Pee in the shower!

Es gibt sie, diese Eltern-Dilemma: Wie man es macht, man macht es falsch.

Piet duscht und badet sehr gerne, so gerne, dass wir das B-Wort gar nicht mehr verwenden, weil sonst direkt das Theater beginnt: „Bade?-Bade?-Bade?-Bade?-Bade?-Bade?-Bade?-Bade?-Bade?-Bade?“

... das hält er locker eine Stunde durch.

Irgendwann gibt man dann doch nach. Während ich also nun in seine Wanne das Wasser einlaufen lasse, ziehe ich ihn natürlich aus. Mit Klamotten baden ist ja eher doof. Auch die Windel kommt runter, kurz bevor er in das Wasser darf. Er hat es aber nun bereits einige Male geschafft, genau VOR die Badewanne zu pinkeln.

Auch bei einem U3-Kind ergibt das eine stattliche Pfütze. Was tun? Soll ich ihm beibringen IN die Badewanne zu pinkeln? Das wäre ja zumindest besser, als davor. Aber wenn er zuhause in die Dusche pinkeln soll, wie bringe ich ihm bei, dass er dies woanders (Schwimmbad) nicht machen darf? Und wann muss er damit prinzipiell aufhören? Erstaunlicherweise stellte ich fest, das auch andere sich mit diesem delikatem Thema beschäftigt haben. 🙂

In diesem Sinne: SAVE THE PLANET!

Der blanke Horror

Stellen Sie sich vor, Sie wachen auf, an einem Ort, den Sie nicht kennen. Sie wissen nicht, wie Sie hierher gekommen sind, sie beginnen die Situation langsam zu erfassen. Es ist ein Haus, groß, dunkel, sie sind nicht allein. Andere Menschen sind um Sie herum, im gleichen Raum, niemand beachtet Sie. Einige Gesichter sind ihnen bekannt, bei anderen sind Sie sich nicht sicher. Alles ist ungewohnt und unübersichtlich. Sie beginnen den Raum zu erkunden, langsam, vorsichtig, damit niemand auf Sie aufmerksam wird. Sie ertasten etwas ungewohntes, Sie haben keine Ahnung, um was es sich handeln könnte, aber Sie haben eine ungute Vorahnung. Sie heben es an, dann wird Ihnen klar, dass Sie in die toten Augen eines Babys blicken. Sie bekommen Angst, fürchterliche Angst und fangen an zu rufen.

In diesem Haus sind Sie nicht sicher, hier werden Menschen wie Sie geschlachtet, ganz sicher… Weiterlesen

Dada-Ismus

Alles ist Dada – Dada ist alles. An diesen Satz aus dem Kunstunterricht habe ich mich irgendwann in den letzten Tagen erinnert. Piet hat bschlossen, doch nicht die üblichen Bezeichnungen für seine Eltern zu verwenden, sondern auf seinen eigenen Dialekt auszuweichen. Meine Frau ist „Nana“ ich bin „Dada“.

Piet ist inzwischen auch in der Lage, zwei Silben sinnvoll zu kombinieren: „Nana, da!“ oder „Dada, Nanane!“.

„Nanane“ ist ürbigens immer noch sein Lieblingsobst. Mein Tageskind kann bereits „Ball“ sagen, wobei Ball alles ist, was rund ist, oder eine Kugelform hat. Zum Beispiel auch unsere Katze. Die findet das aber überhaupt nicht lustig. 🙂

 

Hinweis:  „Der Name „Dada“ wurde angeblich aus der Sprache des französischen Kleinkindes abgeleitet, in der es „Steckenpferd“ bedeutet. Mit dieser Bezeichnung wollten die Künstler die Einfachheit ihrer Kunst symbolisieren, die zugleich ein Neubeginn sein sollte.   Eine andere Erklärung besagt, dass „Dada“ der Name eines Haarwaschmittels war, dass damals gerade sehr gebräuchlich war. Allein schon der Mythos um die Namensgebung ist typisch für die Ironie und die Unsinns-Kultur der Bewegung.  Der Dadaismus entstand 1916 unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges.“ WAS IST WAS

Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ne kleine Brille…

…auf der Mauer, auf der Mauer sitzt ne kleine Brille – seht euch mal die kleine Brille an, wie die Brille fliegen kann – auf der Mauer auf der Lauer saß ne kleine Brille. (Kinderlied)

Tja, so kann es gehen, ich schaute gerade mit meinem Sohn aus dem Fenster, als er sich meine Brille schnappte, um nachzusehen, ob die auch fliegen kann.

