Voranzucht auf der Fensterbank, 2017

Es ist Februar, einige werden mit der Voranzucht von Paprika, Peperoni und Melonen bereits im Januar begonnen haben, ich habe erst vor einigen Tagen den ersten Voranzucht-Kasten (Minigewächshaus) auf die Fensterbank platziert.

Spitzkohl, Mangold, Tomaten, Gurken, Rettich

Das gesamte Bio-Saatgut habe ich mittlerweile selbst vermehrt, was in etwa 50,00 bis 75,00 Euro Eigenbedarfsanteil entspricht, so hoch waren vorher meine Saatgut-Bestellungen jährlich bei „Dreschflegel“ und beim „Biogartenversand“. Einige Sorten brauchen zwei Jahre um vermehrt zu werden, bei anderen braucht man etwas Glück, andere wird man nie wieder los, ich denke da zum Beispiel an „Green-in-Snow.“ Dieser Asia-Kohl ist nicht unterzukriegen und wächst selbst im Winter fleißig weiter.

Nicht alles wächst bei uns gut, wir haben einen Nordgarten und sehr schweren Boden. An dem Boden arbeite ich nun schon seit einiger Zeit und es wird endlich besser. Mit einigen Gemüsesorten habe ich aber einfach kein Glück, dabei gelten die sogar teilweise als „einfach“, wie zum Beispiel Kohlrabi. Der hat bei mir noch nie gekappt, die Nachbarin erntet mit meinem Saatgut Kohlrabi groß wie Fußbälle. Ich gebe da nicht auf. 😉

Aktuell habe ich mit Mangold, Spitzkohl, Gurken, Rettich und Tomaten begonnen. Obwohl das Saatgut teilweise drei Jahre alt ist, keimt es wunderbar, viele Sorten sollen sogar bis zu sechs Jahren keimfähig bleiben. Insgesamt habe ich sicher an die 30 Sorten selber nachgezogen, nicht alle werde ich behalten. Aktuell trage ich noch Verantwortung für den Sellerie „Hochdahler Markt“, drei Pflanzen habe ich zur Vermehrung über den Winter stehen lassen, es gibt nicht mehr viele, seit es eine Panne bei „Dreschflegel“ gab.

Saatgut selbst zu vermehren ist keine große Sache, allerdings müssen es natürlich „echte“ Sorten sein, Hybride kann man so nicht vermehren. Eine Magoldpflanze durchblühen zu lassen ist nicht nur hübsch, sondern liefert eine Unmenge Saatgut. Ich könnte mit meinem Vorrat sicher 50 Gärten bestücken und ich habe bereits viel abgegeben, bei einer Haltbarkeit von mehreren Jahren, muss man das ja auch nicht ständig machen. Eine Tüte Mangold-Saatgut „Rainbow“ kostest aktuell 3,10 Euro, da habe ich ein kleines Vermögen im Keller liegen. 🙂

Bei Bio-Saatgut ist es aber auch oft so, dass die Pflanzen im Frühjahr durch Selbstaussaat wieder auftauchen, die setze ich dann einfach beizeiten an die richtige Stelle und fertig. Salat habe ich schon lange nicht mehr gezielt ausgesät, auch Pak-Choi, Frühlingszwiebeln und Topinambur kommen jedes Jahr von alleine wieder.

Zwei meiner Quadratbeete habe ich inzwischen umgewidmet, der Standort für Gemüse war einfach nicht gut genug, in einem wächst nun „Hummelfutter“ und im anderen verschiedene Beerenobst-Sträucher. Vermutlich werde ich noch zwei neue Beete anlegen, das muss ich noch mit der Familie diskutieren. Der Vorgarten bekommt dieses Jahr aber auch wieder ein paar Pflanzen ab, Tomaten sicherlich, vielleicht auch noch etwas Mangold, ist für die Passanten immer ein Hingucker. 🙂

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