21 Mrz

Simon Scarrow: Marcus Gladiator. Kampf für Freiheit

Marcus Gladiator
Marcus Gladiator

Da ich vom letzten Buch des ArsEdition-Verlags sehr angetan war, habe ich auch diesmal bei „bloggdeinbuch“ wieder zugegriffen. „Das Siegel der Wölfe“ war ein wirklich überzeugendes Jugendbuch und der Start einer Reihe. „Marcus Gladiator-Kampf für Freiheit“ hörte sich mindestens genau so spannend an. Der Hauptcharakter des Buches ist 10 Jahre alt, was, laut Angaben des Verlages, auch die Zielgruppe ist.

Die Folienprägung ist sehr schön gelungen, das Buch macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Das Cover hätte ruhig etwas realistischer sein dürfen, denn die abgebildete Person hat mit einem Gladiator nun wirklich nichts zu tun und verweste Totenschädel lagen in einer römischen Arena sonst sicher auch nicht rum. Im Buch selbst versucht sich Simon Scarrow an historische Fakten zu halten, die Beschreibungen sind sehr treffend und der historische Rahmen, soweit ich das beurteilen kann, ist korrekt. Man merkt, dass sich hier jemand Mühe gegeben hat. Das Buch kann durch aus als historischer Roman durchgehen, was viele Autoren und Verlage behaupten, aber nur wenige tatsächlich erfüllen. Die handelnden Personen werden geschickt in die Geschichte integriert, zum Ende hin spielen tatsächliche historische Figuren leider eine bedeutend stärkere Rolle. Mir ist es eigentlich lieber, wenn diese im Hintergrund bleiben und nicht aktiv auf die frei erfundene Erzählung Einfluss nehmen. Das ist aber wohl Geschmackssache.

Zm Inhalt:

„Rom, 61 v. Chr. Der junge Marcus wird nach einem brutalen Überfall auf seine Familie versklavt und in eine Gladiatorenschule verschleppt, wo er zum Elitekämpfer ausgebildet werden soll. Aber Marcus kann seine Vergangenheit nicht vergessen: den Mord an seinem Vater und die Entführung seiner Mutter. Marcus weiß, dass es nur eine Möglichkeit gibt, um Rache zu nehmen: Er muss den mächtigen General Pompeius finden und ihn um Hilfe bitten – den Mann, der tief in der Schuld seines Vater steht. Doch Marcus’ Herkunft ist von einem dunklen Geheimnis überschattet – ein Geheimnis, das so gefährlich ist, dass seine Aufdeckung den sicheren Tod bedeuten würde …“  ArsEdition

Das Buch war spannend. Sehr spannend. Die Story macht zuerst einen sehr einfachen Eindruck, wird aber mit der Zeit komplexer. Die Erzählstruktur ist einfach, aber mitreißend und perfekt für ein Jugendbuch. Was die Altersempfehlung angeht, naja, 10 Jahre halte ich für gewagt. Es gibt zwar die Faustregel: „So alt wie der Hauptcharakter darf der Leser sein“, aber hier ist der meiner Meinung nach ein wenig zu jung. Zwei Jahre drauf hätten besser gepasst. Die Beschreibungen der Kämpfe sind durchaus realistisch, hier ein Beispiel:

„Er schaute nach unten und Aristides blickte mit weit aufgerissenen Augen zurück. Ein weiterer Pfeil hatte ihn am Hals getroffen. Die blutige Spitze war am anderen Ende wieder herausgetreten und ragte etwa eine Handbreit aus der Haut hervor. Der Ziegenhirte öffnete den Mund, aber es kamen keine Worte mehr heraus, nur ein Schwall Blut.“  Seite 51

Was den Inhalt angeht, hier wurde nicht gegeizt. Freundschaft, Moral, Mut, Familie, Sozialkritik und Geschichte kommen nicht zu kurz, der Anspruch ist angemessen hoch und regt Jugendliche sicher auch zum Nachdenken an. Ich finde, dass der Autor eine gute Balance gefunden hat. Es gibt zu Beginn eine Haupthandlung und einige aufeinander folgende Nebenhandlungen. Zum Ende kommt eine weitere Handlungsebene dazu, nicht ganz überraschend, aber geschickt eingebaut. Eine Sache hat mich allerdings ein wenig überrascht. Als ich mich dem Ende näherte, dachte ich, dass es schwierig werden würde, die Erzähllinien zu beenden. So war es dann auch, das Buch war plötzlich zu Ende. Ich hatte völlig übersehen, dass auch dieses Buch der Start einer Reihe ist. Ein wenig enttäuscht war ich am Ende schon, aber es wird ja weitere Bücher geben.

Fazit:

Ein sehr spannendes Jugendbuch mit Anspruch an die historischen Gegebenheiten. Die Altersempfehlung von 10 Jahren teile ich nicht, ein-zwei Jahre älter sollte der Leser vielleicht sein. Die Sozialkritik ist ständig präsent, stört aber nicht die Handlung, sondern unterstützt diese hervorragend.

 

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