Kann sie übrigens nicht. 😉

Das ging alles unglaublich schnell und ich sah nicht nur meine Brille aus dem Fenster im dritten Stock fliegen, sondern direkt ein aktuelles Monats-Netto-Einkommen von mir gleich mit. Ich sehe zwar aus wie ein Bär, bin aber leider blind wie ein Maulwurf, da kostet eine Brille schon mal schnell einige hundert Euro. Was noch schlimmer ist, eine neue Brille zu bestellen dauert gut zwei Wochen. In den zwei Wochen wäre ich aufgeschmissen.

Glücklicherweise hatte unser Nachbar im Erdgeschoss frischen Rindenmulch verteilt, meine Brille landete knapp neben seinem Liegestuhl und blieb heile. Schwein gehabt und wieder was gelernt: Weiterlesen

Night Watch

Als wir abends bei unserem Sohn 39,9 c° Fieber feststellten, war uns bereits klar, dass dies eine anstrengende Nacht werden würde. Das Krankenhaus konnte ich meiner Frau erfolgreich ausreden, dennoch ist es immer ein blödes Gefühl, wenn man so ein kleines, glühendes und brüllendes Häufchen Elend auf dem Schoß hat. Meine Frau übernahm die erste Wache ich die Zweite. Piet ließ sich nicht in sein Bett legen, was bedeutet, dass er nur auf uns schlief und wimmerte. Dies wiederum bedeutet, dass wir praktisch die ganze Nacht gar nicht geschlafen haben. Heute Morgen war seine Temperatur etwas gesunken, bewegte sich aber trotz Fiebersaft immer um die 39 c°, das ist zwar nicht mehr bedenklich, aber immer noch recht hoch. Den ganzen Tag hat er nur auf uns verbracht, immerhin hat er genug getrunken.

Diese Nacht wird vermutlich nicht viel erholsamer werden.

Hier eine kleine Liste der Dinge, die der Schlafentzug heute bei mir mit sich brachte: Weiterlesen

39,3 c°

Eigentlich wollten wir heute ja in den Zoo, aber Piet war heute Morgen extrem nörgelig und überhaupt nicht gut drauf. Er fühlte sich sich warm an und als wir später die Temperatur maßen, ergab dies 38,5 c°. O.K. er hat sich wieder mal was eingefangen. Nach über zwölf Monaten und zweimal Brechdurchfall, diversen Erkältungen und oft erhöhten Temperaturen später, gerät man nicht mehr gleich in Panik und fährt direkt in die Notaufnahme. 🙂

Dennoch sind solche Tage mit kleinen Kindern extrem anstrengend. Piet möchte dann nie von uns runter und hängt den ganzen Tag auf uns rum, dabei dröhnt er einem gerne direkt ins Ohr. Als wir heute Mittag dann 39,3 c° feststellten, bekam er von uns ein Zäpfchen, um das Fieber zu senken. Ab 39,2 c° darf man sich ein wenig Sorgen machen und kann die Sache ernster nehmen. Am späten Nachmittag war er wieder etwas besser drauf, er hatte mittags recht lange geschlafen, so dass ich mit ihm noch eine Stunde an die frische Luft gegangen bin. Gut eingepackt versteht sich. Das hat ihm sichtlich gut getan.

Wir waren eigentlich davon ausgegangen, dass er heute Abend später in sein Bett möchte, da er über Tag beinahe nur gepennt hatte, aber dem war nicht so. Gerade ist er friedlich in seinem Bett eingeschlafen. Wenn er noch einmal wach wird, bevor wir ins Bett gehen, bekommt er noch ein Zäpfchen, damit er und wir gut schlafen können und Morgen geht es ihm hoffentlich wieder besser.

Sieben

Letzte Nacht hat Piet durchgeschlafen, von 19:00 Uhr abends bis 7:00 Uhr morgens. Wir hatten ihn völlig fertig gemacht. 🙂

Vormittags war er bei meiner Mutter, dort wird er ja bekanntlich dauerbespaßt, das ist anstrengend (für beide). Geschlafen hat er mittags nicht, er hat sich mal wieder mit allen Mitteln dagegen gewehrt. Am Nachmittag kamen dann Freunde von uns, die wir, seit deren Kinder auf der Welt sind, eher selten gesehen haben. Die beiden Jungs sind inwischen 2 und 5 Jahre und, sagen wir mal, aktiv. 🙂

Piet wollte gerne beim Toben mitmachen und sah sehnsüchtig dabei zu, wie die Beiden unser Wohnzimmer „auf links gedreht“ haben. Auf so was sind wir aber inzwischen gut vorbereitet, so dass dem Spaß nichts im Weg stand. Als sich die Action allerdings in sein Spielzimmer verschob und „sein“ Bobby-Car in Gebrauch genommen wurde, war der Spaß vorbei. Das fand unser Sohn jetzt total unfair, denn damit spielt er (mit etwas Hilfe) auch mit 12 Monaten bereits sehr gerne. Der Besuch war noch da, als meine Frau ihn in sein Bett brachte. Er fiel direkt in eine Art komatösen Schlaf. Wir wachten in der Nacht einige Male auf, weil er sich so gar nicht rührte, es war allerdings alles in Ordnung. Was haben wir dabei gelernt? Weiterlesen

Verräter!

