Warum beißen Sie mein Kind?

Es gibt sie, diese Tage mit kleinen Kindern, an denen man einfach nichts richtig machen kann. Jede Nichtigkeit, natürlich nur für die Eltern, nicht für das Kind, führt zu einem Wutanfall beim kleinen Wonneproppen. Es beginnt schon vor dem Aufstehen, wenn statt der Mama, der Papa (beliebige Reihenfolge) in das Zimmer kommt. Dann ist es die falsche Hose, nicht die richtigen Schuhe, der falsche Radhelm, völlig egal.

„Mit dem 3. Lebensjahr beginnt auch eine Phase heftiger Gefühlsausbrüche. Jetzt werden Sie wahrscheinlich um die 100 Wut- und Weinanfälle erleben! Dabei sind es gerade besonders intelligente Kinder, die sich eine Vorstellung davon bilden, was Sie haben oder erreichen wollen, die von Wutanfällen geschüttelt werden.“ Kinder.de

100 Wutanfälle? In welchem Zeitraum? Am Tag?

Heute hatten wir derlei Wutanfälle, sauber durchgetaktet, alle 15 Minuten. Ich gab mit alle Mühe, aber einer erwischte mich beim Discounter an der Kasse. Volles Programm, so mit auf den Boden werfen und den Fäusten trommeln. Weiterlesen

Die U7a

Heute war der Termin für die U7a. Wir fuhren mit dem Rad und ich bemühte mich, Nebenstrecken zu fahren, denn die kürzeste Strecke ist nicht besonders schön. Leider habe ich mich dabei komplett verfranst, als ich Passanten nach dem Weg fragte, staunten die nicht schlecht: „Was? Zum Krankenhaus in Neuwerk? Das ist doch ganz woanders.“

Gut, das hatte ich mir schon gedacht. Nach einer ausführlichen Wegbeschreibung, die sogar stimmte, fand ich den Arzt, sogar noch pünklich. Unser Sohn benannte Farben, baute Türmchen, schoss und warf Bälle und machte das, was er am zweitbesten kann: Quatschen.

„Oh, super, so wie der redet, brauchen wir ja fast keinen Sprachtest machen.“

Am besten kann er übrigens Dinge zerstören, die ihm nicht gehören. Heute Morgen musste mein MD-Spieler dran glauben, der wurde kurzerhand als Spardose mißbraucht. Als kleine Rache bestellte ich noch eine Spritze beim Arzt, die Hepatitis-Impfung hatten wir seinerzeit nicht durchführen lassen. Das wollten wir nun nachholen, bevor er in den Kindergarten kommt. Er war ganz tapfer, es gab kein Geheule.

Aktuelle technische Daten: Weiterlesen

Warum?

Es ist soweit, ich hatte mich schon gefragt, wann es richtig los geht. Unser Sohn kontert nun jede Aufforderung unsererseits mit einer Warum-Frage.

„Dabei zielen die Fragen Ihres Kindes nicht auf wissenschaftliche Erklärungen. Oft beziehen sich diese Fragen nicht auf den ursächlichen Grund, sondern auf das Ziel: Der Regen fällt, damit die Blumen Wasser bekommen und nicht verdursten. Versuchen Sie die Fragen Ihres Kindes einfach und klar zu beantworten.“ kinder.de

Gegen „echte“ Warum-Fragen habe ich ja nichts, ich erkläre gerne, wirklich gerne meinem Sohn die Welt, aber einige Dinge machen mich irre und da kürze ich die Satzschleife gerne mal ab:

„Sohn, nicht mit dem Bobbycar gegen die Blumentöpfe fahren“
„Warum?“

„Weil ich sonst dein Bobbycar in den Müll werfe.“

Drohen soll man nicht, aber es funktioniert, manchmal. In diesem Fall nicht, also kam das Bobbycar weg.

Ich habe da auch einige Warum-Fragen an unser Kind, zum Beipiel warum ein Dreijähriger sich immer noch bis zum Kragen einsaut, statt auf das Klo zu gehen, aber einwandfrei: „Der Unimog hat sein Mähwerk eingeschaltet und der Löffelbagger hat den Wacker hochgehoben“ sagen kann. Er weiss sogar, was das ist und was das macht, Oma vermutlich nicht. 🙂

Nächtliche Dusche

Gestern wurde uns die Situation dann doch etwas zu unheimlich, unser Sohn hatte immer noch Fieber, klagte über Bauchschmerzen und wollte immer noch nichts essen, seit Sonntag hat er nichts angerührt, immerhin trinkt er wieder was. Eine Nachbarin empfahl uns einen Kinderarzt in Mönchengladbach-Neuwerk, etwa vier Kilometer von uns entfernt. Ich packte den Kleinen ein und radelte los.

Die Strecke ist nicht besonders schön, die Radwege auf der Straße oder in einem erbärmlichen Zustand. Nach 12 Minuten war ich dort und fand für mein Gespann einen schönen Parkplatz im Hof des Arzthauses.

