Silvester in der Jugendherberge: Erfahrungsbericht Cochem 2013/2014

Wir haben es erneut getan: Wir sind noch einmal mit Freunden über Silvester in eine Jugendherberge gefahren.

Letztes Jahr hatten wir das zum ersten Mal ausprobiert, aber wir wollten nicht noch einmal nach Daun fahren. Die Etagenbetten waren dann doch eine Nummer zu unbequem. In Cochem sollte das alles anders sein, und tatsächlich, so war es auch.

Die Jugendherberge in Cochem

Die Jugendherberge in Cochem

Anlage und Ausstattung:

Als wir planmäßig am frühen Nachmittag in der Jugendherberge in Cochem ankamen, waren wir zuerst wirklich positiv überrascht. Die gesamte Anlage wirkte erheblich moderner als die in Daun. Der Eingangs- und Bistrobereich war ausgesprochen geräumig, die Zimmer waren sicher doppelt so groß und es gab „normale“ Betten für die Eltern. Die sanitären Einrichtungen waren auch erheblich netter, als im letzten Jahr. Es roch weder nach Altenheim noch nach Schwimmbad.

Die erste Ernüchterung kam beim Abendessen. Ich hatte für mich glutenfreies Essen bestellt, nach der wirklich überraschend guten Erfahrung in Daun hatte ich mir gar keine weiteren Gedanken dazu gemacht. Auf den Hinweis „caseinfrei“ hatte ich dieses Jahr bewusst verzichtet, ich wollte es nicht zu kompliziert machen und kleinere Mengen Casein vertrage ich inzwischen sogar wieder, im Gegensatz zum Gluten.

Auf Nachfragen erhielt ich mein Essen: Reibekuchen, nicht ganz gar, vom Vortag mit Käse überbacken.

Schmeckte noch schlimmer, als es aussah...

Schmeckte noch schlimmer, als es aussah…

Ganz ehrlich: Die waren ungenießbar, ich übergab den Teller persönlich an den Koch zurück. Das Essen der anderen Gäste sah ganz O.K. aus: Pizza vom Blech oder eben Abendbrot.

Programm:

Die Altstadt von Cochem

Die Altstadt von Cochem

Am nächsten Tag stand „MOBACO“ auf dem Programm, das „Moselbad in Cochem„. Auf den ersten Blick kam das Schwimmbad sehr altbacken rüber, dann fanden wir den Anbau, dann den nächsten und den nächsten. Am Schluss war die Anlage recht modern und riesengroß. Wir hatten echt Spaß, sogar Piet, der sonst nicht für Wasser zu begeistern ist.

Der Besuch der historischen Senfmühle war ganz nett, aber eher eine kleine Verkaufsveranstaltung, von Heizdecken blieben wir aber verschont. Für Kleinkinder war das eher nichts, die etwas älteren waren aber an der Mühle sehr interessiert.  Auf einen aktiven Link zur Webseite der Mühle verzichte ich aus Sicherheitsgründen, wer es riskieren will: senfmuehle.net

Die Schifffahrt auf der Mosel war natürlich obligatorisch, wir haben uns allerdings gefragt, ob nicht zufällig wir die Attraktion waren. Den anderen Teil der Gäste stellten die Senioren, wovon ein guter Teil die Kinder, die sich alle ausgesprochen gut benommen haben, nicht aus den Augen lassen konnte und sich sichtbar an ihnen erfreute. Leider gab es auch einige, die uns am liebsten über Bord geworfen hätten. Der Service auf dem Schiff war eher eine Unverschämtheit: Kalter Bodensee-Kaffee für mich und für meine Frau Cappuccino aus der Tüte für 8,00 Euro. Danke, nicht noch einmal. Dann doch lieber Wein aus der Region, der wäre auch nicht teurer gewesen.

Mit dem Kinderwagen zur Reichsburg Cochem

Mit dem Kinderwagen zur Reichsburg Cochem

Am Schluss gab es dann noch eine Besichtigung der Reichsburg Cochem. Die vorher stattfindende Stadtführung haben wir geschwänzt, wir hatten das schöne Dörflein bereits ausgiebig erkundet und wussten außerdem seit der Senfmühle, dass die Führung auf Kinderwagen nicht besonders viel Rücksicht nimmt, den Stress wollten wir uns nicht geben. Auf den Hügel zur Burg kamen wir auch mit dem Buggy ohne weitere Probleme, die Burg selbst ist wirklich sehenswert, auch die Führung vor Ort in der Burg selbst war nicht schlecht.

