„Ich fahr da alleine hin!“

Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen, in einem kleinem Neubaugebiet am Stadtrand. Wir spielten eigentlich immer alleine draußen, beaufsichtigt nur durch die verschiedenen Küchenfenster hinter denen (vermutlich) die  Mütter lauerten, oder auch nicht. Wenn wir was anstellen wollten, gingen wir halt um die Ecke.
Unser Bewegungsradius war dabei meist überschaubar, zwei bis drei Straßen weit, aber manchmal auch viel weiter. Das war normal.

Als unser Sohn einen Freund aus dem Kindergarten besuchen fahren wollte, bestand er darauf, alleine dorthin zu fahren.

Mit dem Roller alleine unteregs

Mit dem Roller alleine unterwegs.

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Zelten mit Kind im Herbst, oder Erfahrungsbericht „Julianahoeve“ bei Renesse

Im Oktober noch einmal ein paar Tage raus, noch einmal an die Nordsee. Nach unseren Erfahrungen im Sommer, bei 12 c° und Dauerregen, dachten wir, uns kann auch im Herbst nichts schocken, wenn wir das Zelt nehmen. Vorausgesetzt, wir rüsten bei den Schlafsäcken und Isomatten etwas auf.

Wir entschieden und für „Julianahoeve“ bei Renesse, wieder ein Campingplatz mit Schwimmbad, Indoor-Spielmöglichkeit und zahlreichen Spielplätzen, ganz ähnlich wie „De Pekelinge“ und nicht weit weg von „Ginsterveld„, wo wir im Sommer zum ersten Mal gezeltet haben.

Auf dem Platz waren wir übrigens die einzigen im Zelt. Na ja, nicht ganz, neben uns war auch eine Familie mit Zelt angereist, die zelteten zum ersten Mal. Vermutlich auch zum letzten Mal, nach einer Nacht flohen die regelrecht vom Campingplatz. Ich vermute, es lag an der mangelhaften Schlafausstattung, nur eine Decke, keine Schlafsäcke und Yoga-Matten als Isolation zum Boden. Im Sommer kann das gut gehen (muss aber nicht), im Herbst ist das aber in keinem Fall eine gute Idee.

Strand, Wasser, Schippe, mehr braucht es nicht.

Strand, Wasser, Schippe, mehr braucht es nicht.

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Ball oder Ballett?

Wir suchen einen Sport für unser Kind, mit dem Judo sind wir leider nicht so ganz glücklich. Dies liegt zum einen daran, dass unser Sohn wenig Spaß daran hat und zum anderen, dass ständig die Betreuer wechseln. Letztes hat dazu geführt, dass unser kleiner Besserwisser dem Trainer erklärt, wie was geht. Kommt nicht so gut. 🙂

Also sind wir auf der Suche nach einer Alternative. Er soll bald Schwimmen lernen. Schwimmen geht erst wieder mit fünf Jahren, ist also noch etwas zu früh, Reiten darf er erst mit sechs, also noch später. Ich war versucht ihn beim Ballett anzumelden, denn ich bin mir sicher, das würde ihm auch Spaß machen. Meine Frau war dann aber doch eher für die Variante ohne „-ett“ und besuchte stattdessen eine Ballsport-Gruppe mit ihm.

Das hat unserem Sohn wohl ebenfalls Spaß gemacht. Kann nicht schaden, denn weder ich noch meine Frau sind bei Ballsportarten sonderlich begabt. Ich kann erst was mit Bällen anfangen, wenn die 7,25 Kg wiegen und aus rostfreiem Edelstahl sind.

Da wir in diesem Verein ohnehin noch bis zum Jahresende Beitritt zahlen, probieren wir den Ballsport eine Weile aus. Falls nicht, gehe ich mit ihm zum Ballett. 🙂

Ein rosa T-Shirt habe ich ja schon.

Der Kommentator

Wir machen uns regelmäßig einen Spaß daraus, zu mutmaßen, was unser Sohn eines Tages werden wird. In letzter Zeit fällt vermehrt auf, dass er uns in Grund und Boden quatscht. Er kommentiert alles, was er so macht, er redet ununterbrochen:

„So, jetzt setzte ich den Fuß vor den anderen und so komme ich dann da rauf, jetzt drehe ich mich um, dann pflücke ich eine Blume…“

Im ersten Moment mag man das niedlich finden, aber 12 Stunden ohne Unterbrechung, das ist kaum zu ertragen. Ich musste unwillkürlich an meine Oma denken, als mir das klar wurde. Die redete auch von morgens bis abends auf einen ein. In dem alten Haus konnte man vor ihrer Stimme auch nie entfliehen, sogar wenn meine Oma im Kartoffelkeller war und ich selbst auf dem Dachboden, man hörte sie, immer. Böse Zungen behaupten, mein Großvater wäre so früh verstorben, weil er einfach mal seine Ruhe haben wollte. Weiterlesen

Kurzurlaub mit Kind: Camping De Pekelinge in Oostkapelle

Einige Tage raus, ein wenig frische Luft in der Hoffnung, die ewigen Erkältungen endlich los zu werden. Wir hatten uns bereits vor Monaten die Zeit um Fronleichnam heraus gepickt, um unserem Kind einmal das Meer zu zeigen. Einige befreundete Familien hatten uns gefragt, ob wir nicht mit nach Oostkapelle auf den Campingplatz fahren wollen, das haben wir kurz entschlossen auch gemacht.

Ein Tag am Meer

Ein Tag am Meer

Von uns aus sind es gemütliche drei Stunden Autofahrt, wir kamen ohne Stau gut durch uns waren bereits nach wenigen Stunden voll im Urlaub angekommen. Wir hatten ein „Lodge“ gebucht, was so viel bedeutet, wie ein Wohnwagen ohne Räder, der fest auf dem Campingplatz aufgebaut ist, sozusagen ein Mini-Ferienhaus. Auf der Veranda genossen wir mit Freunden das ausgesprochen gute Wetter bei einem Glas Wein.

