Vollzeitvater (über mich)

Als Hausmann und Vater zu Hause zu bleiben, war mir früher nie in den Sinn gekommen. Nun, nach über acht Jahren als Vollzeitvater kann ich es mir schon fast nicht mehr anders vorstellen. Immer noch belege ich die Brötchen, die meine Frau nach Hause bringt.

Elternzeit

Aber von Anfang an: 2011 wurde unser Sohn geboren, ich ging am Tag der Geburt für ein ganzes Jahr in Elternzeit.

Das hat meinem Arbeitgeber damals nicht besonders gut gefallen. Mir wurde mitgeteilt, dass ich nach dem Ablauf der Elternzeit nicht zurück kommen brauche.

Seitdem kümmere ich mich um den Haushalt und um unser Kind, meine Frau ging nach den zwei „Vätermonaten“, in ihrem Fall die Mutterschutzfrist, wieder arbeiten. Diese Aufteilung haben, trotz des Elterngeldes, nach wie vor nur sehr wenige Eltern.

Wir haben einen echten Rollentausch durchgeführt, mit allen Nebenwirkungen, die man hier im Blog wunderbar nachlesen kann. Die Umstellung hat einige Monate gedauert. Auch meinen Blick auf die Geschlechter hat der Rollentausch erheblich verändert, ich habe lernen müssen, meine „Männlichkeit“ von Rollen- und Genderklischees zu lösen, sonst kann man als Vater daheim kaum glücklich werden. Das war nicht immer einfach.

Meinen alten Beruf als Produktmanager konnte ich nach dem Jahr zu Hause tatsächlich nicht wieder aufnehmen, denn ich wurde, wie zuvor durch meinen Arbeitgeber angedeutet, in der Elternzeit gekündigt.

Zertifizierter Tagesvater

Ein Freund brachte mich, eigentlich durch Zufall, auf die Idee, in den zwei Jahren nach der Elternzeit die Ausbildung zur Kinder-Tagespflegeperson zu machen. Er meinte das eher als Witz. 2013 habe ich das Bundeszertifikat erworben und war anschließend zwei Jahre offiziell Tagesvater mit Pflegeerlaubnis in Neuss. Mit dem Umzug nach Mönchengladbach habe ich die Tätigkeit als Tagesvater allerdings eingestellt.

Warum ich blogge:

Vor einigen Jahren, genauer gesagt bis 2008, wusste ich noch gar nicht, was Bloggen eigentlich ist. Als mir jemand das Konzept erklärte, fragte ich ganz offen, wozu das gut sein soll und wer sich überhaupt die Zeit nimmt, so viel zu schreiben. Und wer liest das ganze auch noch?

Nachdem ich die Verantwortung für das Firmenblog meines letzten Arbeitgebers dann übernommen hatte, machte es mir sehr schnell viel Freude. Ich lese gerne auch andere Blogs, es gibt wirklich wahnsinnig gute und ich versuche stets ebenfalls besser zu werden.

In der Elternzeit einen privaten Blog zu beginnen, lag daher sehr nahe. Ich komme viel zu selten dazu, für meinen Geschmack, aber Bloggen macht mir immer noch eine Menge Spaß und ich finde die Kommunikation mit den Lesern auch sehr wichtig. Auch wenn in den letzten Jahren das Kommentieren aus der Mode zu kommen scheint. Vermutlich weil andere Social Media wie Facebook und Twitter eine direktere Kommunikation ermöglichen.

Für mich ist das Blog mittlerweile vor allem ein Tagebuch. Regelmäßig lese ich in alten Artikeln und frische so meine Erinnerungen auf. Vielleicht freut sich später auch mein Sohn darüber, etwas mehr über meine Gedanken zu erfahren, wenn er alt genug dafür ist.

Worum geht es sonst noch?

Eine kleine Übersicht über die Themen der vergangenen Jahre.

Grundsätzlich schreibe ich in diesem Blog über meine Hobbys und alles, was mich als Vater und Hausmann so bewegt.

Mit dem Alter des Kindes ändern sich auch die Inhalte des Blogs mit der Zeit.  Eines der Basis-Themen ist die glutenfreie Ernährung, Zöliakie und die Auswirkungen auf Autoimmunerkrankungen, wie CF[ID]S und Fibromyalgie.

