7% Inflation? Mein Haushaltsbuch sagt etwas anderes.

Ich führe seit sehr vielen Jahren ein Haushaltsbuch, früher, weil wir es mussten, denn es gab Zeiten bei uns, da war das Geld sehr knapp. Damals rechnete ich jedes Teil, das ich in den Einkaufswagen legte, im Kopf auf den Cent genau mit, denn ich wusste sehr genau, wie viel Geld ich noch im Geldbeutel hatte und mehr war auch nicht mehr da. Diese Angewohnheit habe ich über viele Jahre nicht ablegen können, auch wenn es schon lange nicht mehr nötig war.

Seit vielen Jahren brauchen wir uns um die normalen Einkäufe keine Sorgen mehr zu machen und wir begreifen dies immer noch als „Luxus“.

Dennoch habe ich mein Haushaltsbuch stets beibehalten, aus verschiedenen Gründen, denn nur so kann ich zum Beispiel unseren Anteil an Bio-Lebensmitteln erkennen, oder wie hoch die Mehrkosten im Monat für meine glutenfreie Ernährung sind, oder wie viel Fleisch wir im Jahr essen. Die Inflation, genau genommen natürlich unsere ganz individuelle, eben tatsächlich unseren eigenen Warenkorb, kann ich dabei auch ablesen, denn über einen Monat sind unsere Ausgaben recht konstant, der Dezember ist immer ein Ausreißer, wegen Weihnachten und früher auch der Oktober, wenn wir unsere Geburtstage gefeiert haben und dafür groß einluden. Das hat so schon länger nicht mehr stattgefunden.

Heizölrechnung

Beim Heizölkauf fiel es uns natürlich auch auf, wobei wir Glück hatten und zwei Tage vor dem Ukraine Krieg getankt haben. Wir fanden den Preis zu diesem Zeitpunkt schon hoch, hatten aber einfach kein Öl mehr. Den Entschluss eine neue Ölheizung zu kaufen kam beinahe zeitgleich, obwohl durch den Krieg das Heiz-Öl noch einmal erheblich teurer wurde. Gas allerdings im Verhältnis noch deutlich mehr.

Wären wir auf Gas umgestiegen, hätten wir aktuell Mehrkosten gegenüber Öl von mehreren hundert Euro im Jahr.
Selbst eine Wärmepumpe wäre aktuell teurer im Unterhalt, als unsere neue Ölheizung, davon abgesehen, dass uns niemand wirklich eine Wärmepumpe verkaufen wollte und die Lieferzeit 11 Monate betragen hätte.

Das ging einfach nicht.

Auch die Stromkosten haben sich für uns verdoppelt, die neue PV-Anlage wartet im Keller, aber der Dachdecker hat aktuell keine Zeit dafür.

Mein Haushaltsbuch wirft Mehrkosten in den letzten Wochen, nur für die Lebensmittel, von rund 20% raus.

Einzelne Produkte sind 30% teurer geworden, das kann ich eindeutig belegen. Aber selbst 20% im Mittel sind enorm viel mehr, als die offizielle Statistik.
Dies liegt natürlich an unserem individuellen Einkaufsverhalten. Meine glutenfreien Aufback-Brötchen kosten nun statt 1,99 Euro 2,49 Euro. Das sind 25% Preissteigerung, mein Waschmittel kostet statt 8,99 Euro nun 10,99 Euro, immerhin auch über 20% mehr. Das Mett, das unser Sohn am liebsten isst, ging im Preis rauf von 0,99 Euro auf 1,29 Euro, also satte 30%.

Ich könnte ewig so weitermachen.

Die Produkte, die nicht teurer geworden sind, fallen nun richtig auf. Das Lieblings-Schnittbrot vom Sohn kostet immer noch 0,79 Euro, mal sehen wie lange noch.

Es wurde früher gerne von „gefühlter Inflation“ gesprochen, wenn Preise im persönlichen Bedarf deutlich mehr ansteigen, als der offizielle Warenkorb. Aber ich sage voraus, dass wir mit den 7% bis zum Jahresende auch offiziell nicht hinkommen werden.

Nie im Leben.

Ein Gedanke zu „7% Inflation? Mein Haushaltsbuch sagt etwas anderes.

  1. Mein Haushaltsbuch verzeichnet ähnliche Preissteigerungen. Zwar kaufe ich anscheinend andere Produkte als du, die Preise sind aber auch bei mir locker über 7% plus.
    Maisstärke 0,59€ -> 0,95€
    400 g Hirse 2,99 -> 4,95€
    400 g Buchweizen hatte ich schon für 8,49€ gesehen
    Es ist verrückt. Leider gewinnt man immer mehr den Eindruck, dass sich hier manche die Taschen voll schlagen. Das ist es, worüber ich mich am meisten ärgere.
    Liebe Grüße, miteigenenhaenden

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