10 Aug

Was sollten Kinder über Essen wissen?

Wenn Eltern über Ernährung diskutieren, geht es meist hoch her. Denn mit gesunder Ernährung kennt sich ja eigentlich jeder aus und jeder weiß, was man essen soll und was besser nicht.

Was sollten denn unsere Kinder über unser Essen wissen?

Da die Eltern stets Vorbild sind, übernehmen die Kinder meistens die Essgewohnheiten ihrer Eltern. Gern gesprochene Sätze von Eltern:

„Unser Kind isst das nicht.“
„Das gebe ich unserem Kind nicht zu essen“

Unser Sohn isst nicht alles, das ist auch gut so. Er muss zum Beispiel keinen Ketchup mögen. Auch gebe ich meinem Kind nicht alles zu essen, „Kindermenüs“ sind mir meist ein Greul. Ich bemühe mich intensiv, um (frittierten) Industriemüll einen Bogen zu machen, wo es geht. Das gilt aber für uns alle. Bei uns gibt es nie Fischstäbchen oder Chicken-Nuggets, auch keine Fertigpizza oder Dosenfutter. Im Kindergarten bekommt er es oft genug vorgesetzt, ob er es dort isst, weiß ich leider nicht wirklich.

Brathähnchen
Brathähnchen

Ich sehe keinen Unterschied darin, ob ich meinem Kind keine Chicken-Nuggets „koche“, weil ich es für Müll halte, oder weil ich veganen Prinzipien folge. Kinder werden durch das geprägt, was in den ersten Jahren zu Hause auf den Tisch kommt. Unser Kind mag es am liebsten ursprünglich, eben so, wie wir zu Hause gerne essen. Mit meinen Eintöpfen kann ich ihn zwar nicht überzeugen, aber er isst gerne Brathähnchen, geräucherten Fisch, Eier mit Speck, Pute mit Reis ohne Sauce und beinahe alle Arten Rohkost.

Unserem Sohn habe ich nie erklärt, dass ich viele Dinge für nicht gut oder gesund halte, ich kaufe und esse diese Dinge einfach nicht und das prägt. Wenn er woanders isst, darf er essen, was er mag, meistens mag er es aber eben nicht.

Mit Maggi-Fix-Tüten braucht ihm eben keiner kommen, auch nicht mit Ketchup. Stellt man ihm Rohkost und Kekse hin, ist nicht sicher, was er zuerst greift, denn ich esse ebenfalls viel Rohkost und keine Kekse. Ich verbiete ihm aber keine Kekse und ich bestimme auch nicht, dass er erst Rohkost isst, bevor er Kekse darf. Was wir essen, darf er auch essen, ich kaufe nicht speziell für ihn ein, außer vielleicht mal einen Schokoladen-Pudding, den ich zwar selbst machen könnte, aber den Aufwand für die Menge scheue.

Auch verschweige ich ihm nicht, was er isst, oft schaut er mir in der Küche zu, wenn ich das Essen zubereite. Wenn wir im Tierpark oder auf den Bauernhöfen sind, erkläre ich ihm, welche Teile der Tiere wir essen und was daraus gemacht wird. Er weiß, dass aus Eiern Hühner werden, wenn man sie lässt. Oft werden wir deswegen sehr seltsam angesehen, zum Beispiel, wenn wir vor den Kaninchen stehen und andere Eltern sagen: „Die sind aber süß, oder?“ erkläre ich unserem Sohn: „Die sind aber lecker, vor allem mit Speck aus dem Tontopf.“

Wir essen Tiere, die meisten Menschen machen das. Den Kindern sollte man aber die Wahrheit durchaus zumuten, sonst kommt die Milch später aus dem Tetra-Pack und nicht von der Kuh, die dafür hart arbeiten muss und dass das Kalb, was dafür notwendig ist, von uns meistens gegessen wird, wird auch gerne verschwiegen. Ohne Kalb eben keine Milch.

Wer sein Kind vegan oder vegetarisch ernährt, sagt seinem Kind sicherlich auch, warum in dieser Familie kein Fleisch gegessen wird. Wenn unser Sohn einmal sagt, er will keine Tiere töten, um zu essen, werde ich für ihn vegan kochen. Aber bis zu einem gewissen Punkt, sind die Eltern das Vorbild. Kinder sollten ruhig auch wissen, dass nicht alle Tiere so leben, wie im Bilderbuch. Unser Kind kennt auch „echte“ Bauernhöfe.

Übrigens war unser Sohn noch nie bei Mc Donalds oder einer anderen Fast-Food-Kette. Warum? Weil wir auch nicht dorthin gehen, ganz einfach. Daher isst er auch bei anderen Gelegenheiten diese Gerichte nicht, er kennt sie nicht, er will sie nicht und da bin ich sehr froh drüber.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.