Fibromyalgie (18/18) und CFS (60%) wurden bei mir 2008 diagnostiziert. Jahre danach stellten sich die erheblichen Symptome als die Spätfolge einer nicht erkannten Gluten-Unverträglichkeit heraus, die sich erst mit beinahe 30 Jahren nach einer schweren Grippe wirklich bemerkbar machte. Die glutenfreie Ernährung, was den „Paleo-Livestyle“ mit einschließt, bleibt in meinem Alltag immer ein Thema. Egal ob beim Einkaufen, beim Ausgehen, oder im Urlaub.

Erst nachdem ich die Fibromyalgie im Griff hatte und die Symptome sich verabschiedet hatten, bekamen wir endlich Nachwuchs. Schwer war ich zwar schon immer, aber ich habe stets auch viel trainiert. Während meiner Krankheit wurde ich dann allerdings richtig fett, denn Sport zu machen war lange Zeit nicht mehr möglich. Rund 120 bis 130 Kg brachte ich von 2008 bis 2011 auf die Waage bei 184 cm Körpergröße.

Da ich ein fitter und kein fetter Vater sein wollte, beschloss ich mit der Geburt unseres Kindes abzunehmen, in diesem Blog berichte ich daher auch über die Erfahrungen während der Diät-Phasen. Ein Thema, was immer wieder eine Rolle spielt, denn mein niedriges Gewicht lange Zeit zu halten ist mir nie wirklich gelungen. 2015 hatte ich mein bisher geringstes Gewicht erreicht, ca. 85Kg bei deutlich unter 10% Körperfettanteil, als 12-Jähriges habe ich bereits mehr gewogen.

Für „die Bühne“ beim naturalen Bodybuilding reichte es dann aber nicht nur meiner Meinung nach leider doch nicht.

Außenansicht unseres 60er-Jahre-Reihenmittelhauses

Außenansicht unseres 60er-Jahre-Reihenmittelhauses

2013 war die Modernisierung unseres Reihen-Mittel-Hauses aus den 60er Jahren eines der Themen, über die ich vermehrt geschrieben habe, auch heute noch schreibe ich gelegentlich zu diesem Thema ein paar Zeilen. Mit dem Haus kam 2014 auch der Garten, der ebenfalls seinen fairen Anteil in meinen Berichten hat.

2012 bis 2015 habe ich immer wieder über „Natural-Bodybuilding“ geschrieben und natürlich über meine Erfahrungen mit den Diäten, die man dafür möglichst konsequent umsetzen muss. Insbesondere das intermittierende, also unterbrochene Fasten (Intermittent Fasting) ist an dieser Stelle zu erwähnen, diese Artikel sind nach wie vor Dauerbrenner bei mir im Blog. Aber auch das „Punkte zählen“, die „Steeve Reeves-Diät“ und die „Paleo-Ernährung“ haben ihren Anteil an meinem Gewichtsverlust.

2016 wollte unser Kind Taekwondo lernen, kurzerhand meldete ich mich mit im Verein an und trainiere nun wieder mehrmals die Woche Kampfsport. Das Bodybuilding ist für mich nur noch am Rand von Interesse.

Wer mehr wissen will, hier ist mein Kampfkunst-Lebenslauf im Kampfkunstboard.

Whitebelt Jiu Jitsu (BJJ), Caveirinha

2018 war es für meinen Sohn mit dem Kampfsport schon wieder vorbei, er geht doch lieber zum Ballett. Das Taekwondo habe ich ebenfalls wieder beendet, es war nie so richtig mein Sport. Dafür habe ich mein Interesse und Training im Judo und vor allem im brasilianischen Jiu-Jitsu intensiviert. Auch über diese Erfahrungen, mit über 40 noch mal in den Kampfsport einzusteigen, berichte ich hier mit ungeschönter Ehrlichkeit. Hin und wieder nehme ich mittlerweile auch an Wettkämpfen teil.

Taekwondo Schutzausrüstung

2019 ist die erste Saison für unsren Urlaub in eigenem Wohnwagen. Auch wenn wir den Caravan bereits 2018 gekauft haben ist 2019 das erste Jahr in dem wir wirklich mit dem Wohnwagen und unserem Kind in Urlaub fahren. Über das „Zelten mit Kind“ schreibe ich bereits seit Jahren, Caravaning mit Kind ist nun sozusagen neu dazu gekommen.

