29 Jan

Was Kinder nicht alles müssen

Wir sind immer wieder beeindruckt, wie gut sich unser Kind woanders benehmen kann und gleichsam erschrocken, wie es manchmal dafür zu Hause zur Sache geht.

Eine ältere, sehr bodenständige Frau mit vielen Kindern sagte mal zu uns, als wir darüber im Eltern-Smalltalk jammerten:

„Zu Hause ist egal, woanders, das ist wirklich wichtig.“

Das sagen wir uns seitdem immer selbst, wenn es wieder rund geht. Aktuell haben wir die „Warum-MUSS-ich-das-Phase“. Wir hätten es ahnen können, denn bei Freunden von uns, deren Kind einige Monate älter ist, haben wir die Phase gut beobachten können. Nun hat es uns erwischt.

Sozialpädagogen äußern sich zum dem Sachverhalt bei 4 bis 5-Jährigen in etwa so: „[…]dass ein Kind zu Hause bei seinen Eltern Widerspenstigkeit zeigt und trotzt, ist ein Beweis für die Intaktheit der Eltern-Kind-Beziehung.“

Das soll einen beruhigen, ähnlich wie der Satz: „Seien sie doch froh, dass sie so ein kreatives Kind haben.“

Funktioniert nur leider nicht wirklich, denn anstrengend ist es in jedem Fall. 🙂

Gerade gestern hat uns unser Kind wieder wütend aufgezählt, was er alles machen muss, und dass er dies total unfair findet:

„Immer muss ich…

  • …machen, was ihr sagt.“
  • …ich abends ins Bett.“
  • …essen.“
  • …mir die Hände waschen, wenn ich auf der Toilette war.“
  • …mein Zimmer aufräumen, wenn Besuch kommt.“

Diese Liste ist selbstverständlich nicht vollständig, gibt aber einen guten Eindruck davon, worüber wir hier bei uns diskutieren. Die Schwerpunkte haben sich seit dem Artikel: „Unser Kind darf nichts“ ein wenig verändert, da sieht man tatsächlich den Altersunterschied. Ich bin mir nur nicht sicher, ob es ein Fortschritt ist.

Ein wenig erschreckend ist, dass die berühmte 6-Jahres Krise erst noch kommt. 😉

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