Anmerkung zur „Küchentherapie“, aus Guter Rat 10-2011

In der Ausgabe 10 (Oktober) der Zeitschrift „Guter Rat“ habe ich einen Artikel mit dem Titel „Küchentherapie“ gelesen, der mich direkt ansprach und dann sehr stuzen lies. Es geht im Kern darum, dass aktuelle, aber leider nicht näher benannte, Studien belegen, dass der Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit sehr stark ist.

In der Einleitung wird das Beispiel einer Migräne-Patientin gezeigt, die durch eine GFCF-Diät beschwerdefrei wurde  (Seite 63). Auch ich habe meine Ernährung auf eine gluten- und caseinfreie Ernährung umgestellt, nachdem mir CFIDS und Fibromyalgie diagnostiziert wurde, Migräne war auch eines meiner Symptome. Mittlerweile bin ich schon lange völlig beschwerdefrei und ich habe meine gesamte Leblensqualität zurück erlangt.

Nach der Einleitung driftet der Artikel aber dann plötzlich in allgemeine Hinweise zur Ernährung  ab und geht nicht näher auf das Beispiel in der Einleitung ein. Schade genug, aber eine Seite später wird es dann sehr konfus. Zu verschiedenen Symptomen werden „Ernährungsalternativen“ aufgezeigt, die eine Verbesserung bringen sollen.

Die GFCF-Diät aus der Einleitung des Textes bringt nachweislich oft eine Verbesserung bei folgenden Krankheiten oder Symptomen:

  • CFIDS (CFS)
  • Fibromyalgie
  • ADHS
  • Autismus
  • Migräne

Sehen wir uns mal die Ratschläge von „Guter Rat“ zu diesen Krankheitsbildern an:

  • CFIDS (CFS) = nicht aufgelistet
  • Fibromyalgie = basische Ernährung mit wenig Getreide, hier ist die Erklärung sehr dürftig
  • ADHS = allergenarme Küche, das macht Sinn ist aber nicht näher erklärt
  • Autismus = nicht aufgelistet
  • Migräne = mehr Milchprodukte essen, säurebildende Kohlenhydrate reduzieren

Davon abgesehen, das Milchprodukte Migräne sicherlich nicht verbessern, sonst würde eine GFCF-Diät keine Erfolge bringen, wiederspricht dieser Ratschlag der Einleitung des Artikels. Ich verstehe nicht ganz, warum man so ausdrücklich den Erfolg der GFCF-Diät zu Beginn erwähnt, um dann in einer völlig anderen Richtung weiterzuschreiben und sogar dagegen sprechende Aussagen zu fomulieren. Eine basische Ernährung und die Vermeidung säurebildender Kohlehydrate sind nicht identisch mit einer gluten- und caseinfreien Ernährung, auch eine LOW-Carb Ernährung hat einen völlig anderen Zweck (Seite 65).

Ich ernähre mich sicher nicht weniger kohlenhydratreich als früher, aber eben glutenfrei. Der Artikel hätte sehr informativ werden können, aber leider geht dieser Rat in die Hose. Vielleicht hätte sich der Autor mal besser mit der „Migräne-Klinik Königstein“ aus der Einleitung unterhalten sollen, anstatt andere Meinungen, die zum Teil gegensätzlich sind, in eine Reihe zu schreiben.

So ist der Artikel beliebig,  bestenfalls verwirrend, aus meiner persönlichen Sicht ist er im  Kern sachlich sogar schlicht falsch.

 

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