„Alle haben ein Hochbett!“

Bei allen Bemühungen zum Thema „Nachhaltigkeit“ und „Minimalismus“ gibt es einige Bereiche, die sich irgendwie unserer Kontrolle entziehen. Viele Menschen sammeln Dinge an, dabei müssen es nicht immer die Klassiker „Filme“, „Musik“ und „Bücher“ sein.

Wir sammeln Betten.

Das war schon so, bevor wir ein Haus bewohnten, wurde aber mit dem Umzug noch schlimmer. Wer viel Platz hat, kann ja auch Gäste beherbergen. Wir könnten auf die Schnelle 7 Schlafplätze vorweisen, Luftmatratzen und Sofa nicht mitgezählt, sondern nur in Betten. Das letzte Upgrade ging auf unser Kind.

In diesem Jahr ist er ein gern gesehener Gast auf Kindergeburtstagen, immer, wenn wir fragten, wie es denn war, kam als Antwort: „Die Sowiso hat ein Hochbett.“

Wir haben das stets ignoriert. Als nun aber auch noch seine beste Freundin ein Hochbett bekam, war es kaum noch auszuhalten. Wir ließen uns breit schlagen.

Hochbett mit Schreibtisch

Hochbett mit Schreibtisch

Bei den Kleinanzeigen wurden wir schnell fündig. Es sollte ein „echtes“ Hochbett sein, nicht so ein 1,20 Meter teil, welches spätestens im Alter von vier Jahren zum lästigen Staubfänger mutiert, bestenfalls in Form einer Höhle. Für uns machte ein Hochbett nur Sinn, wenn man darunter sitzen kann. Wir wohnen leider nicht mehr mit einer Deckenhöhe von 3,90 Meter, aber irgendwie würde das schon klappen. Da wir in absehbarer Zeit auch noch einen Schreibtisch für unser Kind brauchen, kam uns die Kombination aus Hochbett, Ragal und Schreibtisch gerade recht. Schwedisches Design, versteht sich. 😉

Selbst gebraucht kamen diese Betten aber meist über 100 Euro, für mal eben so ein wenig teuer, denn wir brauchten auch noch eine Matratze. Dann fanden wir eines für 40 Euro und schlugen zu. Beim Abholen wurde schon mal klar, dass ich zum Reinigen etwas länger brauchen würde, alles schön mit Nikotin überzogen. Auf Metall zumindest ein lösbares Problem. Der Aufbau war dann aber eine Nervenprobe, es fehlten zahlreiche Schrauben. Meine Frau bestellte diese beim Hersteller nach, das ging, und dauerte nur vier Tage, inzwischen war auch die Matratze da. Beim Aufbau stellten sich dann andere Probleme ein, ein Hauptträger war gebrochen und bei einem anderem waren die Gewinde defekt. Für beide Probleme fanden wir eine Lösung, aber ich war da schon echt sauer. Noch einen Abbau überlebt dieses Bett nicht und genau genaugommen war es bereits vorher Metallschrott. Das war übrigens das erste Mal, das wir mit sowas rein gefallen sind.

Immerhin, jetzt steht es. Ich habe es noch mit Betonankern an der Wand befestigt, so dass es nun auch nicht mehr so doll schwankt. Unser Kind ist begeistert und hat den Schreibtisch direkt in Beschlag genommen, er räumte sogar seine Bastelsachen aus dem Wohnzimmer. Jetzt dauert es nur noch gut drei Jahre, bis auch der letzte Glitzer aus selbigen verschwunden ist. Naja, vielleicht auch noch was länger.

Aus Erfahrungen im Freundeskreis wissen wir, dass die „Hochbett-Phase“ nicht ewig andauert. Das alte Bett haben wir daher noch nicht abgegeben, sondern werden es verwahren. Eigentlich versuchen wir genau das zu vermeiden, aber hey, vielleicht kommt ja mal Besuch zum Übernachten.

Ein Gedanke zu „„Alle haben ein Hochbett!“

  1. Wir stehen gerade vor einer ähnlichen Entscheidung, aber nicht auf Wunsch des Kindes gedrungen, sondern mehr oder weniger auf unseren. Wir sind uns noch nicht ganz einig, wie die Gestaltung des Hochbetts aussieht, aber eine längere Nutzung macht natürlich Sinn.

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