Berufswunsch in der Grundschule – Drogerie Schüffelgen

Unser Sohn möchte Tierarzt werden, diesen Wunsch hat er bereits seit der zweiten Klasse.

Es ist typischer Berufswunsch von Grundschulkindern, Tierärztin wollen vor allem die Mädchen werden, dieser Berufswunsch steht auf Platz zwei der Kinder und jungen Erwachsenen von 8 bis 19 Jahren, direkt gefolgt von Tierpflegerin. Bei den Jungs landen diese Berufswünsche weit unten in der Rangliste. Hier liegen KFZ-Mechatroniker und Mechaniker auf den obersten Plätzen, bei den jüngeren sind es eher Polizist und Feuerwehrmann.

Tatsächlich kann ich mich noch sehr genau erinnern, dass ich Müllwagen-Fahrer werden wollte und in der vierten Klasse dann Millionär.

Spoiler: Ich bin beides nicht geworden.

Eine handwerkliche Lehre hatte ich zuerst auf dem Plan, aber nach einem Praktikum in einer Glaserei und später in einer Gärtnerei habe ich davon Abstand genommen, das war ein echter Realitätscheck. Wie viele andere Jugendliche auch bin ich damals in das Berufs-Informationszentrum des Arbeitsamtes gegangen, hier gab man in ein spezielles Programm seine Wünsche, Neigungen und Talente ein und das Programm spukte eine Vorschlagsliste mit Berufen aus.

Auf dem ersten Platz landete bei mir: DROGIST.

Als ich das damals las, musste ich laut lachen.

Drogerie Schüffelgen, Kölnstraße 48 in Zülpich, Ende 1950er Jahre, vor dem Umzug.

Mein Großvater war gelernter Drogist und mein Vater ebenfalls.

Für mich war das allerdings keine Option, denn der Beruf des Drogisten war bereits damals schon nicht mehr so interessant, die Ketten übernahmen zunehmend erfolgreich den Markt und so wurde der Beruf mittlerweile zu einer Variante des Einzelhandelskaufmanns.

Das wollte ich auf keinen Fall werden, mein Interesse für Biologie und Chemie hatten diese Empfehlung wohl ganz oben auf der Liste landen lassen.

Opa Theos Mörser, aus Bronze (Antik)

Früher gehörte zum Beruf des Drogisten auch die eigene Herstellung von kosmetischen und technischen Präparaten, Salben und nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten, sowie Teemischungen. Heute macht das kaum einer mehr selbst. Von meinem Großvater habe ich noch die Apotheker-Waage, den „Giftbecher“ und diverse Behältnisse als Andenken hier, sozusagen als Beweis, dass der Drogist früher der Apotheker ohne Studium war. Oft waren die Drogisten früher sogar Apotheker, die wegen der Zulassungsbeschränkung keine eigene Apotheke eröffnen durften, die Drogerie war daher oft ein Ausweg aus der Klemme.

Diese Trennung gibt und gab es so beinahe nur in Deutschland, in anderen Ländern waren Drogisten immer auch Apotheker und umgekehrt, bis heute.

„Sie stellten eigene Tees, Kräutermischungen, Zahnpasta, Cremes und Reinigungsmittel her, welche es nur bei ihnen zu kaufen gab – sozusagen die Prototypen der heutigen Hausmarken der großen Drogerieketten. Ebenfalls zum Sortiment gehörte eine Weile Kraftstoff für Automobile. Denn bevor es Tankstellen gab, kaufte man diesen ebenfalls in der Drogerie. Ein weiterer Geschäftszweig war die Fotografie. Denn als diese massentauglich wurde, hatten Drogerien alles Nötige für die Entwicklung der Filme parat.“  Zentraldrogerie.de

Alte Apotheker-Waage, aus den 1920er Jahren, letzte Eichung 1984.

Als ich mich für den Beruf entscheiden sollte, wurden die klassischen, inhabergeführten kleinen Drogerien meist zu spezialisierten Parfümerien oder Fotohändlern und die Ketten übernahmen den Rest. Leider schlug das Programm mir keine Studiengänge vor, sonst wäre ich vielleicht tatsächlich Apotheker geworden, wer weiß.