Die Welt war in Ordnung. Weiterlesen

1500 Meter mit dem Rad in 35 Minuten

Heute Morgen war es soweit, unser Sohn fragte mich wieder, ob er nicht langsam mit dem Rad zum Kindergarten fahren dürfte. Ich hatte ihn die letzten Male immer vertröstet und gesagt, dass er vorher noch viel üben muss, was er in den letzten Wochen auch gemacht hat. Wir haben es also gewagt.

Die 1500 Meter zum Kindergarten haben es in sich:

  • 1 Hauptverkehrsstraße ohne Ampel
  • keine Radwege
  • schlechte Bürgersteige, teilweise ohne Belag
  • 3 Baustellen
  • und insgesamt 6 Straßenquerungen

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Mehr Platz für die Familie?

Es ist jetzt etwas über ein Jahr her, dass wir umgezogen sind. Von der Etagen-Wohnung in ein Reihenmittelhaus, wie man das als typische Spießer-Familie eben so macht, wenn die Zweisamkeit durch Kinder erweitert wird. Man braucht ja mehr Platz, das oder die Kinder brauchen früher oder später ein eigenes Zimmer, wenn Kinder im Wohnzimmer spielen, ist dies auch nicht immer das Wahre, es muss ja nicht überall was rumliegen. Die berühmten Einer-Lego-Steine dringen auch durch die härteste Hornhaut. 😉

Also, haben wir alles richtig gemacht, oder?

Nach einem Jahr kommt nun die Erkenntnis, dass wir ruhig noch hätten ein Weilchen warten können. Unser Sohn hat natürlich sein eigenes Zimmer, sogar zwei, genau genommen, aber drin aufhalten? Zum Schlafen bevorzugt er die direkte Nähe zu uns, der Kompromiss ist sein kleines Bett in unserem Schlafzimmer. Wir haben wirklich alles versucht, damit er alleine schläft, er hat das in etwa so gekontert:

„Warum muss ich alleine schlafen? IHR schlaft doch auch nicht alleine!“

Tja, erwischt, das ist richtig. Man kann jetzt ja auch nicht evolutionär argumentieren, denn früher hatte sicher nicht jedes Kind seine eigene Höhle, da war wohl eher Gruppenkuscheln angesagt. Gruppenkuscheln hört sich nett an, ist aber nichts anderes, als Kinderfüße im Gesicht oder an anderen schmerzempfindlichen Stellen, wo man diese nicht haben möchte und als Liebesbeweis eine kleine Kopfnuss zum Aufwachen. Weiterlesen

Darf es ein bisschen mehr sein?

Drei Wochen kein Sport, drei Wochen praktisch nicht vor die Tür. Zwei Wochen selbst die Grippe voll ab bekommen, dann hat der Kindergarten geschlossen, dann ist in der Woche auch noch unser Kind krank geworden. Drei Wochen zu Hause eingesperrt. Ich kann nicht mehr, seit drei Tagen ist unser Sohn entweder am bocken, brüllen oder heulen, er ist völlig unterspielt.

Ich hoffe inständig, dass am Montag wieder Normalität einkehrt.

Meine drei Wochen Trainings-Abstinenz habe ich gestern mit dem ersten richtigen Training beendet. Der Muskelkater heute ist vom Feinsten.

Bei der GNBF laufen die Vorbereitungen für die erste internationale Deutsche Meisterschaft im Mai auf Hochtouren, ich möchte allerdings erst im Herbst starten, daran hat sich nichts geändert. Die zwei Wochen andauernde Grippe hätte mich in der Wettkampfvorbereitung auch sicherlich die letzten Nerven gekostet.

Immerhin habe ich den insgesamt drei Wochen auf dem Sofa nicht zugenommen, ich werte das als Erfolg, ab sofort soll das Gewicht wieder runter. Weiterlesen

Ohne Worte

Namens-Geste für unseren Sohn

Namens-Geste für unseren Sohn

Am Veilchendienstag waren wir auf einem Kindergeburtstag und es war ein fast surreales Erlebnis:

Sieben Kinder und kein Geschrei, kein Lärm, kein Gebrüll und das über mehrere Stunden.

Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Für mich bedeutet die Kombination aus „Ruhe“ und „Kind“ immer irgendwie, dass Gefahr oder Ärger in Verzug ist.

Das war schon ein außergewöhnliches Erlebnis.

Unser Sohn war auf der Party das einzige Kind, das nicht schwer-hörig war. Das stellte aber überhaupt kein Problem dar, denn die Kinder verstanden sich ohne Worte. Weiterlesen

„Filmung“ für Anfänger


Unser Sohn hatte während des Aufenthalts in der Jugendherberge seinen ersten Filmabend erlebt, nicht nur, dass es tatsächlich der erste Film gewesen ist, es war auch noch das erste Mal auf einer Leinwand. Er war total begeistert und verfolgte den Film mit großer Anteilnahme und Aufmerksamkeit.

Es war: „Die Eiskönigin – Völlig Unverfroren“ von Disney, das passte ganz gut, denn der Film ist ebenfalls großes Thema im Kindergarten. Wir haben dazu passend auch noch Bücher.

Da es ihm wahnsinnig gut gefallen hat, wollten wir ihm das zu Hause auch noch einmal gönnen. Als wir ihm es mitteilten, war er ganz aufgeregt und meinte dazu:

„Aber wir haben doch gar kein Runterzierunterzieh!“ Weiterlesen