Beschäftigung im Lockdown

Uns geht es gut. Wir wohnen in einem Haus, wir haben einen Garten, meine Frau hatte schon immer „Homeoffice“ und der Lockdown ändert unseren Alltag nur recht wenig, zumindest so lange, wie die Schule für den Sohn offen bleibt.

Aber wir haben mehr Zeit. Ich gehe nicht zum Sport und gebe auch keine Trainerstunden, die ehrenamtliche Arbeit in der Schule findet auch nicht statt, ich bin also viel mehr zu Hause als sonst. Meine Frau arbeitet aktuell weniger Stunden und fährt nur sehr selten raus zu Terminen, auch sie ist mehr daheim als sonst. Das Kind geht nicht zum Ballett und Spielbesuch ist sehr eingeschränkt.

Die freie Zeit muss ja irgendwie genutzt werden.

An der Niersaue.

Wie viele andere auch, räumen wir hier im Haus gerade auf. Durch die Geschäftsauflösung meines Vaters haben wir dann doch noch einiges an Krempel dazu bekommen, unter anderem meterweise Akten, die uns noch Jahre erhalten bleiben.

In der letzten Trainingseinheit vor der Schließung beim BJJ habe ich mich dann auch noch mal verletzt, was mich hier etwas eingeschränkt hat.

Ich hätte nicht so rumtönen sollen. 🙂

Der linke Rippenbogen hatte einen Knacks bekommen, was eine sehr schmerzhafte Angelegenheit gewesen ist. Mittlerweile kann ich mir schon fast wieder normal die Schule zubinden. Da der Sport aktuell ohnehin nicht stattfindet, verpasse ich nicht wirklich was. Ob ich in diesem Jahr noch mal Judo machen kann, steht aber in den Sternen. Also habe ich mittelfristig noch mehr Zeit.

Die Gartenarbeit konnte ich dank dem guten Wetter mittlerweile nachholen. Alle Büsche sind geschnitten, einige Buddelarbeiten stehen noch aus, das ist im Moment mit der Verletzung aber noch nicht machbar.

Meine Frau hat alle Gesellschaftsspiele zusammen gesucht. Unserem Kind haben wir mittlerweile auch Rummy-Cup beigebracht, ein Spiel, dass ich so gut wie nie verloren habe, aber unser Sohn spielt es besser. Dazu noch einen Haufen neuerer Spiele. So haben wir hier einige Nachmittage rum gebracht. Normalerweise lese ich meine Bücher im Urlaub, da der in diesem Jahr mehr oder weniger ausgefallen ist, nehme ich hin und wieder eines in die Hand, besonders in der ersten Woche des Lockdown, wo ich mich kaum bewegen konnte, war das eine gute Beschäftigung. Natürlich gehen wir auch gemeinsam an die Frische Luft und spazieren zum Beispiel durch den nahen Wald oder das angrenzende Neubaugebiet und staunen über die Häuserpreise. Wer soll das bezahlen?

Offenbar finden sich genug, die es können und wollen, denn es gibt praktisch keine freien Einheiten. Auch die Wohnungen in den Mehrfamilienhäusern sind ausverkauft. 60qm für 270.000 Euro. Auf dem Dorf. Ja gut.

Es sind alle weg.

Die Katze sieht fern.

Der Sohn hat die Lego-Stadt für sich entdeckt und baut fleißig daran herum. Er hat mir aber auch im Garten sehr gut geholfen die Büsche zu schneiden, so gut, dass in diesem Jahr der Igel bei uns schläft. Wir legen jedes Jahr einen Haufen an, aber bisher hat er immer bei den Nachbarn überwintert. Die Katze stört es nicht weiter.

Da uns das Aquarium vom Kind so viel Freude gemacht hat, haben wir uns für das Wohnzimmer ebenfalls eines gekauft. Es entspricht recht genau unserem ehemaligen Aquarium, das wir in unserer 2-Zimmer-Wohnung in Düsseldorf hatten. Das Planen, Kaufen und Einrichten hat uns allen zusammen viel Freude bereitet. Es ist noch nicht ganz eingefahren, aber es wird jede Woche schöner. Die Katze findet es auch super und schaut stundenlang hinein.

Nachdem ich in der ersten Woche unsere persönliche Ablage durch sortiert habe und alle Unterlagen für die Steuererklärung beisammen habe, ist mein Büro etwas leerer geworden. Die Steuererklärung für 2020 wird etwas kompliziert werden, denn durch den Tod meines Vaters habe ich den Laden und somit die Selbstständigkeit mit gegerbt und als wenn dieses Jahr nicht schon mies genug wäre, wurde auch noch eine Steuerprüfung angekündigt. Was für eine Freude.

Um mich ein wenig anderweitig geistig zu fordern, habe ich den alten DELL XPS 710 noch mal umgekrempelt. Ich hatte das alte Monster unter WIN7 wunderbar laufen, musste aber feststellen, dass dennoch einige alte Spiele sich arg geweigert haben ordentlich zu funktionieren.

Für einen „Retro-Gaming-PC“ ist das nicht gerade super. Also habe ich mir überlegt, den Kasten wieder mit einem RAID-Striping zu konfigurieren, um anschließend Windows XP Professional SP3 32Bit darauf zu installieren. Eine neue alte Grafikkarte habe ich auch im Zulauf und sobald ich alles beisammen habe, setze ich den Rechner so authentisch auf, wie es geht.

Ein Hochleistungs-Spiele PC aus 2006 mit original Hardware. Das wird sicher Nerven kosten. 😉

 

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