Später wollte ich Berufssoldat werden, die Prüfung zum Offiziersanwärter hatte ich bereits abgelegt und bestanden, ohne das Wissen meiner Eltern. Auch davon nahm ich dann Abstand, denn ein Sportstudium durfte ich bei der Bundeswehr nicht machen und die mir von den Offizieren vorgeschlagene Alternative, irgendwas mit Ingenieurwesen, entsprach nicht gerade meiner Vorstellung.

Am Ende wurde ich Groß- und Außenhandelskaufmann und machte mich noch während der Ausbildung selbstständig, als Fotofachverkäufer und Fotograf, also ausgerechnet im Einzelhandel.

Seltsam, wie das Leben so spielt.

Mit einem seinerzeit stolzen Drogisten als Ur-Großvater, einem Drogisten und Fotohändler als Großvater, einer Apotheken-Helferin und Chefsekretärin als Oma und einer Apotheken-Helferin und Chemie-Laborantin als Groß-Tante und einem Berufswunsch zum Tierarzt bin ich sehr gespannt, was aus unserem Sohn einmal werden wird. Vermutlich wird er Kaufmann, so wie meine Frau und ich, dabei fände ich die anderen Berufe viel spannender.

Vielleicht schlägt er sich ja auch komplett auf die Seite der Familie meiner Frau, oder macht sein ganz eigenes Ding, wir werden sehen.

In jedem Fall war er die letzten Jahre sehr motiviert in der Schule dabei, um auf das Gymnasium gehen zu können. Wir hatten ihm erklärt, dass der Beruf Tierarzt ein Studium ist und das er dafür gut in der Schule sein muss. Zuletzt hatte er ein Zeugnis, dass ihm eine uneingeschränkte Gymnasialempfehlung einbrachte. Auch bei der Wahl seines Gymnasiums wählte er einen eigenen Weg, er wollte unbedingt auf das Mathematisch-Naturwissenschaftliche Gymnasium gehen, damit ist er aus seiner Klasse beinahe der Einzige.

Mein anderer Opa war Schlachter, vielleicht wird er ja Chirurg, besser nähen als ich kann er bereits.

 

 

 

3 Gedanken zu „Berufswunsch in der Grundschule – Drogerie Schüffelgen#8220;

  1. Hallo,
    ich Fahre ein Bulls Green Mover E-Bike. Als ich die Kassette (Zahnkranz lief sehr unrund) gewechselt habe viel mir auf das die Kontermuttern rechts sehr abgenutzt waren.
    Nun bin ich auf der suche nach diesen teilen. Da Sie einen freundlichen und Wahrscheinlich auch kompettenten Fachmann kennen möchte ich Sie fragen ob er so ein Ersatzteil besorgen kann.
    Vielleicht gehört das nicht hier rein aber ich greife nach jeder möglichkeit.

    Mit freundlichen Grüßen

    Heinrich Josef Alcantara y Graeve

    • Hallo, vielen Dank für das Kommentar.

      Die Green Mover Serie verwendet, so weit ich das beurteilen kann, absolute Standard-Komponenten, man muss nur wissen, welche.

      Jeder Fachhändler und jede Fachwerkstatt sollte ihnen helfen können, nur bei Teilen, die direkt den Motor betreffen, wird es komplizierter.

      Ich persönlich war schon seit Jahren bei keiner Fahrradwerkstatt mehr und habe mich durch alles selber gearbeitet. Ich habe auch teure Fehler gemacht, aber diese Fehler waren insgesamt auch nicht teurer, als die Werkstattkosten, die angefallen wären, ganz im Gegenteil.

      Ich kann Ihnen leider keinen Fachbetrieb nennen, alle großen, selbständigen Händler in meiner Stadt wurden von Ketten übernommen, seither war ich nicht mehr dort und habe auch nicht viel gutes gehört.

      Suchen Sie nach einer kleinen Fachwerkstatt, die kann Ihnen sicher helfen die richtigen Teile zu finden.

      Viel Erfolg.

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