Ich hatte natürlich keinen Termin gemacht, vor mir standen bereits einige Mütter mit Kindern, nach mir kamen auch noch etliche, bevor die Türe geöffnet wurde. Nach kurzer Anmeldung haben wir eine Stunde tapfer gewartet und kamen dann dran. Der Kinderarzt wirke, erstaunlicherweise, nicht gestresst und gab flott Entwarnung:

Die Übelkeit und das Fieber haben nichts mit den Streptokokken zu tun, es ist ein „normaler“ Magen-Darm-Virus, welch eine Erleichertung. Das bedeutete allerdings auch, dass der Durchfall noch kommen würde.
Kaum zu Hause war es dann soweit, oben und unten gleichzeitig. Der kleine Kerl verbrachte den gesamten Tag auf mir liegend, wimmernd und jammernd.

In der Nacht um 1.00 Uhr rief er nach uns, meine Frau ging in sein Zimmer und ich hörte so was in der Art wie: „Ach du meine Güte, ich glaub ich muss K0%/§n!. Ich denke, ich brauche Hilfe.“

Der Gestank im Kinderzimmer war in der Tat überwältigend, während meine Frau (mal wieder) mitten in der Nacht mit unserem Sohn duschte, brachte ich die Klamotten, den Schlafsack und das Bettzeug zur Waschmaschine und stellte eine 95c° Wäsche an, hoffentlich bleiben keine braunen Flecken zurück.

Ich hatte für die Woche einige Verabredungen geplant und eine Spielgruppe klar gemacht, das muss nun alles wieder ausfallen, wirklich schade.

So eine Nacht

Gestern hatten wir volles Programm, morgens war ich mit Fahrrad und Kind zum Schwimmen gefahren, Korschenbroich ist ja nicht wirklich weit weg, da mein Wagen noch in der Werkstatt ist und meine Frau noch an den Nachwirkungen der Streptokokken leidet. Eigentlich ist das Väter-Schwimmen am Wochenende ihr Ding. Dafür fuhr sie dann tapfer in den Baumarkt, wie es andere Familienväter eben auch machen und besorgte ein fehlendes Teil für die Gardinenstange in der Küche.

Unser Sohn hatte überhaupt keinen Spaß am Schwimmen, ich brach den Kurs nach 20 Minuten ab, das hatte keinen Zweck. Nachmittags waren wir dann alle zusammen an unserer alten Wohnung, meine Frau ging mit dem Mops auf „unseren“ Spielplatz, ich kümmerte mich um die Interessenten der Wohnung. Nach den Erfahrungen mit Maklern möchten wir die Wohnung lieber selbst vermitteln, hat beim letzten Mal ja auch gut geklappt.

Es war ein toller Tag, abends lief alles wie gewohnt, wir waren alle gut fertig und gingen früh in unsere Betten. Um Mitternacht ging es los:

  1. Ein Husten aus dem Kinderzimmer, ich wache auf, horche und drehe mich wieder um
  2. Mehr Husten, dann ein Würgen
  3. „Mama-Papa! Ich brauch Hilfe.“
  4. In Sekunden stehe ich vor dem Bett unseres Kindes und sehe die Kochwäsche-Berge schon vor mir Weiterlesen

Nix ist richtig

Ab in den Käfig und Deckel drauf...

Ab in den Käfig und Deckel drauf…

Seit drei Tagen ist bei uns dicke Luft zu Hause. Vielleicht liegt es daran, dass wir alle schwer erkältet sind, vielleicht ist auch einfach nur die Zeit reif gewesen.

Egal was wir (Eltern) machen, für unseren Sohn ist es immer falsch. Da landet zum Beispiel das Apfelmus auf der falschen Seite vom Teller, obwohl man gar nicht wusste, dass es eine richtige Seite gibt. Das Resultat ist ein Schreianfall von ca. 15 Minuten mit anschließendem Nörgelton, bis das Nächstbeste falsch läuft und die Schreiattake wieder von vorne beginnt.

Wie gesagt, seit drei Tagen, von morgens bis abends. Ich bin wirklich fertig mit den Nerven, aber nachgeben führt auch zu nichts, daher bin ich einfach schon beim ersten Ansatz hart, eben mit den entsprechenden Folgen.

Hoffentlich lässt diese Phase schnell wieder nach.

A-Hörnchen und B-Hörnchen

Kinder werden fallend groß, dieser Tatsache bin ich mir voll bewusst. Unser Sohn gibt sich alle Mühe schnell groß zu werden, mit Erfolg. Letztens rannte er eine Rutsche runter, fiel vornüber und legte eine vollendete Bruchlandung hin. Am nächsten Tag startete er noch einen Anlauf und scheiterte wieder. Seitdem hatten wir ein wenig Ruhe, zumindest versuchte er kein drittes Mal die große Rustche im Galopp hinab zu stürzen.