Probe-Campen mit dem Chateau Calista 450 im Herbst

 

Ich wünsche nun viel Spaß beim Lesen meines Blogs und freue mich über Kommentare.

Man ist nie bereit für Kinder, bis man das Erste hat, dann ist man einfach Vater.

Was Eltern nie vergessen sollten: Kinder haben ist auch schön

14 Gedanken zu „Vollzeitvater (über mich)#8220;

  1. Hallo Guido,

    da es diese Möglichkeit nun gibt, möchte ich unsere Glückwünsche für Euch an dieser Stelle auch digital verewigen. Wir sind gespannt, welche Einträge in zukunft folgen und um welche Uhrzeit Du diese vornimmst.
    So, nun können wir es kaum erwarten, Piet persönlich kennenzulernen und auch ihm zu seinem „Geburtstag“ zu gratulieren.

    Lieben Gruß
    Jochen, Sandra & die Kid´s

  2. Hallo..
    Finde es toll, das es noch andere Vollzeitpapis hier in der Gegend gibt…
    Sorry. Habe mich noch nicht Vorgestellt..
    Wir hatten uns heut kurz beim Kinderarzt gesehen.
    Ich bin seit 5 Jahren Vater und habe die Rolle des Vollzeitpapis seit der Geburt meiner Tochter vor 5 Jahren übernommen. Ich habe dazu noch einen Sohn der jetzt 4 geworden ist.
    Vor 3 Jahren hat uns meine Ex-Frau verlassen und somit verbringe ich jede Minute mit den Kindern und Haushalt….
    Weiß also sehr gut, wie schön, aber manchmal auch ganz schön streßig es sein kann Kinder und Haushalt in den Griff zu bekommen. Kann nur sagen…Respeckt und mach weiter soo..
    Vielleicht sieht oder schreibt man sich ja..
    Gruß Dirk..

  3. Hallo Ihr 2,

    IHR HABT SO EINEN SÜßEN SOHN!!!! Ein so freundliches und aufmerksamer Blick, interssiert am Leben und an allem was um ihn herum passiert. EINFACH ZUM KNUDELN und LIEBHABEN!!!! Eure Susi

  4. Hallo Guido,
    Ich darf doch „du“ sagen? Meine Name ist Timo, ich und meine kleine Familie sind zuhause in Rheinland-Pfalz, in der Nähe von Kaiserslautern.
    Seit im November 2011 unsere Tochter geboren wurde, bin ich auch Vollzeitpapa.
    Auf deinen Blog bin ich auf meiner Suche nach einem Fahrradanhänger gestoßen, weil ich auch einen Chariot Cougar kaufen möchte und auch diese Woche noch kaufen werde.
    Seit Montag haben wir auch die U4 und die zweite Impfung hinter uns. Die Kleine ist fit und gesund von den üblichen
    Babydingen abgesehen über die du ja in deinem Blog auch immer wieder schreibst, ist die Kleine wirklich ein Sonnenschein.
    Ich finde deinen Blog toll und werde sicherlich noch oft darin lesen, auch daraus lernen, das war Das was ich eigentlich sagen wollte!
    Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute, mach weiter so.
    Liebe Grüße,
    Timo

  5. Hallo Guido,

    ich finde es toll, dass es auch Frauen gibt die nicht nur an sich selbst denken und den Partner mit dem gemeinsamen Kind verlassen sondern den Part des Partners zu übernehmen wie in Deinem Fall. Herzlichen Glückwunsch. Deine Frau muß etwas ganz Besonderes sein.
    Den Deal, wie Du ihn mit Deiner Frau vereinbart hattest auf den Deal ist leider meine nun mehr Ex nicht eingestiegen.
    Ich bin froh, eine Seite wie Deine im Internet gefunden zu haben.
    Einer von wenigen Vätern in Wien war auch ich 4. Monate in Karenz mit unserem Sohn der bald 4 Jahre wird. Ich möchte diese wunderbare Zeit nicht missen denn sie hat mein Leben total verändert.
    Ich habe mich auch entschlossen, die Ausbildung zum Tagesvater (so wie es bei uns heist) zu absolvieren und werde voraussichtlich im Feb./März 2013 beginnen U4 Kinder zu betreuen. Natürlich werde ich Deine Blogs weiterhin mit großem Interesse lesen und mir so Manches abgucken:-)

    Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch eine besinnliche Adventzeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest.

