“ sagen, wobei Ball alles ist, was rund ist, oder eine Kugelform hat. Zum Beispiel auch unsere Katze. Die findet das aber überhaupt nicht lustig.

Hinweis:  „Der Name „Dada“ wurde angeblich aus der Sprache des französischen Kleinkindes abgeleitet, in der es „Steckenpferd“ bedeutet. Mit dieser Bezeichnung wollten die Künstler die Einfachheit ihrer Kunst symbolisieren, die zugleich ein Neubeginn sein sollte.   Eine andere Erklärung besagt, dass „Dada“ der Name eines Haarwaschmittels war, dass damals gerade sehr gebräuchlich war. Allein schon der Mythos um die Namensgebung ist typisch für die Ironie und die Unsinns-Kultur der Bewegung.  Der Dadaismus entstand 1916 unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges.“ WAS IST WAS

 

Butterkekse

Wer will Ärger?

Wer will Ärger?

Rituale sind für Kinder sehr wichtig, gleiche Abläufe geben Sicherheit, bei großen aber eben auch bei kleinen Dingen.

Mein Sohn erwartet inzwischen grundsätzlich einen halben Keks, wenn er im Kinderwagen fährt, ist der Keks alle, ist auch schnell der Spaß im Wagen dahin. Daher habe ich stets einen kleinen Vorrat in der Tasche, sonst bekommt er keine weiteren Süßigkeiten, es sei denn, man zählt die Fruchtgläser dazu, die auch Zuckerfallen sind, dazu schreibe ich aber noch einmal einen gesonderten Artikel.

Mit einem Keks kommen wir gut zwei Kilometer weit, das sind also 0,5 K/Km. Ein Keks hat so einige Kalorien, aber immer noch weniger, als ein Becher Apfelsaft. Unser Sohn trinkt ausschließlich Wasser, das schont die Zähne.

 

Gecko-Finger

Als Eltern beobachtet man sein Kind sehr genau und findet eigentlich jeden Tag etwas, das einen überrascht oder verwundert. Mich erstaunt in den letzten Tagen immer wieder, was (und wie) mein Sohn mit seinen klitzekleinen Fingern heben und bewegen kann. Er legt einen einzigen Fingen auf das i-Pad und ich benötige zwei Hände, um dagegen zu halten. Wie ist das möglich?

Er legt beide Hände flach auf unser glattes Ledersofa und zieht sich daran hoch. Er packt einen Ball mit einer Hand, der im Vergleich so groß wäre, wie für mich einer dieser Sitzbälle, die man Fitness-Studios findet, oder auch in so manchem Büro. Er findet draußen jede Zigarettenkippe und davon gibt es leider reichlich, hält diese zwischen Daumen und Zeigefinger und es ist mir kaum möglich,  ihm diese wegzunehmen.

Es gibt für dieses Rätsel nur eine Lösung, wenn alle anderen logischen Gründe ausgeschlossen werden können, muss der Letzte die Ursache sein, auch wenn dieser noch so unwahrscheinlich klingt:

Mein Sohn ist ein Mutant mit Gecko-Fingern und wird vermutlich in wenigen Monaten in der Lage sein, glatte Wände hoch zu laufen, ganz sicher.

Die ersten Tage mit Tageskind

Die Feuerwehr hat auf meinen Sohn mächtig Eindruck gemacht.

Die Feuerwehr hat auf meinen Sohn mächtig Eindruck gemacht.

Heute Morgen kam, wie verabredet, mein erstes Tageskind, ohne dass eine Begleitperson dabei geblieben ist. Es klappte alles erstaunlich gut, der Sohn hatte zwischendurch einen kleinen Anfall von Eifersucht, der ging aber auch schnell wieder vorüber. Ansonsten waren sich die Beiden völlig darin einig, in welcher Reihenfolge die Wohnung nun am besten auseinander zu nehmen wäre.

Nach dem Eintreffen um 7:30 Uhr haben wir erst noch ein wenig gefrühstückt, wir hatten die Balkontüre zum Lüften auf gemacht. Es roch ein wenig verbrannt, da hatten wir uns aber nichts bei gedacht. Meine Frau fuhr dann zur Arbeit, ich blieb mit den Pens zurück. Wir verzogen uns in das Spielzimmer. Gegen 10:00 Uhr kehrten wir für einen Snack in das Wohnzimmer (Esszimmer) zurück. Ich blickte aus dem Fenster und meinte Rauch gesehen zu haben, im Flur roch es ebenfalls nach Rauch. Kein gutes Zeichen. Jeder kann ja mal was auf dem Herd anbrennen haben, aber nach zwei Stunden sollte das längst vorbei sein.

