Die ersten Tage mit Tageskind

Die Feuerwehr hat auf meinen Sohn mächtig Eindruck gemacht.

Die Feuerwehr hat auf meinen Sohn mächtig Eindruck gemacht.

Heute Morgen kam, wie verabredet, mein erstes Tageskind, ohne dass eine Begleitperson dabei geblieben ist. Es klappte alles erstaunlich gut, der Sohn hatte zwischendurch einen kleinen Anfall von Eifersucht, der ging aber auch schnell wieder vorüber. Ansonsten waren sich die Beiden völlig darin einig, in welcher Reihenfolge die Wohnung nun am besten auseinander zu nehmen wäre.

Nach dem Eintreffen um 7:30 Uhr haben wir erst noch ein wenig gefrühstückt, wir hatten die Balkontüre zum Lüften auf gemacht. Es roch ein wenig verbrannt, da hatten wir uns aber nichts bei gedacht. Meine Frau fuhr dann zur Arbeit, ich blieb mit den Pens zurück. Wir verzogen uns in das Spielzimmer. Gegen 10:00 Uhr kehrten wir für einen Snack in das Wohnzimmer (Esszimmer) zurück. Ich blickte aus dem Fenster und meinte Rauch gesehen zu haben, im Flur roch es ebenfalls nach Rauch. Kein gutes Zeichen. Jeder kann ja mal was auf dem Herd anbrennen haben, aber nach zwei Stunden sollte das längst vorbei sein.

Ich ging mit den Kindern auf den Balkon, konnte aber nichts erkennen. Als gegen 11:00 Uhr das Tageskind wieder abgeholt wurde, bat ich beim Verlassen kurz zu schauen, ob irgendwo Rauch herauskommt. Offenbar qualmte es in unserem Haus aus dem Küchenfenster der 1. Etage. Ich schnappte mir unser Kind und einen Feuerlöscher und ging klingeln, keiner öffnete.  Ich stellte die Haustüre auf und rief, wieder oben in der Wohnung, die Feuerwehr an.

Wenige Minuten später kam ein Leiterwagen, ein Löschzug, ein Rettungsdienst und die Polizei mit Tatütata angefahren. Die rannten zuerst alle an der Wohnung in der ersten Etage vorbei und standen dann bei mir vor der Türe:

„Nein bei mir brennt es nicht, aber ich habe angerufen, sehen sie mal in der ersten Etage nach, da, wo der Rauch aus dem Fenster heraus kommt.“

Das Kind war total geflasht. Dass er eines Tages auf Traktoren steht, so wie das Kind unserer Freunde, wird nun wohl nicht mehr passieren. Der Leiterwagen der Feuerwehr war einfach zu spannend. Ich schloss wegen des Gestanks wieder unsere, dankenswerter Weise, gasdichte Türe. Eine ganze Zeit später rückten alle wieder ab, nur die Polizei blieb noch eine Weile da, um die Wohnung zu „bewachen“, bis die Eigentümer von der Arbeit an gebraust kamen.

Ich kam mir anfangs schon blöd vor, wegen Rauch aus dem Küchenfenster die 112 zu wählen, aber es war wohl doch die richtige Entscheidung. Der Herd hatte einen Kurzschluss und einige Papiere in der Nähe waren verkohlt, dies hätte auch anders ausgehen können. Größerer Schaden ist offenbar nicht entstanden, alles noch mal gut gegangen.

Im Bekanntenkreis haben wir mehrere Feuerwehrleute, wenn unser Kind nun tatsächlich auf Feuerwehr „geprägt“ ist, kann ich zumindest Informationen aus erster Hand bekommen.

Was mich allerdings gewundert hat, ist, dass niemand der Nachbarn, die das Fenster direkt einsehen konnten, die Feuerwehr bereits früher gerufen hat. Von ganz oben und um die Ecke habe ich ja nur sehr wenig mitbekommen, andere waren ebenfalls zu Hause und sind eigentlich näher dran gewesen. Beruhigt hat mich allerdings, dass die Feuerwehr, ohne Probleme, mit dem großen Leiterwagen in durch die Spielstraßen gekommen ist. Ich hatte mich wirklich gefragt, was ich gemacht hätte, wenn es zu einem richtigen Brand gekommen wäre und ich mit eventuell vier Kindern im dritten Stock fest gesessen hätte. Rauchmelder retten Leben und alarmieren auch die Nachbarn, dazu immer einen vollwertigen Feuerlöscher in der Wohnung haben, die kosten teilweise weniger als 20,00 Euro. Ich habe schon zweimal einen gebraucht, heute fast ein drittes Mal.

Einige tage später…

Im Moment weiß ich wirklich nicht, wie andere Tagesmütter und Tagesväter das mit fünf Kindern jeden Tag machen, ich finde zwei schon eine echte Herausforderung.

Natürlich ist es jetzt gerade besonders anstrengend, weil die Kinder sich noch besser kennenlernen müssen, das Tageskind mich besser kennen lernen muss und vor allem auch die Regeln bei uns verstehen muss. Ich bemühe mich um einen immer gleichen Tagesablauf (Rituale), damit die Eingewöhnung besser funktioniert. Morgens frühstücken wir gemeinsam gegen 7:30 Uhr, als erste Handlung, wenn das Tageskind bei uns ankommt. Danach nehmen die beiden Jungs die Wohnung auseinander,  zwischen 9:00 Uhr und 10:00 Uhr genehmigen sie sich einen Obst-Snack und dann geht es raus an die frische Luft.

Heute waren wir bis halb zwölf draußen, die kleinen Racker waren dann schon regelrecht am Verhungern, zum Essen kochen reichte die Zeit daher nicht mehr. Kartoffelpüree mit Apfelmus (Himmel und Erde) gibt es so eben Morgen, heute gab es kurzerhand Rührei auf die Schnelle. Hat offensichtlich auch geschmeckt.

Ich versuche gerade dem Tageskind beizubringen, am Kinderwagen zu bleiben und nebenher zu laufen. Die Eltern haben das bisher noch gar nicht trainiert. Da bei ihm mit 16 Monaten bereits die Trotzphase kräftig beginnt, war es ein harter Kampf, aber es muss sein. Für die Runde um den Block haben wir eine gute Stunde gebraucht, danach waren wir beide erschöpft, mein Rücken grüßt mich jetzt schon.

Auf dem Spielplatz konnten sich dann beide abreagieren, dort war richtig viel Betrieb. Schätzungsweise 8 oder 9 Kinder bis zwei Jahre, die Spielsachen wurden wild getauscht, glücklicherweise hatte jeder etwas anderes mit. So ging die Zeit zügig herum. Mein Sohn hat heute Mittag kaum geschlafen, er bekommt gerade drei Zähne, was ihm sichtlich zu schaffen macht. Wenn um 14:00 Uhr das Tageskind abgeholt wird, habe ich sonst noch eine Stunde Zeit, die Bude wieder vorzeigbar zu machen und selber etwas zu essen, heute nicht.

Dafür kommen mir jetzt die Nachmittage mit nur einem Kind extrem erholsam vor.

 

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