    Liebe Grüße

    Heinrich

  6. Tag Guido,

    klasse Blog, hab mal den RSS-Feed abonniert und freue mich über neue Einträge. Bin seit September in Elternzeit und spiele mit dem Gedanken Tagesvater zu werden. Mal sehen, auf jeden Fall helfen deine Informationen sehr weiter.

    Beste Grüße aus Würzburg
    Kalli

  7. Hi Guido,
    Ich bin gebürtiger Engländer und wohne in die Nahe von Dortmund
    ich habe dein Blog zufällig gefunden als ich mich über das Intermittant Fasting im Netz informierte.
    Ich habe „fast“ mein Leben lang Sport getrieben, in den 80 gern war ich ski Langläufer & Triathlet, später habe ich Natrual Bodybuilding gemacht (ohne Wettkämpfe) leider habe ich nach 2 komplizierte Bein Ops knapp 18 Monate im Rollstuhl gesessen und danach fast 2 Jahre gebraucht um wieder „fast“ normal laufen zu können.
    In dieser Zeit habe ich viel zugenommen und wog vor ein Jahr knapp 95 Kilo (bin 1,70cm) also war ich ziemlich dick 🙂
    Habe wieder angefangen zu trainieren (habe alles zu hause,- Laufband, Cross & Rüdergerät und leichte Gewichte) ich mache auch Pole Running auch auch als Ski Gang bekannt, bisschen wie Ski Langlauf ohne Schnee, nicht zu vergleichen mit Nordic Wakling. Die Stöcke sind viel länger (also viel intensiver für den Oberkörper) da macht Man Jogging, Sprints, Berg Auf Intervalle usw.
    Alles gar nicht so einfach da ich jetzt Ü 50 bin…..bin zwar junggeblieben aber ich merke dass ich keine 25 mehr bin
    Habe jetzt ca 85 Kilo
    Vor kurzem habe ich auch intermittant fasting angefangen um munter die 80 Kilo zu kommen ,mein Wohlfühlgewicht ist irgendwo zwischen 76 -79 Kilo
    als ski Langläufer wog ich ca 67 kg.
    ich möchte gerne mit andere hier in Deutschland austauschen die ähnliche Fitness Ziele, in natürliche und gesunde weise erreichen möchten und würde mich sehr freuen wenn wir in Kontakt kommen.
    ich habe dein Blog abonniert und freue mich auf Neuigkeiten.
    bis bald.

    Steve

  8. Klasse Seite :)))

    Leider werden die Arbeitsleistungen von Eltern finanziell ausgebeutet. Der „Paygap“ von außer Haus und innerfamiliär geleisteter Care-Arbeit beträgt 100%. (Kein Wunder, dass die Geburtenrate seit 50 Jahren mit 1,3 – 1,5 weit unter der Generationenerhaltszahl 2,1 herumdümpelt, der sog. demografische „Wandel“ ist nicht vom Himmel gefallen sondern eine ganz direkte Folge der systematischen langzeitlichen Finanzbenachteiligung von Eltern bzw. der Familienerosionspolitik).

    Toll, dass Sie sich dennoch nicht abhielten ließen, Vollzeitvater zu werden.

  9. Hey,

    Bin auch Vollzeitpapa – die Mama verdient einfach besser.
    Und jetzt haben wir auch ein älteres Haus gekauft was renoviert werden muss (leider überteuert). Heizkörper, Mauernischen, Elektrische Rolladen, Fenster, Kellertür, …Kommt das bekannt vor?

    Vielleicht eine doofe Frage: Aber wie kommt man mit einer 2 jährigen Tochter zum Renovieren? Ich komme zu fast nichts, auch aus Sicherheitsgründen ist es schwierig hier mit einer Flex zu arbeiten („Ich auch!“) oder Mörtel anzurühren („Lecker!“).

    Wie hast du das gemacht?

    • Für heikle Sachen, oder wenn ich Ruhe brauchte, sind die Schwiegereltern eingesprungen, davon abgesehen: Schutzausrüstung wie bei den Profis gibt es auch für Kinder.

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