Nachdem wir uns ja die ersten Worte eingebildet hatten, war es heute nun tatsächlich soweit. Piet hat eindeutig und objekt- bzw. personenbezogen sein erstes Wort gesagt. Es ist nicht, wie von mir erhofft, Sternenzerstörer geworden. Es ist auch nicht Papa, Daddy oder ein ähnliches Wort für Vater geworden. Ich hätte mich auch über die chinesische Variante „bàba“ gefreut. Aber nein, es ist doch tatsächlich „Mama“.
Meine Frau hat sich darüber natürlich waaaahnsinnig gefreut.

Was soll ich dazu sagen? Verräter! 🙂

Als mein Sohn wenig später bei mir auf den Arm wollte, habe ich passend gekontert:

„Du kommst hier erst wieder hoch, wenn du Papa gesagt hast.“

Aber ich habe den Augen nicht lange stand gehalten. Mann, ist der gut darin. 😉

 

Möglichkeiten einen Vollzeitvater Vollzeit zu beschäften #1: Brechdurchfall

Am Montag begann es völlig ohne Vorwarnung, ich hatte gerade im Baumarkt neues Katzengras gekauft, als Piet auf dem Weg nach Hause auf der Rückbank anfing zu röcheln und zu würgen. Dank des neuen Kinder-Autositzes konnte ich im Rückspiegel erkennen, dass es ernst war. Dennoch brauchte ich zu lange den Wagen anzuhalten. Piet göbelte auf den wunderbaren, niegelnagelneuen Recaro Young Sport. Einen Teil konnte noch nach draußen abegeleitet werden, aber Piet ging es wirklich dreckig. Zum Glück waren wir mit dem Wagen meiner Frau unterwegs, als erfahrene Außendienstlerin hat sie immer eine Packung Einweg-Wischtücher im Auto. Mit diesen Tüchern wurde Piet wieder vorzeigbar gesäubert, so dass ich doch noch zum Supermarkt fahren konnte. Dachte ich.

Auf dem Rückweg das gleiche Spiel noch einmal, mit dem Unterschied, dass Piet diesmal nicht im Recaro saß, denn der war ja voll gekotzt, sondern im Maxi-Cosi, der zum Glück auch noch im Wagen war. Ich liebe Kombis.
Leider war nun auch der Maxi-Cosi von oben bis untern versaut, super. Das gibt reichlich Arbeit. Zu Hause wurde Piet mit dem Kärcher abgebraust und neu eingelkleidet. Wir auch, denn Piet hatte meiner Frau, gerade angekommen, einen super Empfang bereitet. Mal sehen, ob ich die Jeans wieder sauber bekomme. 🙂

Das ging den ganzen Tag so weiter, bis ca. 16:00 Uhr hatten wir ungefähr 10 Kleidungswechsel hinter uns, in der Mittagspause erwischte es meine Frau, später dann mich. Abends schien alles wieder O.K. zu sein, meine Frau flog direkt am nächsten Morgen sehr früh auf eine Geschäftsreise. Ich fuhr, wie immer dienstags, zum Babyclub, denn die Lage hatte sich ja offenbar beruhigt, Durchfall hatte Piet in der Nacht nicht gehabt, daher ging ich von einer kleinen Magenverstimmung aus. Soll ja vor kommen. Weiterlesen

Shadow-Hunter

Gestern Abend, kurz bevor wir Piet in sein Bett bringen wollten, war ich noch in der Küche mit dem Abendessen beschäftigt. Im Flur war das Licht aus und auch im Wohnzimmer war es dunkel, nur das Licht der Dunstabzugshaube erleuchtete den Flur. Auf der Wand hinter der Treppe zeichneten sich lange Schatten ab. Als Piet seinen Schatten entdeckte, gab es kein halten mehr. Im vollen Krabbel-Galopp rannte er seinem Schatten entgegen.
Angekommen wurde fleißig gewunken, beinahe so schnell, dass sein Schatten nicht mehr mitkam. Danach krabbelte wieder zur Küche, drehte sich um, und…

…der Schatten wurde wieder entdeckt, also wieder drauf los. Das Ganze wiederholte Piet eine halbe Stunde lang und war danach völlig geschafft. So geschafft, das er zum ersten Mal nach Wochen wieder durchschlief.

An dieser Stelle vielen Dank an Piets Schatten. Vielleicht geht Piet zum Karneval ja doch als Lucky Luke.