15 Aug

Wegen dem Bisschen…

Gestern habe ich mich ernsthaft gefragt, ob unser Sohn es in den Kindergarten schafft, oder ob er von mir vorher in ein dunkles Kellerverlies gesperrt wird und ich einfach den Schlüssel wegwerfe. Was unser Kind in den letzten Tagen hier auf die Beine stellt, entbehrt jeder Beschreibung, ich kann es wirklich nicht in Worte fassen. Ich gehe auf dem Zahnfleisch.

Unser Sohn macht ohne Unterbrechung Unsinn. Dabei handelt es sich um Klassiker wie: „Ist die Herdplatte heiß“, oder: „Geht Teil X kaputt, wenn ich Teil Y draufwerfe?“

Es waren aber auch einige neue Kracher mit von der Partie. Ich bin unten in der Küche, mein Sohn oben auf der Toilette, was toll ist, denn er ist seit einigen Tagen voll „trocken“. Auf einmal hörte ich meine Frau kreischen. Folgendes war passiert:

Unser Sohn war auf Toilette und hatte die gesamte Toilettenpapier-Rolle „versehentlich“ versenkt. Die holte er mit der Toilettenbürste wieder raus, was ein wenig viel gekleckert hat. Also putzte er das Bad, mit, genau: Der Toilettenbürste. Das hat nicht so gut funktioniert, also besorgte sich der Hausmann in Spe einen Swiffer und legte los, wobei er die Krümel vom Katzenklo mit dem Wasser auf dem Boden vermischte. Lecker. Es wurde so nicht wiklich besser, also ergriff er die Initiative, holte ein großes Handtuch, packte es sorgfältig in ein Waschbecken, so dass alle Öffnungen gut verschlossen waren und machte den Hahn volle Pulle an…

Wie gesagt, das war nur einer der Klopper, im Laufe der letzten drei Tage waren es wohl eher 100 dieser Art. Ehrlich.

Ich las daher einige Elternblogs, was mir sonst oft hilft, denn es geht ja meist anderen Eltern ganz ähnlich. Leider landete ich diesmal irgendwie auf einem Mutti-Blog, der so gar nicht in mein Bild passte, dort regte sich die Bloggerin darüber auf, dass im Supermarkt eine Mutter ihr Kind wegen „nichts“ angeschrien hatte.

Das hätte aktuell auch gut  ich sein können, denn man weiß ja nie, was vorher gewesen ist. Die Sache, die einen zum Ausflippen bringt, ist meistens eine Kleinigkeit, ein berüchtigtes „Nichts“, wenn aber vorher schon 100 andere Vorfälle waren, reicht ein „Nichts“ völlig aus. Ich frage mich dann, was wohl vorher war.

Mein letztes „Nichts“ war eine Tasse Kaffee, die mein Sohn über mein T-Shirt verteilte, weil ich eben gerade keine Geschichte vorlesen wollte, sondern erst in drei Minuten.
Da habe ich ihn angeschrien, so richtig. Ich war total sauer. Natürlich tut mir es kurze Zeit später leid, aber da halte ich mich an den Spruch einer befreundeten Mutter: „Bei uns zu Hause wurde früher geschlagen, wir brüllen nur.“

Schreien ist nie gut, aber ich kenne nur eine Familie, wo ich die Eltern noch nie schreien gehört habe und das war vermutlich nur Zufall. „Die Brüllfalle“ haben wir natürlich auch in der Ausbildung zu Kindertagespflegeperson durchgenommen, aber meine Meinungen zu den Unterschieden zwischen Theorie und Praxis kann man hier im Blog an vielen Stellen nachlesen. 😉

Als ich heute im Studio war, ist mir noch etwas ganz ähnliches passiert. Auch so ein Bisschen. Meine vorletzte Übung war an einer Beinpresse, ich gab alles. Ich wechselte auf das Gerät daneben, als ein Mann sehr auffällig an das vorherige Gerät ging und mein Gewicht demonstrativ leicht bewegte. Ja, das hat mich geärgert, nicht, weil ich das nicht kann, sondern, weil er offenbar auch, ebenso wie die Bloggerin oben, nicht darüber nachgedacht hat, was vielleicht vorher gewesen ist. Er dachte wohl nur: „Hey, sieh mal her, ich mach das mit links.“ Das ich seit Monaten im Kaloriendefizit trainiere, im Ganzkörperprogramm, Low Carb und vorher schon andere Übungen gemacht hatte, war ihm nicht bewusst.

Ebenso sollte sich die bloggende Mutter fragen, ob sie nicht vielleicht in ein paar Tagen wegen einem Bisschen an der Kasse im Supermarkt ausflippt. Irgendwann erwischt es jeden, da bin ich mir sehr sieher.

One thought on “Wegen dem Bisschen…

  1. Hallo,

    Danke Danke für diesen Artikel! So schrecklich es war so lustig ist die Putzaktion zum Lesen 🙂
    Ich habe auch das Gefühl, dass wir solche langen Quatsch- und Gemeinheitentage haben und ich abends sooo froh bin, wenn alle schlafen…
    Und dann gibt es Tage wie heute an denen mich meine 3jährige unterstützte (den kleinen Bruder sehr lieb bespielt) damit ich unsere geernteten Äpfel verarbeiten kann und nicht immer zu 2 Streithähnen eilen muss.
    Kopf hoch! Ich wünsche Dir nach diesen Episoden auch einen wundervollen Tag in der ganz nahen Zukunft (bzw. wundervolle Stunden)

    LG
    Petra

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