Ich ging mit den Kindern auf den Balkon, konnte aber nichts erkennen. Als gegen 11:00 Uhr das Tageskind wieder abgeholt wurde, bat ich beim Verlassen kurz zu schauen, ob irgendwo Rauch herauskommt. Offenbar qualmte es in unserem Haus aus dem Küchenfenster der 1. Etage. Ich schnappte mir unser Kind und einen Feuerlöscher und ging klingeln, keiner öffnete.  Ich stellte die Haustüre auf und rief, wieder oben in der Wohnung, die Feuerwehr an.

Wenige Minuten später kam ein Leiterwagen, ein Löschzug, ein Rettungsdienst und die Polizei mit Tatütata angefahren. Die rannten zuerst alle an der Wohnung in der ersten Etage vorbei und standen dann bei mir vor der Türe:

„Nein bei mir brennt es nicht, aber ich habe angerufen, sehen sie mal in der ersten Etage nach, da, wo der Rauch aus dem Fenster heraus kommt.“

Das Kind war total geflasht. Dass er eines Tages auf Traktoren steht, so wie das Kind unserer Freunde, wird nun wohl nicht mehr passieren. Der Leiterwagen der Feuerwehr war einfach zu spannend. Ich schloss wegen des Gestanks wieder unsere, dankenswerter Weise, gasdichte Türe. Eine ganze Zeit später rückten alle wieder ab, nur die Polizei blieb noch eine Weile da, um die Wohnung zu „bewachen“, bis die Eigentümer von der Arbeit an gebraust kamen.

Ich kam mir anfangs schon blöd vor, wegen Rauch aus dem Küchenfenster die 112 zu wählen, aber es war wohl doch die richtige Entscheidung. Der Herd hatte einen Kurzschluss und einige Papiere in der Nähe waren verkohlt, dies hätte auch anders ausgehen können. Größerer Schaden ist offenbar nicht entstanden, alles noch mal gut gegangen.

Im Bekanntenkreis haben wir mehrere Feuerwehrleute, wenn unser Kind nun tatsächlich auf Feuerwehr „geprägt“ ist, kann ich zumindest Informationen aus erster Hand bekommen.

Was mich allerdings gewundert hat, ist, dass niemand der Nachbarn, die das Fenster direkt einsehen konnten, die Feuerwehr bereits früher gerufen hat. Von ganz oben und um die Ecke habe ich ja nur sehr wenig mitbekommen, andere waren ebenfalls zu Hause und sind eigentlich näher dran gewesen. Beruhigt hat mich allerdings, dass die Feuerwehr, ohne Probleme, mit dem großen Leiterwagen in durch die Spielstraßen gekommen ist. Ich hatte mich wirklich gefragt, was ich gemacht hätte, wenn es zu einem richtigen Brand gekommen wäre und ich mit eventuell vier Kindern im dritten Stock fest gesessen hätte. Rauchmelder retten Leben und alarmieren auch die Nachbarn, dazu immer einen vollwertigen Feuerlöscher in der Wohnung haben, die kosten teilweise weniger als 20,00 Euro. Ich habe schon zweimal einen gebraucht, heute fast ein drittes Mal.

Einige tage später…

Im Moment weiß ich wirklich nicht, wie andere Tagesmütter und Tagesväter das mit fünf Kindern jeden Tag machen, ich finde zwei schon eine echte Herausforderung.

Natürlich ist es jetzt gerade besonders anstrengend, weil die Kinder sich noch besser kennenlernen müssen, das Tageskind mich besser kennen lernen muss und vor allem auch die Regeln bei uns verstehen muss. Ich bemühe mich um einen immer gleichen Tagesablauf (Rituale), damit die Eingewöhnung besser funktioniert. Morgens frühstücken wir gemeinsam gegen 7:30 Uhr, als erste Handlung, wenn das Tageskind bei uns ankommt. Danach nehmen die beiden Jungs die Wohnung auseinander,  zwischen 9:00 Uhr und 10:00 Uhr genehmigen sie sich einen Obst-Snack und dann geht es raus an die frische Luft.

Heute waren wir bis halb zwölf draußen, die kleinen Racker waren dann schon regelrecht am Verhungern, zum Essen kochen reichte die Zeit daher nicht mehr. Kartoffelpüree mit Apfelmus (Himmel und Erde) gibt es so eben Morgen, heute gab es kurzerhand Rührei auf die Schnelle. Hat offensichtlich auch geschmeckt.

Ich versuche gerade dem Tageskind beizubringen, am Kinderwagen zu bleiben und nebenher zu laufen. Die Eltern haben das bisher noch gar nicht trainiert. Da bei ihm mit 16 Monaten bereits die Trotzphase kräftig beginnt, war es ein harter Kampf, aber es muss sein. Für die Runde um den Block haben wir eine gute Stunde gebraucht, danach waren wir beide erschöpft, mein Rücken grüßt mich jetzt schon.

