23 Jun

Warum beißen Sie mein Kind?

Es gibt sie, diese Tage mit kleinen Kindern, an denen man einfach nichts richtig machen kann. Jede Nichtigkeit, natürlich nur für die Eltern, nicht für das Kind, führt zu einem Wutanfall beim kleinen Wonneproppen. Es beginnt schon vor dem Aufstehen, wenn statt der Mama, der Papa (beliebige Reihenfolge) in das Zimmer kommt. Dann ist es die falsche Hose, nicht die richtigen Schuhe, der falsche Radhelm, völlig egal.

„Mit dem 3. Lebensjahr beginnt auch eine Phase heftiger Gefühlsausbrüche. Jetzt werden Sie wahrscheinlich um die 100 Wut- und Weinanfälle erleben! Dabei sind es gerade besonders intelligente Kinder, die sich eine Vorstellung davon bilden, was Sie haben oder erreichen wollen, die von Wutanfällen geschüttelt werden.“ Kinder.de

100 Wutanfälle? In welchem Zeitraum? Am Tag?

Heute hatten wir derlei Wutanfälle, sauber durchgetaktet, alle 15 Minuten. Ich gab mit alle Mühe, aber einer erwischte mich beim Discounter an der Kasse. Volles Programm, so mit auf den Boden werfen und den Fäusten trommeln.

Vielen Lesern dürfte das bekannt vorkommen. Die meisten Tipps dazu sind übrigens für die Tonne. Besonders gut gefällt mir der Rat: „Die beste Methode, Wutanfällen zu begegnen, ist natürlich, sie gar nicht erst entstehen zu lassen.“
An einem anderen Tag hätte ich beim Lesen dieses Satzes vermutlich laut gelacht, heute konnte ich das nicht mehr.

Vor Ort an der Kasse versuchte ich es erst mit Verständnis, dann mit Erpressung, was auch nicht klappte, dann mit Ignoranz, was sehr schwerfiel, da mich mittlerweile 12 Leute hinter mir genervt ansahen.

Da gab es nur noch eine Lösung: Täuschung!

Ich brüllte also den jungen Kassierer an: „Was erlauben Sie sich? Warum beißen sie mein Kind?

Alle Blicke lagen nun auf dem Kassierer, mein Sohn schrie freilich immer noch, aber nun war der Großteil der Wartenden verunsichert. Lediglich zwei Männer hinter mir ließen sich nicht täuschen. Die hatten leider gesehen, dass mein Sohn brüllte, weil ich ihn aus dem Wagen gehoben hatte, und er nicht weiter auf der Sitzfläche stehen durfte. Ich machte mich so schnell es ging aus dem Staub, für die nächsten vier Wochen traue ich mich nicht dahin. 😉

 

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