Wir hatten bereits in Daun die Erfahrung gemacht, dass viele Ausflugsziele im Winter geschlossen haben, das Gesamtpaket der Jugendherberge in Cochem ist aber stimmig.

Essen und Silvesterparty:

Die Silvesterparty in der Jugendherberge war wirklich gut organisiert, das Abendessen als Buffet auch gut gemacht, wenn auch nicht so gut wie in Daun. Dies lag weniger an der Auswahl der Speisen, als vielmehr an der Zubereitung. Viele Sachen kamen mir vom letzten Jahr sehr bekannt vor, aber die Qualität war einfach schlechter. Da vermutlich beide Jugendherbergen für das Standard-Sortiment den gleichen Lieferanten haben, lag es ganz offensichtlich an der Zubereitung. Der Teufel steckte im Detail:

  • ungare Kartoffelpuffer
  • Kroketten, die aussahen wie Briketts
  • ungesalzenes Gemüse
  • die Nudeln waren wohl extrem „al dente“, meine glutenfreien ein einziger Klumpen
  • Das Fleisch wurde zu Tode gegart
Blick von der Reichsburg auf die Mosel

Blick von der Reichsburg auf die Mosel

Ansonsten war das Essen an sich O.K., wie auch in Daun, typische Convenience eben, auf mittlerem Kantinenniveau. Das Frühstücksbuffet war schon recht ansprechend, es gab sogar ein Waffeleisen und einen Toaster. Die Waffeln erfreuten sich bei den Kindern großer Beliebtheit, der Toaster dafür bei mir, den hatte ich in Daun vermisst. Ich bekam jeden Morgen drei Scheiben glutenfreies Toastbrot, auch Müsli hätte ich haben können, die Frühschicht in der Küche war bemühter, ganz klar. Ich hatte aber auch vorgesorgt und eigenes Brot mitgebracht, so kam ich gut zurecht.

Wenn ich nicht nach meiner Hauptspeise explizit fragte, bekam ich auch keine, gleiches traf für die anwesenden Vegetarier zu. An sich nicht weiter schlimm, aber in Daun waren die Mitarbeiter einfach viel, viel aufmerksamer und haben stets von sich aus auf die verschiedenen Möglichkeiten hingewiesen und hatten die Tische mit den „Sonder-Essern“ schnell raus. Service-Punkt verschenkt.

Dafür waren die Weine im Bistro günstig und wirklich gut, ebenso die Auswahl der anderen Getränke. Der Kaffee war gerade so erträglich, der Grund blieb mir verborgen, die Maschine machte einen guten Eindruck, selbst der Filterkaffee zum Frühstück war viel besser.

Die Zusammenfassung (Fazit):

Wir haben für vier Übernachtungen in Vollpension mit zwei Erwachsenen und einem U3-Kind mit Getränken im Bistro 400,00 Euro ausgegeben, inkl. Freizeitprogramm.

Was uns in Cochem gut gefallen hat:

  • Gutes Freizeitprogramm, auch  für U3-Kinder geeignet
  • Ausreichende Versorgung, faire Preise im Bistro
  • „Normale“ Bettern für die Eltern, große Zimmer
  • Faires Preis-Leistungsverhältnis
  • Gute Lage der Herberge, tolle Aussicht
  • Silvester-Disco mit DJ
  • Gutes Frühstücksbuffet
  • Guter Schallschutz in den Fluren und auf dem Zimmer
  • Gut ausgestattete Spielecke

Was uns in Cochem nicht so gut gefallen hat:

  • Die Hochstühle für Kleinkinder waren teilweise gefährlich, es gab alleine an unserem Tisch drei Unfälle
  • Der Speisesaal ist recht eng, für Hochstühle kaum Platz an den Tischen
  • Für heutige Zeiten zu wenig Parkplätze, wenn die Herberge ausgebucht ist
  • Lieblose Zubereitung der ansonsten guten Convenience-Produkte
  • Die Lautstärke im Speisesaal war knapp über der einer gut gefüllten Messehalle, was sehr anstrengend war
    Daun löste das Problem mit mehreren Speisesälen, Cochem hätte gut daran getan, eine schallschluckende Decke einzuplanen, wie diese auch in modernen Kindergärten und Büros üblich ist
Blick von der Reichsburg auf Cochem

Blick von der Reichsburg auf Cochem

3 Gedanken zu „Silvester in der Jugendherberge: Erfahrungsbericht Cochem 2013/2014#8220;

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