Auf dem Spielplatz konnten sich dann beide abreagieren, dort war richtig viel Betrieb. Schätzungsweise 8 oder 9 Kinder bis zwei Jahre, die Spielsachen wurden wild getauscht, glücklicherweise hatte jeder etwas anderes mit. So ging die Zeit zügig herum. Mein Sohn hat heute Mittag kaum geschlafen, er bekommt gerade drei Zähne, was ihm sichtlich zu schaffen macht. Wenn um 14:00 Uhr das Tageskind abgeholt wird, habe ich sonst noch eine Stunde Zeit, die Bude wieder vorzeigbar zu machen und selber etwas zu essen, heute nicht.

Dafür kommen mir jetzt die Nachmittage mit nur einem Kind extrem erholsam vor.

 

Ein Zimmer für die Kindertagespflege

Piet schwimmt.

Piet schwimmt.

Nachdem wir uns ja die ersten Worte eingebildet hatten, war es heute nun tatsächlich soweit.

Unser Sohn hat eindeutig und Objekt- bzw. personenbezogen sein erstes Wort gesagt. Es ist nicht, wie von mir erhofft, Sternenzerstörer geworden. Es ist auch nicht Papa, Daddy oder ein ähnliches Wort für Vater geworden. Ich hätte mich auch über die chinesische Variante „bàba“ gefreut. Aber nein, es ist doch tatsächlich „Mama“. Meine Frau hat sich darüber natürlich waaaahnsinnig gefreut.

Was soll ich dazu sagen? Als mein Sohn wenig später bei mir auf den Arm wollte, habe ich passend gekontert:

„Du kommst hier erst wieder hoch, wenn du Papa gesagt hast.“

Aber ich habe den Augen nicht lange stand gehalten. Mann, ist der gut darin.

In dieser Woche wandere unser Büro von unten nach oben, das Kinderzimmer dafür von der Oberen in die untere Etage. Damit wir den kleinen Krabbler dabei nicht die gesamte Zeit unter den Füßen haben, wurde er kurzerhand zu meiner Mutter ausquartiert. Die Räumaktion hat den ganzen Tag gedauert. Einige Aktenschränke mussten fünf Etagen runter in den Keller, andere Dinge, vor allem Kindermöbel und Spielzeug, mussten hoch.

Ich spüre meine Beine nicht mehr. Vermutlich werde ich diese Morgen um so mehr bemerken.

Darf ich das behalten?

Darf ich das behalten?

Das neue Zimmer ist nun komplett kindersicher und von der Küche aus einsehbar. In diesem Kinderzimmer werde ich später auch die Tageskinder betreuen, zumindest, bis er in den Kindergarten kommt.

Das Jugendamt kommt am Dienstag vorbei und bringt die lang erwartete Pflegeerlaubnis mit. Morgen erwarte ich eine Journalistin aus Hamburg für ein Interview, dabei geht es um ein Buchprojekt. Am Montag kommt dann eine Journalistin aus Neuss und wird einen Bericht in der Neuss-Grevenbroicher-Zeitung veröffentlichen. Eine weitere freie Autorin hat sich aus Berlin gemeldet.

Ich bin offenbar immer noch eine Rarität, wobei ich hoffe, dass sich dies möglichst schnell ändert und andere Väter einen ähnlichen Weg beschreiten werden.

Unser Sohn fand sein neues Zimmer übrigens total spannend und war sichtlich begeistert. Da hat sich die Arbeit wenigstens gelohnt.

Spieltunnel

Spieltunnel

Da wir für das Tageskind, welches ich hoffentlich irgendwann bei mir willkommen heißen kann, noch einen weiteren Hochstuhl brauchen, sind wir am Donnerstag Morgen zu IKEA gefahren. IKEA hat einen sehr preiswerten, einfachen, aber effektiven Hochstuhl im Programm. Ein weiterer TrippTrapp war uns dann doch zu teuer. Ich war schon erstaunt, wie voll es dort mitten in der Woche morgens sein kann.

Den Hochstuhl hatte ich flott eingeladen, aber es bestand noch ein Auftrag für einen Spieltunnel. Auch den habe ich recht schnell gefunden, darauf stand aber was von 18 Monaten, unser Kind ist ja noch nicht einmal elf Monate alt. Kurze Rücksprache bei meiner Frau, sie bestand darauf, also gut, eingetütet. Auf dem Weg nach draußen fand ich noch zwei ideale Regale für den Keller. Erst an der Kasse dachte ich kurz mal darüber nach, wie ich das alles in unser Auto bekomme. Wird schon irgendwie gehen, wir haben ja damals auch die Drei Billy-Regale und einen Flatscreen in das Cabrio bekommen. Gut, die Polizei hat sich schon gewundert, uns allerdings weiterfahren lassen.

Es passte alles rein, gerade so. Zu Hause wurde der neue, grüne Spieltunnel direkt eingeweiht: BUSAAAAA!