Mit solchen Manövern rechne ich bei Piet eigentlich die ganze Zeit, womit ich nicht rechne, ist die absolute Tollpatschigkeit. Mit der überrascht er mich wirklich, vermutlich eben weil er motorisch sonst so gut drauf ist. Vorgestern rannte er voll vor eine Betonsäule in der Tiefgarage, mit dem Ergebnis einer schönen, fetten Beule an seiner linken Stirnseite.

Gestern rannte er dann mit Anlauf vor eine Bierbank, jetzt hat er  auf der rechten Seite der Stirn auch eine Beule. Endlich sieht er nicht mehr aus wie ein Engelchen, so mit zwei Hörnchen auf der Stirn.

Ich habe die beiden Beulen liebevoll A- und B-Hörnchen getauft.

 

Tipp: Beulen einfach so lassen, wie sie eben sind. Kühlen finden Kinder meist doof und schmerzhaft, eine Salbe landet überall, nur nicht da, wo diese hin soll.

Bruises happen

"unser" Spielplatz

„unser“ Spielplatz

Heute Abend auf dem Spielplatz war erstaunlich wenig los, es könnte an den 32 c° gelegen haben. Die meisten Kinder (und Eltern) die auf unseren Haus- und Hof-Kinderspielplatz erscheinen, kenne ich ganz gut, aber es kommen natürlich immer mal wieder neue Gesichter nach.

Eine Mutter hatte ich bereits öfters gesehen, ihr älterer Sohn erinnerte mich mächtig an Piet. Er ist immer unterwegs, erkundungsfreudig und willensstark. Diese Tatsache hat natürlich Nebenwirkungen, die ich zur Genüge kenne, für diese Mutter aber offenbar noch neu waren. Ihr gut 12 Monate alter Sohn saß friedlich auf einer Parkbank, schaute zu seinen Füßen und verlor das Gleichgewicht, alle drei Eltern (inkl. mir), die in unmittelbarar Nähe saßen, konnten den Fall nicht mehr verhindern.

Das Kind fing sich zwar ab, aber die Wucht war noch zu groß, das Ergebnis war eine Beule am Kopf. Die erste Beule dieser Art ist schlimm, sehr schlimm, ein wenig auch für das Kind. 🙂

Der Junge beruhigte sich schneller als die Mutter, die bereits gedanklich auf dem Weg in das nächste Krankenhaus war. Ich holte flott ein Coolpack, das aber, wie immer eigentlich, überflüssig war, denn die Kinder schreien dann nur noch umso mehr.

Faustregel und Verhaltensweisen beim Fall auf den Kopf: Weiterlesen

Pfeifferisches Drüsenfieber

Am Donnerstag war klar, Piet hatte sich wieder etwas eingefangen, er hatte merklich Fieber, dies wurde zum Freitag hin schlimmer. Wir sind diesmal nicht zum Arzt gefahren, da wir dort immer nur den gleichen Satz hören:

„Da muss der durch.“

Wir können uns schönere Dinge vorstellen, als im Wartezimmer zu hocken, daher haben wir uns und unserem Sohn eine Mini-Quarantäne verpasst, man weiss ja nie. Natürlich war Freitag der einzig schöne Tag in der Woche, das war schon echt ärgerlich. Bereits am Wochenende war alles vorbei, die typischen drei Tage eben, so dass wir wieder etwas mit ihm unternommen haben. Als ich dann heute Morgen auf andere Tagesmütter traf, wurde unsere Vermutung bestätigt, Piet hatte wohl tatsächlich pfeifferisches Drüsenfieber, denn auch andere Kinder waren in der letzten Woche krank, nur die waren mit ihren Eltern beim Arzt, der hat zwar nichts gemacht, aber immerhin gab es auf diesem Weg die Diagnose.

„Pfeiffersches Drüsenfieber ist eine Viruserkrankung, verursacht durch das Epstein-Barr-Virus. Nach Schätzungen infizieren sich 95 % der Europäer bis zu ihrem 30. Lebensjahr mit diesem Virus. Die spezifischen Antikörper sind im Blut nachweisbar.“ pfeiffersches-drüsenfieber.com

 

 

Da-raus-Puuh-Tute!

Eltern glauben ihren Kindern viel zu selten, meistens sind es Dinge, die man als Erwachsener eben gar nicht mehr wahrnimmt. Was wir nicht wahrnehmen, gibt es meist auch nicht, bis es uns jemand beweist.

Ich erinnere mich daran, mit meinen Eltern im Auto gesessen zu haben, es regnete und ich sah mir die Autos an, an denen wir vorbeifuhren. Ich entdeckte einen Wagen mit drei Scheibenwischern, für mich eine Sensation!

Meine Eltern sagten daraufhin: „Fahrzeuge mit drei Scheibenwischern gibt es gar nicht!“

Ich war zutiefst beleidigt, das hatte ich doch gerade gesehen.

So ähnlich muss es heute unserem Sohn ergangen sein. Weiterlesen